Hebesätze der Gemeinden: Die Grundsteuer B zieht der Gewerbesteuer davon
Einordnung
Mit 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr erreicht der Gewerbesteuer-Hebesatz einen neuen Höchststand, und doch bewegt er sich seit einem Vierteljahrhundert nur in kleinen Schritten. Eine Deutung liegt nahe: Um Betriebe konkurrieren die Gemeinden, und ein Betrieb kann in den Nachbarort ziehen. Kräftiger angezogen haben sie bei der Grundsteuer B, die jeder Eigentümer zahlt und Vermieter über die Nebenkosten weitergeben. Wie weit die Gemeinden auseinanderliegen, verdeckt jeder Durchschnitt.
Der durchschnittliche Hebesatz der Gewerbesteuer lag in den deutschen Gemeinden 2025 bei 410 Prozent (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71231-0002, Stand 16.10.2026).
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410Prozent, Durchschnittshebesatz der Gewerbesteuer 2025▲ +0,2 % zu 2024
409Vorheriger Höchststand 2024
27Werte in der Reihe, ab 1999
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Wie viel Gewerbesteuer ein Betrieb zahlt, legen zwei Stellen fest. Das Finanzamt errechnet aus dem Gewerbeertrag einen Steuermessbetrag, und der Gemeinderat beschließt den Hebesatz, mit dem dieser Betrag malgenommen wird. Dieselbe Firma mit demselben Ertrag zahlt deshalb in Grünwald, wo der Satz bei 240 Prozent liegt, deutlich weniger als ein paar Kilometer weiter in München. Bei der Grundsteuer B auf bebaute und bebaubare Grundstücke rechnet die Gemeinde genauso, nur kann ein Grundstück nicht umziehen.
Der bundesweite Durchschnitt bewegt sich so langsam, dass ein einzelnes Jahr kaum etwas erzählt. Von 1999 bis 2001 sank er sogar, danach stieg er meist um einen oder zwei Punkte im Jahr, unterbrochen von drei Rückgängen in Folge zwischen 2007 und 2009. 2016 erreichte er erstmals 400 Prozent, im ersten Pandemiejahr 2020 fiel er noch einmal auf diese Marke zurück. Über die ganze Reihe gerechnet sind 21 Prozentpunkte dazugekommen, ein Plus von 5,4 Prozent seit 1999.
Die Reihe des Gewerbesteuer-Hebesatzes ist frei abrufbar, Jahr für Jahr. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie sich die Grundsteuer B daneben entwickelt hat, welche Sätze die Großstädte und drei bekannte Niedrigsteuer-Gemeinden verlangen und warum die Grundsteuer-Reihe mit dem Jahr 2025 an eine Grenze kommt.
Durchschnittshebesatz der Gewerbesteuer in Deutschland, 1999 bis 2025Prozent je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 71231-0002, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Bei der Grundsteuer B greifen die Gemeinden kräftiger zu
506 Prozent betrug der durchschnittliche Hebesatz der Grundsteuer B im Jahr 2024 (Tabelle 71231-0002). Seit 1999 ist er um 139 Prozentpunkte gestiegen, fast siebenmal so stark wie der Satz der Gewerbesteuer im selben Zeitraum. Bis 2004 lag er in jedem Jahr darunter, 2005 zog er vorbei, und 2024 trennten beide 97 Punkte.
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Im vollständigen DossierGrafik: Durchschnittshebesatz der Grundsteuer B, 1999 bis 2024Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen drei weitere Abschnitte.
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Keine der 20 Großstädte dieser Auswahl liegt unter dem Bundesdurchschnitt der Gewerbesteuer
Berlin ist bei der Grundsteuer teuer und bei der Gewerbesteuer günstig
Ab 2025 misst die Grundsteuer-Reihe etwas Neues
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Wie berechnet sich die Gewerbesteuer aus dem Hebesatz?
Das Finanzamt setzt einen Steuermessbetrag fest, die Gemeinde multipliziert ihn mit ihrem Hebesatz. Bei 400 Prozent, dem bundesweiten Durchschnitt des Jahres 2016, zahlt ein Betrieb das Vierfache seines Messbetrags (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71231-0002, Stand 16.10.2026).
Wo ist der Gewerbesteuer-Hebesatz besonders niedrig?
Unter den Gemeinden, die dieses Dossier auswertet, in Grünwald bei München mit 240 Prozent zum Stichtag 31.12.2024. Grünwald gehört zu den Orten, die mit niedrigen Sätzen um Firmensitze werben; eine Rangliste aller Gemeinden Deutschlands ist die Auswahl nicht (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Tabelle 71231-03-01-5, Stand 27.08.2026).
Ist der Gewerbesteuer-Hebesatz schon einmal gesunken?
Ja, zuletzt im Jahr 2020, um drei Prozentpunkte gegenüber 2019. Davor war der Durchschnitt von 2007 bis 2009 dreimal in Folge gefallen. Ob einzelne Gemeinden ihre Sätze tatsächlich gesenkt haben, zeigt der Durchschnitt nicht (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71231-0002, Stand 16.10.2026).
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