Elterngeld und Väter: Die Beteiligung stagniert, die Bezugsdauer ist kurz
Einordnung
Nach 13 Jahren, in denen die Väterbeteiligung ohne Ausnahme stieg, bewegt sie sich seit 2021 kaum noch. Die Leistung selbst setzt eine niedrige Schwelle: Zwei zusätzliche Monate bekommt ein Paar, wenn auch der zweite Elternteil mindestens zwei Monate nimmt. Wer wissen will, wie gleich Sorgearbeit in Familien verteilt ist, muss deshalb auf die Dauer schauen, und dort liegen Mütter und Väter weit auseinander.
Für 46,4 Prozent der 2023 geborenen Kinder bezog der Vater Elterngeld, der höchste Wert seit Beginn der Reihe mit dem Geburtsjahrgang 2008 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22922-0011, Stand 09.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne Beanstandung, 1 HinweisStatistisches Bundesamt, Statistik zum Elterngeld (22922)·Datenstand 09.10.2026 / 10:14:05
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46,4Prozent, Väterbeteiligung 2023▲ +0,2 % zu 2022
46,3Vorheriger Höchststand 2022
16Werte in der Reihe, ab 2008
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Der Kinderwagen, den ein Vater an einem Dienstagvormittag durch den Park schiebt, wechselt meist nach wenigen Monaten wieder die Hände. Väter, deren Elterngeldbezug 2025 endete, hatten im Durchschnitt 3,8 Monate geplant (Tabelle 22922-0109), Mütter ein Vielfaches davon. Die Väterbeteiligung beantwortet eine andere Frage als die Bezugsdauer: Sie zählt, ob ein Vater überhaupt Elterngeld bezogen hat, und sagt nichts darüber, wie lange.
Für die Kinder des Jahrgangs 2008 bezogen 21,2 Prozent der Väter Elterngeld. Bis zum Jahrgang 2021 stieg der Anteil in jedem Jahr, im Schnitt um 1,9 Prozentpunkte, bis auf 46,2 Prozent. In den beiden Jahrgängen danach kamen zusammen 0,2 Punkte hinzu. Ob das eine Sättigung ist oder eine Pause, sagen die Zahlen nicht; sie zeigen nur, dass eine Kurve, die lange fast eine Gerade war, seither waagerecht liegt.
Die Reihe zur Väterbeteiligung ist frei abrufbar, Jahrgang für Jahrgang seit 2008. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie lange Mütter und Väter beziehen, wer ElterngeldPlus und den Partnerschaftsbonus nutzt, wie weit Länder und Kreise auseinanderliegen und wie sich das Kindergeld seit 1965 entwickelt hat.
Väterbeteiligung in Deutschland, 2008 bis 2023Prozent je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 22922-0011, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Ohne ElterngeldPlus bleiben Väter knapp drei Monate
ElterngeldPlus streckt den Bezug: Statt eines vollen Monatsbetrags gibt es höchstens die Hälfte, dafür doppelt so lange, und daneben darf in Teilzeit gearbeitet werden. Ein langer Bezug bedeutet deshalb nicht in jedem Fall eine lange Pause vom Beruf.
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Im vollständigen DossierGrafik: Voraussichtliche Bezugsdauer 2025Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen sechs weitere Abschnitte.
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Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Voraussichtliche Bezugsdauer 2025
Drei von vier Vätern verzichten auf das Instrument, das den Bezug verlängertGrafik: Basiselterngeld und ElterngeldPlus 2025
Zwischen zwei Kreisen liegt der Faktor dreiGrafiken: Väterbeteiligung nach Bundesländern 2023 · Väterbeteiligung nach Kreisen 2023
Wer Bezugsmonate zählt, findet einen Einbruch, den es nicht gibt
Beim Kindergeld steckt ein Gesetz in der KurveGrafik: Kinder, für die Kindergeld gezahlt wurde, 1965 bis 2024
Das Kindergeld kostet heute mehr als das Vierzigfache von 1965Grafik: Ausgezahltes Kindergeld, 1965 bis 2024
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Im Durchschnitt 3,8 Monate, geplant bei den 2025 beendeten Elterngeldbezügen (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22922-0109, Stand 09.10.2026).
Nehmen heute mehr Väter Elterngeld als vor zehn Jahren?
Ja. Für die 2013 geborenen Kinder lag die Väterbeteiligung bei 32,6 Prozent, für den Jahrgang 2023 um 13,8 Prozentpunkte höher (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22922-0011, Stand 09.10.2026).
Seit wann gibt es das Elterngeld?
Seit 2007. Die amtliche Reihe der Väterbeteiligung beginnt mit dem Geburtsjahrgang 2008 und umfasst inzwischen 16 Jahrgänge (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22922-0011, Stand 09.10.2026).
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