statistik-de.de Amtliche Zahlen, unabhängig aufbereitet
Wirtschaft 25. August 2026 Neue Daten

Auftragseingang der Industrie: Die Arbeit reicht für fast acht Monate

Einordnung

Die Industrie hat 2025 mehr Bestellungen hereingeholt als im Jahr davor und trotzdem weniger hergestellt. In einer Wirtschaft, die kaum wächst, sind volle Auftragsbücher eine Reserve; zum Aufschwung werden sie erst, wenn die Fabriken sie abarbeiten.

Verantwortlich für Text und Einordnung , Journalist und Redenschreiber, SIGMA Communication, Frankfurt am Main · So ordnen wir ein

Der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland lag 2025 im Jahresdurchschnitt bei 101,4 Indexpunkten, Basisjahr 2021 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 42151-0001, Stand 14.10.2026).

Geprüft am 16.10.2026, 1 Beanstandung Statistisches Bundesamt, Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe (42151) Datenstand 14.10.2026 / 10:38:29
Prüfvermerk zu diesem Dossier

Die Zahlen dieses Dossiers stammen aus acht Tabellen unter Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0.

Der vollständige Prüflauf hat an diesen Stellen etwas gefunden:

  • fließtext: verdacht: „Höchststand … 86" — dieser Wert steht in einer Reihe des Dossiers, ihr Höchstwert ist aber 115,1 (2021)

Wie geprüft wird und was keine Maschine prüft, steht unter Methode.

101,4 Indexpunkte (2021=100), Auftragseingang der Industrie 2025 +3,5 % zu 2024
105,6 Höchststand 2022 −4,0 % bis heute
89,6 August 2026, aktueller Rand +7,6 % zum Vorjahresmonat
Frei zu lesenEinordnung, Leitgrafik und der erste Abschnitt. Dieser Teil kostet nichts und steht für sich.
Das vollständige Dossier · 12,00 €Vier weitere Abschnitte, 7 Grafiken, 21 Datentabellen. Was darin steht
Freier TeilSie lesen den freien Teil dieses Dossiers.

Eine Bestellung ist eine Unterschrift unter einen Vertrag, die Maschine dazu verlässt das Werk oft erst viele Monate später. Zwischen beidem hat sich in der deutschen Industrie ein Stau gebildet. Rechnerisch hatten die Betriebe 2025 Arbeit für 7,9 Monate in den Büchern, mehr als in jedem Jahr seit Beginn der Reihe 2016 (Tabelle 42113-0001). Wer den Auftragseingang liest, liest die Zukunft der Fabriken, und ihre Gegenwart kann davon weit entfernt sein.

Der Auftragseingang selbst, gemessen als Wertindex auf dem Basisjahr 2021, beginnt 1991 bei 44,6 Punkten und hat sich seither mehr als verdoppelt, unterbrochen von mehreren Einbrüchen, dem tiefsten 2009 in der Weltfinanzkrise; auch 1993 und 2020, im ersten Pandemiejahr, fiel er deutlich. Auf das Hoch von 2022 folgten zwei schwächere Jahre. 2025 lag der Index wieder über dem Basisjahr, den Stand von 2022 hat er nicht erreicht (Tabelle 42151-0001).

Ob volle Bücher Reserve oder Engpass sind, zeigen erst die Monate.

Auftragseingang der Industrie in Deutschland, 1991 bis 2025 Indexpunkte (2021=100) je Jahr
0 25 50 75 100 125 1991: 44,6 Indexpunkte (2021=100) 1992: 43 Indexpunkte (2021=100) 1993: 39,4 Indexpunkte (2021=100) 1994: 42,8 Indexpunkte (2021=100) 1995: 44 Indexpunkte (2021=100) 1996: 44 Indexpunkte (2021=100) 1997: 47,5 Indexpunkte (2021=100) 1998: 49,5 Indexpunkte (2021=100) 1999: 50,8 Indexpunkte (2021=100) 2000: 58,1 Indexpunkte (2021=100) 2001: 57,1 Indexpunkte (2021=100) 2002: 57,2 Indexpunkte (2021=100) 2003: 57,8 Indexpunkte (2021=100) 2004: 62,4 Indexpunkte (2021=100) 2005: 66,2 Indexpunkte (2021=100) 2006: 73,3 Indexpunkte (2021=100) 2007: 81,2 Indexpunkte (2021=100) 2008: 76,7 Indexpunkte (2021=100) 2009: 58 Indexpunkte (2021=100) 2010: 72,4 Indexpunkte (2021=100) 2011: 79,8 Indexpunkte (2021=100) 2012: 77,4 Indexpunkte (2021=100) 2013: 79 Indexpunkte (2021=100) 2014: 81,2 Indexpunkte (2021=100) 2015: 83,3 Indexpunkte (2021=100) 2016: 84,2 Indexpunkte (2021=100) 2017: 90,3 Indexpunkte (2021=100) 2018: 91,8 Indexpunkte (2021=100) 2019: 87 Indexpunkte (2021=100) 2020: 81,4 Indexpunkte (2021=100) 2021: 100 Indexpunkte (2021=100) 2022: 105,6 Indexpunkte (2021=100)105,6 2023: 101,3 Indexpunkte (2021=100) 2024: 98 Indexpunkte (2021=100) 2025: 101,4 Indexpunkte (2021=100)101,4 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Statistisches Bundesamt, Tabelle 42151-0001 © statistik-de.de
Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 42151-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0

Bereinigt liegen die Bestellungen 2026 in jedem Monat über dem Vorjahr

Der Auftragseingang ist keine ruhige Größe. Ein Großauftrag für Flugzeuge, Schiffe oder Rüstungsgüter schlägt in einem einzigen Monat durch, und der Jahresdurchschnitt glättet genau das weg. Die Monatsreihe des Wertindex reicht bis Januar 1991 zurück. Ihren tiefsten Wert hatte sie im August 1993 mit 35,4 Punkten, ihren höchsten im März 2026 mit 122,6 (Tabelle 42151-0001). Auch Juni, Juli und August 2026 lagen über den Monaten des Vorjahres. Die Werte sind Originalwerte, der Kalender steckt also noch in ihnen; wer zwei aufeinanderfolgende Monate vergleicht, misst zuerst die Jahreszeit. Der März ist in diesen Werten oft stark, 2022 lag er schon bei 120,4 Punkten. Kalender- und saisonbereinigt lag der Auftragseingang 2026 in jedem Monat bis August über dem Vorjahresmonat (Tabelle 42151-0004).

2026 ist das erste volle Kalenderjahr, seit das Finanzpaket des Bundes gilt. Seit dem 25. März 2025 sind Verteidigungsausgaben oberhalb von 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von der Schuldenbremse ausgenommen, dazu kommt ein Sondervermögen für Infrastruktur von bis zu 500 Milliarden Euro (BMF, Monatsbericht April 2025). Ob die Ausschläge dieses Frühjahrs auf staatliche Aufträge zurückgehen, sagt die Tabelle nicht, sie nennt keinen Auftraggeber.

Ende des freien Teils
Im vollständigen Dossier Grafik: Auftragseingang der Industrie je Monat Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen vier weitere Abschnitte.

Das vollständige Dossier

12,00 €
Einmalig, ohne Abonnement.

Den Befund kennen Sie jetzt. Das vollständige Dossier zeigt, was von den Bestellungen bleibt: den Zuwachs nach Abzug der Preise, die Herkunft der Aufträge aus Inland, Eurozone und der übrigen Welt, und wie schnell der Bestand wächst.

4weitere Abschnitte mit Einordnung
7weitere Grafiken
21Datentabellen als CSV
1PDF des ganzen Dossiers

Was Sie darin lesen

  1. Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Auftragseingang der Industrie je Monat
  2. Preisbereinigt bleibt vom Zuwachs weniger übrigGrafiken: Auftragseingang preisbereinigt, je Monat · Auftragseingang, kalender- und saisonbereinigt
  3. Im Wert liegen nur die Aufträge aus der Eurozone deutlich über 2021Grafik: Auftragseingang nach Absatzrichtung August 2026
  4. Der Bestand wächst schneller, als die Fabriken ihn abarbeitenGrafiken: Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe, 2015 bis 2025 · Auftragsbestand, je Monat
  5. Reichweite des Auftragsbestands: Für die Beschäftigten ein Polster, für das Wachstum eine VerzögerungGrafik: Reichweite des Auftragsbestands, 2016 bis 2025

Was Sie mitnehmen

  • Sämtliche Werte als Tabelle auf der Seite und als 21 CSV-Dateien
  • Alle 21 Grafiken als SVG und PNG, in Druckauflösung
  • Das ganze Dossier als PDF
  • Zitiervorschlag in vier Formaten, fertig zum Einsetzen
  • Farbtafel zum Umfärben auf die eigenen Hausfarben

Was der Kauf bedeutet

Einmal 12,00 €Der Betrag wird vom Guthaben abgebucht. Es gibt keine Kündigungsfrist, weil nichts weiterläuft. Zwölf Monate aktuellNeue Zahlen des Statistischen Bundesamtes ziehen wir zwölf Monate ab Kauf in Dossier und Dateien nach. Danach bleibt das Dossier in Ihrem Konto, wird aber nicht mehr aktualisiert. Ein weiteres Jahr kostet die Hälfte. NachprüfbarJede Zahl trägt ihre Tabellennummer. Was die Prüfung gefunden hat, steht im Prüfvermerk oben.

Häufige Fragen

Wie hat sich der Auftragseingang der Industrie im August 2026 entwickelt?

Preisbereinigt lag er über dem August 2025, kalender- und saisonbereinigt aber 10,6 Prozent unter dem Juli 2026. Die Monatswerte schwanken stark, weil einzelne Großaufträge durchschlagen; ein einzelner Monat trägt deshalb selten eine Aussage (Statistisches Bundesamt, Tabelle 42151-0004).

Wie lange reicht der Auftragsbestand der Industrie?

Gerechnet bei gleichbleibender Produktion fast acht Monate; 2022 waren es 7,8, 2023 nur 7,1 Monate (Statistisches Bundesamt, Tabelle 42113-0001).

Was misst der Auftragseingang?

Die Bestellungen, die beim Verarbeitenden Gewerbe eingehen, als Index auf dem Basisjahr 2021. Er läuft der Produktion voraus und gilt deshalb als Frühindikator. 1991, im ersten Jahr der Reihe, stand der Wertindex bei 44,6 Punkten (Statistisches Bundesamt, Tabelle 42151-0001).

Weiter zu diesem Thema

Alle zwölf Dossiers und die Reihen des Bereichs stehen unter Wirtschaft. Wenn Ihre Frage dort nicht steht, stellen Sie sie: Statistik antwortet sucht die Antwort im geprüften Bestand, die erste Frage ist frei.