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Staat und Finanzen 27. August 2026 Neue Daten

Hebesätze der Gemeinden: Die Grundsteuer B zieht der Gewerbesteuer davon

Einordnung

Mit 0,2 Prozent mehr als im Vorjahr erreicht der Gewerbesteuer-Hebesatz einen neuen Höchststand, und doch bewegt er sich seit einem Vierteljahrhundert nur in kleinen Schritten. Eine Deutung liegt nahe: Um Betriebe konkurrieren die Gemeinden, und ein Betrieb kann in den Nachbarort ziehen. Kräftiger angezogen haben sie bei der Grundsteuer B, die jeder Eigentümer zahlt und Vermieter über die Nebenkosten weitergeben. Wie weit die Gemeinden auseinanderliegen, verdeckt jeder Durchschnitt.

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Der durchschnittliche Hebesatz der Gewerbesteuer lag in den deutschen Gemeinden 2025 bei 410 Prozent (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71231-0002, Stand 16.10.2026).

Geprüft am 16.10.2026, 2 Beanstandungen Statistisches Bundesamt, Realsteuervergleich (71231) Datenstand 16.10.2026 / 08:50:42
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410 Prozent, Durchschnittshebesatz der Gewerbesteuer 2025 +0,2 % zu 2024
409 Vorheriger Höchststand 2024
27 Werte in der Reihe, ab 1999
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Wie viel Gewerbesteuer ein Betrieb zahlt, legen zwei Stellen fest. Das Finanzamt errechnet aus dem Gewerbeertrag einen Steuermessbetrag, und der Gemeinderat beschließt den Hebesatz, mit dem dieser Betrag malgenommen wird. Dieselbe Firma mit demselben Ertrag zahlt deshalb in Grünwald, wo der Satz bei 240 Prozent liegt, deutlich weniger als ein paar Kilometer weiter in München. Bei der Grundsteuer B auf bebaute und bebaubare Grundstücke rechnet die Gemeinde genauso, nur kann ein Grundstück nicht umziehen.

Der bundesweite Durchschnitt bewegt sich so langsam, dass ein einzelnes Jahr kaum etwas erzählt. Von 1999 bis 2001 sank er sogar, danach stieg er meist um einen oder zwei Punkte im Jahr, unterbrochen von drei Rückgängen in Folge zwischen 2007 und 2009. 2016 erreichte er erstmals 400 Prozent, im ersten Pandemiejahr 2020 fiel er noch einmal auf diese Marke zurück. Über die ganze Reihe gerechnet sind 21 Prozentpunkte dazugekommen, ein Plus von 5,4 Prozent seit 1999.

Die Reihe des Gewerbesteuer-Hebesatzes ist frei abrufbar, Jahr für Jahr. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie sich die Grundsteuer B daneben entwickelt hat, welche Sätze die Großstädte und drei bekannte Niedrigsteuer-Gemeinden verlangen und warum die Grundsteuer-Reihe mit dem Jahr 2025 an eine Grenze kommt.

Durchschnittshebesatz der Gewerbesteuer in Deutschland, 1999 bis 2025 Prozent je Jahr
0 100 200 300 400 500 1999: 389 Prozent 2000: 389 Prozent 2001: 385 Prozent 2002: 386 Prozent 2003: 387 Prozent 2004: 388 Prozent 2005: 389 Prozent 2006: 391 Prozent 2007: 389 Prozent 2008: 388 Prozent 2009: 387 Prozent 2010: 390 Prozent 2011: 392 Prozent 2012: 393 Prozent 2013: 395 Prozent 2014: 397 Prozent 2015: 399 Prozent 2016: 400 Prozent 2017: 402 Prozent 2018: 402 Prozent 2019: 403 Prozent 2020: 400 Prozent 2021: 403 Prozent 2022: 403 Prozent 2023: 407 Prozent 2024: 409 Prozent 2025: 410 Prozent410 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Statistisches Bundesamt, Tabelle 71231-0002 © statistik-de.de
Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 71231-0002, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0

Bei der Grundsteuer B greifen die Gemeinden kräftiger zu

506 Prozent betrug der durchschnittliche Hebesatz der Grundsteuer B im Jahr 2024 (Tabelle 71231-0002). Seit 1999 ist er um 139 Prozentpunkte gestiegen, fast siebenmal so stark wie der Satz der Gewerbesteuer im selben Zeitraum. Bis 2004 lag er in jedem Jahr darunter, 2005 zog er vorbei, und 2024 trennten beide 97 Punkte.

Ende des freien Teils
Im vollständigen Dossier Grafik: Durchschnittshebesatz der Grundsteuer B, 1999 bis 2024 Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen drei weitere Abschnitte.

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Was Sie darin lesen

  1. Die Fortsetzung des Abschnitts, den Sie eben gelesen habenGrafik: Durchschnittshebesatz der Grundsteuer B, 1999 bis 2024
  2. Keine der 20 Großstädte dieser Auswahl liegt unter dem Bundesdurchschnitt der Gewerbesteuer
  3. Berlin ist bei der Grundsteuer teuer und bei der Gewerbesteuer günstig
  4. Ab 2025 misst die Grundsteuer-Reihe etwas Neues

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Häufige Fragen

Wie berechnet sich die Gewerbesteuer aus dem Hebesatz?

Das Finanzamt setzt einen Steuermessbetrag fest, die Gemeinde multipliziert ihn mit ihrem Hebesatz. Bei 400 Prozent, dem bundesweiten Durchschnitt des Jahres 2016, zahlt ein Betrieb das Vierfache seines Messbetrags (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71231-0002, Stand 16.10.2026).

Wo ist der Gewerbesteuer-Hebesatz besonders niedrig?

Unter den Gemeinden, die dieses Dossier auswertet, in Grünwald bei München mit 240 Prozent zum Stichtag 31.12.2024. Grünwald gehört zu den Orten, die mit niedrigen Sätzen um Firmensitze werben; eine Rangliste aller Gemeinden Deutschlands ist die Auswahl nicht (Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Tabelle 71231-03-01-5, Stand 27.08.2026).

Ist der Gewerbesteuer-Hebesatz schon einmal gesunken?

Ja, zuletzt im Jahr 2020, um drei Prozentpunkte gegenüber 2019. Davor war der Durchschnitt von 2007 bis 2009 dreimal in Folge gefallen. Ob einzelne Gemeinden ihre Sätze tatsächlich gesenkt haben, zeigt der Durchschnitt nicht (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71231-0002, Stand 16.10.2026).

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