Wer 2025 eine Wohnung suchte, suchte in einem Markt, der sich gerade dreht. 238.063 Wohnungen wurden genehmigt, ein Plus von 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr und die erste Zunahme nach drei Jahren, in denen die Zahl jedes Mal kleiner wurde. Ihr bisheriger Höchststand liegt trotzdem vier Jahre zurück: 2021 waren es 380.736 Genehmigungen, mehr als eineinhalbmal so viele wie 2025. Fertiggestellt wurden im vergangenen Jahr nur 172.610 Wohnungen, rund 40 Prozent weniger als im Rekordjahr 2001. Zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegen im Bauen meist zwei bis drei Jahre: Die eine Zahl zeigt, was heute entschieden wird, die andere, was vor einigen Jahren entschieden wurde. Wer beide nebeneinander liest, sieht eine Verzögerung, keinen Widerspruch.
Was so eine Wohnung am Ende kostet, hängt an einer Zahl, die selten in der Zeitung steht: dem Bauland. Ein Quadratmeter kostete 2025 im Bundesschnitt 160,39 Euro. Dahinter liegt ein Auf und Ab: Nach 148,84 Euro im Jahr 2021 fiel der Preis zwei Jahre in Folge, auf 127,07 Euro im Jahr 2023, um seither zwei Jahre in Folge zweistellig zu steigen. Die Reihe beginnt erst 2021, weil das Bundesamt die Erhebung in jenem Jahr auf eine neue Systematik umgestellt hat, ältere Werte lassen sich nicht anschließen. Fünf Jahre sind kurz für eine Statistik, aber lang genug, um zu zeigen, dass Boden selbst dann teurer wird, wenn das Bauen insgesamt stockt.
Wie sehr sich das Gewerbe hinter diesen Zahlen bewegt, zeigt eine vierte Reihe, der Umsatz im Bauhauptgewerbe: mehr als vervierfacht seit 2010. Ein Umsatzindex zählt Euro, keine Kubikmeter Beton, ein Teil dieses Anstiegs sind also gestiegene Preise, nicht mehr gebaute Fläche. Wie groß dieser Teil ist und wie sich der Umsatz auf einzelne Bundesländer verteilt, beantwortet die frei zugängliche Reihe selbst noch nicht. Das ist genau der Unterschied zwischen einer frei stehenden Reihe und einem Dossier: Die Reihe zeigt die Zahl, das Dossier ordnet sie ein.
Vier Reihen, eine gemeinsame Frage: baut Deutschland genug, wird das Bauen dabei bezahlbarer oder teurer, und wer trägt am Ende die Differenz zwischen dem, was genehmigt, und dem, was tatsächlich schlüsselfertig übergeben wird?