Wer 2025 ein Gewerbe anmeldete, tat das in einer Wirtschaft, die sich kaum noch bewegte. 762.391 Anmeldungen zählte das Statistische Bundesamt, mehr als in jedem Jahr seit mindestens 2015. Die Gesamtwirtschaft dahinter wuchs im selben Jahr preisbereinigt um ganze 0,2 Prozent, von 3.645,6 auf 3.654,0 Milliarden Euro. Mehr neue Betriebe bei einer Wirtschaft, die praktisch stillsteht, heißt: Sie müssen sich einen Platz in einem Markt suchen, der insgesamt kaum größer wird.
Wie viele das nicht schaffen, zeigt die Kehrseite derselben Statistik. 131.005 Insolvenzverfahren wurden 2025 beantragt, so viele wie in keinem Jahr seit Beginn dieser Zählung 2015. 2020 waren es nur 75.044, aber diese Zahl täuscht: Der Gesetzgeber hatte während der Pandemie die Pflicht, rechtzeitig Insolvenz anzumelden, zeitweise ausgesetzt. Die niedrige Zahl von damals war eine Verwaltungsentscheidung, keine wirtschaftliche Erholung. Was seither an Fällen aufgeschoben wurde, zeigt sich jetzt.
Nach draußen sieht die Bilanz anders aus. 1970 exportierte Deutschland Waren im Wert von 64,1 Milliarden Euro, 2025 waren es 1.564,2 Milliarden, rund 24-mal so viel. Selbst der Einbruch der Pandemiejahre hinterließ kaum eine Delle: 2020 lag der Wert bei 1.206,9 Milliarden Euro, höher als 2015. Der Außenhandel wächst also weiter, während die Gesamtwirtschaft stagniert: ein Hinweis darauf, dass sich die Schwäche vor allem im Inland zeigt, nicht im Verhältnis zum Ausland.
Ein viertes Signal kommt aus der Dienstleistung im eigenen Land. 497,4 Millionen Übernachtungen zählten deutsche Beherbergungsbetriebe 2025, mehr als die 495,6 Millionen von 2019, dem letzten Jahr vor der Pandemie. Dass diese Zahl erst 2025 wieder über ihren alten Stand kletterte, nachdem sie 2020 auf 302,3 Millionen eingebrochen war, zeigt, wie lange eine Branche braucht, um einen einzigen schlechten Jahrgang aufzuholen: fünf Jahre für eine Zahl, die am Ende nur wieder dort ankam, wo sie schon einmal war.
Vier Zahlen, vier verschiedene Antworten auf dieselbe Frage. Mehr Gründungen, mehr Pleiten, mehr Exporte, mehr Übernachtungen, mitten in einer Gesamtwirtschaft, die sich kaum bewegt. Einzelne Teile der deutschen Wirtschaft laufen dabei in unterschiedliche Richtungen, gleichzeitig. Wer fragt, wie es den Betrieben geht, bekommt deshalb keine einzelne Antwort, sondern die Wahl zwischen mehreren Zahlen, die alle wahr sind: Welche davon soll gelten, die der neuen Betriebe, die der untergegangenen, oder die des Landes, das trotzdem kaum wächst?
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Fortlaufende Kennzahlen, vollständig frei abrufbar.
Die Dossiers zu diesem Thema
Die deutsche Ausfuhr seit 1970 ist im Dossier selbst frei einsehbar, ohne Kauf. Bezahlt ist die Gegenrichtung und das Gewicht: die Einfuhr, dazu Aus- und Einfuhr in Tonnen statt in Euro, also die Frage, ob mehr Handel mehr Ware bedeutet oder nur höhere Preise für dieselbe Menge.
Gewerbeanmeldungen in Deutschland ist frei abrufbar. Hier kommt das Gegenstück dazu, ohne das die Zahl wenig sagt: die Abmeldungen desselben Jahres, dazu vier Rangfolgen nach Grund, Rechtsform, Art der Niederlassung und Geschlecht, und die Kreisebene.
Der Auftragseingang des Verarbeitenden Gewerbes ist im Dossier selbst frei einsehbar, ohne Kauf. Bezahlt ist, was ihn erklärt: die Monatswerte seit 1991, die Herkunft der Aufträge nach Inland und Eurozone, der Einzelhandelsumsatz nominal und preisbereinigt, dazu Beschäftigte und Umsatz nach Branchen, Produktion, Auftragsbestand, dessen Reichweite in Monaten und der Lkw-Maut-Fahrleistungsindex als Frühindikator für die gesamte Industrie.
Beantragte Insolvenzverfahren zählt die freie Reihe, Monat für Monat. Dieses Dossier fragt, wer dahintersteht und was auf dem Spiel steht: die Forderungssumme, die betroffenen Arbeitnehmer, Branche, Rechtsform und Alter der Unternehmen, dazu eine Rangfolge der Spitzen und Schlusslichter unter 400 Kreisen.
Die Bruttowertschöpfung steht frei im Kopf des Dossiers, das Bruttoinlandsprodukt ohne den Steuer- und Subventionsanteil des Staates. Bezahlt ist der Rest der Rechnung: Gütersteuern, Gütersubventionen, ihr Anteil an der Wirtschaftsleistung über 35 Jahre, die Aufteilung derselben Wertschöpfung auf zehn Wirtschaftsbereiche und das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner.
Übernachtungen in deutschen Beherbergungsbetrieben zählt die freie Reihe. Hier stehen die Gäste daneben: die Ankünfte, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer und eine Rangfolge der Übernachtungen je 1.000 Einwohner, Spitzen und Schlusslichter unter 400 Kreisen, also die tatsächlichen Hochburgen und nicht die größten Städte.
Die Bruttowertschöpfung aller deutschen Unternehmen steht frei im Kopf des Dossiers. Bezahlt ist der Rest: die Aufteilung nach Unternehmensgröße, eine Rangfolge der Wirtschaftszweige nach Unternehmenszahl, und drei Umsatzindizes aus Dienstleistungsbereich, Großhandel und Gastgewerbe, die zusammen zeigen, wie unterschiedlich sich einzelne Branchen seit 1994 entwickelt haben.
Das Bruttoinlandsprodukt selbst steht frei in der Reihe Bruttoinlandsprodukt Deutschlands. Dieses Dossier nimmt die Verwendungsseite: die Wachstumsbeiträge von Konsum, Investitionen und Außenbeitrag, dazu die Konsumausgaben der privaten Haushalte nach elf Verwendungszwecken.
Der Katalog hinter diesem Bereich
Der amtliche Name steht links, darunter die Wörter, mit denen Menschen tatsächlich danach
suchen. Diese Übersetzung ist nötig, weil die Suche des Bundesamtes ihre eigenen
Tabellentitel nicht findet: Der Begriff Bevölkerung liefert dort null Treffer.