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Wirtschaft 25. August 2026 Neue Daten

Nicht das Inland ist die schwächste Auftragsquelle der Industrie, es ist die Eurozone

Im Juni 2026 kamen die stärksten Bestellungen beim Verarbeitenden Gewerbe von außerhalb der Eurozone, die schwächsten von innerhalb. Ein zweiter Befund aus dem Einzelhandel passt dazu: Der Umsatzindex ist seit 2021 um 18,6 Prozent gestiegen, preisbereinigt aber nur um 0,4. Fast das gesamte Wachstum ist Inflation.

Der Auftragseingang im deutschen Verarbeitenden Gewerbe lag 2025 bei 101,4 Indexpunkten (2021 = 100). Die Aufteilung nach Absatzrichtung widerspricht der üblichen Inland-Ausland-Erzählung: Die stärksten Bestellungen kamen zuletzt von außerhalb der Eurozone, die schwächsten von innerhalb. Im Einzelhandel stieg der Umsatzindex seit 2021 um 18,6 Prozent, preisbereinigt aber nur um 0,4 Prozent. Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 42151-0001.

✓ Geprüfte Quelle Statistisches Bundesamt, Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe (42151) Datenstand 30.08.2026 / 12:23:49
101,4 Indexpunkte (2021=100), Indexpunkte Auftragseingang 2025 +3,5 % zu 2024
105,6 Höchststand 2022 −4,0 % bis heute
115,8 Juni 2026, aktueller Rand +16,3 % zum Vorjahresmonat

Ein Auftrag aus Warschau zählt anders als einer aus Paris

Wenn eine deutsche Maschinenbaufabrik eine Bestellung annimmt, landet sie in derselben Auftragsbuch-Zahl, ganz gleich ob die Anfrage aus Stuttgart, aus Warschau oder aus Paris kam. Erst die amtliche Statistik trennt danach, woher das Geschäft tatsächlich kommt. Im Juni 2026 zeigt diese Trennung ein Muster, das der üblichen Inland-Ausland-Erzählung widerspricht.

109,3 Punkte erreichte der Auftragseingang aus dem Inland, gemessen auf der Skala 2021 gleich 100. Bestellungen aus Ländern außerhalb der Eurozone kamen auf 114,9 Punkte, die höchste der drei Kategorien. Am schwächsten war ausgerechnet die Eurozone selbst, mit 105,1 Punkten knapp vor dem Inland, aber deutlich hinter dem Rest der Welt.

Am schwächsten bestellt nicht das Inland, sondern die Eurozone.

Der Auftragseingang hat seinen Zwischenhoch von 2022 wieder verloren

Die Jahresreihe dahinter zeigt, wie unstet die Erholung seit der Pandemie verlaufen ist. 2020 fiel der Index auf 81,4 Punkte, 2021 auf die Basis 100, 2022 auf ein Zwischenhoch von 105,6. Danach ging es wieder bergab: 101,3 im Jahr 2023, 98,0 im Jahr 2024, damit unter dem Stand des Basisjahres 2021. Erst 2025 kletterte der Wert wieder auf 101,4, ohne das Niveau von 2022 zu erreichen.

Indexpunkte Auftragseingang in Deutschland, 1991 bis 2025 Indexpunkte (2021=100) je Jahr
0 25 50 75 100 125 1991: 44,6 Indexpunkte (2021=100) 1992: 43 Indexpunkte (2021=100) 1993: 39,4 Indexpunkte (2021=100) 1994: 42,8 Indexpunkte (2021=100) 1995: 44 Indexpunkte (2021=100) 1996: 44 Indexpunkte (2021=100) 1997: 47,5 Indexpunkte (2021=100) 1998: 49,5 Indexpunkte (2021=100) 1999: 50,8 Indexpunkte (2021=100) 2000: 58,1 Indexpunkte (2021=100) 2001: 57,1 Indexpunkte (2021=100) 2002: 57,2 Indexpunkte (2021=100) 2003: 57,8 Indexpunkte (2021=100) 2004: 62,4 Indexpunkte (2021=100) 2005: 66,2 Indexpunkte (2021=100) 2006: 73,3 Indexpunkte (2021=100) 2007: 81,2 Indexpunkte (2021=100) 2008: 76,7 Indexpunkte (2021=100) 2009: 58 Indexpunkte (2021=100) 2010: 72,4 Indexpunkte (2021=100) 2011: 79,8 Indexpunkte (2021=100) 2012: 77,4 Indexpunkte (2021=100) 2013: 79 Indexpunkte (2021=100) 2014: 81,2 Indexpunkte (2021=100) 2015: 83,3 Indexpunkte (2021=100) 2016: 84,2 Indexpunkte (2021=100) 2017: 90,3 Indexpunkte (2021=100) 2018: 91,8 Indexpunkte (2021=100) 2019: 87 Indexpunkte (2021=100) 2020: 81,4 Indexpunkte (2021=100) 2021: 100 Indexpunkte (2021=100) 2022: 105,6 Indexpunkte (2021=100)105,6 2023: 101,3 Indexpunkte (2021=100) 2024: 98 Indexpunkte (2021=100) 2025: 101,4 Indexpunkte (2021=100)101,4 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Statistisches Bundesamt, Tabelle 42151-0001 © statistik-de.de
Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 42151-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0

Wer diese Kurve versteht, versteht auch, warum die Herkunft der Aufträge mehr über die kommenden Monate verrät als die Gesamtzahl allein. Der Rest dieses Dossiers zeigt beide Vertiefungen im Detail, dazu den monatlichen Verlauf, aus dem die Jahreswerte oben gemittelt sind.

Häufige Fragen

Woher kommen die Aufträge der deutschen Industrie?

Zuletzt kamen die stärksten Bestellungen von außerhalb der Eurozone, die schwächsten aus der Eurozone selbst. Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 42151-0001.

Wächst der deutsche Einzelhandel wirklich?

Dem Umsatz nach ja, real kaum: Seit 2021 stieg der Umsatzindex um 18,6 Prozent, preisbereinigt nur um 0,4 Prozent. Fast das gesamte Wachstum ist Inflation.

Was misst der Auftragseingang?

Den Wert der Bestellungen, die beim Verarbeitenden Gewerbe eingehen, als Index mit dem Basisjahr 2021. Er läuft der Produktion voraus und gilt deshalb als Frühindikator.

Das vollständige Dossier

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  • Monatsreihe bis Juni 2026
  • 16 weitere Themen: Auftragseingang nach Absatzrichtung, Einzelhandelsumsatz in jeweiligen Preisen, Einzelhandelsumsatz preisbereinigt, Umsatz nach Hauptgruppen, Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe, Umsatzindex im Verarbeitenden Gewerbe, Produktionsindex im Verarbeitenden Gewerbe, Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe, Reichweite des Auftragsbestands, Lkw-Maut-Fahrleistungsindex, Wert der zum Absatz bestimmten Produktion, Bruttowertschöpfung im Verarbeitenden Gewerbe, Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe, Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe, Rohholzverbrauch der Sägewerke, Inlandsabsatz von Blumenerden und Kultursubstraten
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