Pflegebedürftige in Deutschland: fast dreimal so viele wie 1999
Einordnung
14,7 Prozent mehr Pflegebedürftige als zwei Jahre zuvor: Der Zuwachs wird kleiner, bleibt aber weit über allem, was die Reihe vor 2017 kannte. Gezählt werden anerkannte Ansprüche, und die Pflegereform jenes Jahres hat den Kreis der Berechtigten erweitert. Ihr Schub dürfte nachlassen, der Druck der Alterung nicht: Die geburtenstarken Jahrgänge kommen erst noch in das hohe Alter, aus dem die meisten Pflegebedürftigen stammen.
Ende 2023 waren in Deutschland 5.688.473 Menschen im Sinne der Pflegeversicherung pflegebedürftig (Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik, Tabelle 22421-0001, Stand 29.08.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne Beanstandung, 1 HinweisStatistisches Bundesamt, Pflegestatistik (22421)·Datenstand 29.08.2026 / 11:15:51
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5.688.473Pflegebedürftige, Pflegebedürftige 2023▲ +14,7 % zu 2021
4.961.146Vorheriger Höchststand 2021
13Werte in der Reihe, ab 1999
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Das Pflegeheim ist in dieser Statistik die Ausnahme. 54,5 Prozent der Pflegebedürftigen leben zu Hause und werden allein von Angehörigen versorgt, ohne Pflegedienst und ohne Einrichtung. Die Tochter, die morgens und abends vorbeikommt, der Ehemann, der nachts aufsteht: Sie leisten die häufigste Form der Pflege im Land, und in der Statistik erscheinen sie nur über die Menschen, die sie versorgen. Gezählt wird, wen die Pflegeversicherung als pflegebedürftig anerkannt hat. Wer ohne Antrag gepflegt wird, fehlt.
Die Reihe kennt zwei Geschwindigkeiten. Von 1999 bis 2015 wuchs sie um 41,9 Prozent, von Erhebung zu Erhebung um 1,2 bis 8,9 Prozent. Zum 1. Januar 2017 trat dann das Zweite Pflegestärkungsgesetz in Kraft: Fünf Pflegegrade ersetzten die drei Pflegestufen, und wer vor allem im Denken und Erinnern eingeschränkt ist, etwa durch eine Demenz, wird seither stärker berücksichtigt. Die Zahl sprang 2017 um 19,4 Prozent und in den beiden folgenden Erhebungen um jeweils mehr als ein Fünftel. Seit Beginn der Reihe ist sie auf das 2,82-Fache gewachsen. Wer den Anspruch weiter fasst, bekommt mehr Anspruchsberechtigte, ohne dass ein Mensch kränker geworden wäre. Wie viel des Zuwachses auf das Gesetz geht und wie viel auf die Alterung, trennt die Tabelle nicht.
Die Reihe der Pflegebedürftigen ist frei abrufbar, Erhebung für Erhebung. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie sich die Pflege auf Familie, ambulanten Dienst und Heim verteilt, aus welchen Altersgruppen die Pflegebedürftigen kommen und wie weit Länder und Kreise auseinanderliegen.
Pflegebedürftige in Deutschland, 1999 bis 2023Pflegebedürftige je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 22421-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
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Was Sie darin lesen
Mehr als die Hälfte wird zu Hause versorgt, ohne PflegedienstGrafik: Pflegebedürftige nach Art der Versorgung 2023
Pflegebedürftig wird man vor allem im hohen AlterGrafik: Pflegebedürftige nach Altersgruppen 2023
Der Kreisvergleich misst zuerst, wie alt ein Kreis istGrafiken: Pflegebedürftige nach Bundesländern 31. Dezember 2023 · Pflegebedürftige je 1.000 Einwohner nach Kreisen 2023
Erst die Erhebung 2025 zeigt, ob der Zuwachs weiter nachlässt
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Werden die meisten Pflegebedürftigen im Heim versorgt?
Nein. Die meisten leben zu Hause, und 54,5 Prozent werden dort allein von Angehörigen versorgt, ohne ambulanten Pflegedienst (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22421-0001, Stand 29.08.2026).
Warum gibt es seit 2017 so viel mehr Pflegebedürftige?
Zum 1. Januar 2017 hat das Zweite Pflegestärkungsgesetz den Begriff der Pflegebedürftigkeit weiter gefasst und fünf Pflegegrade eingeführt. 2015, bei der letzten Erhebung davor, zählte das Amt 2.860.293 Pflegebedürftige. Der Zuwachs seither geht teils auf das Gesetz, teils auf die Alterung zurück; getrennt ausweisen kann die Statistik beides nicht (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22421-0001, Stand 29.08.2026).
Seit wann gibt es die Pflegestatistik?
Seit 1999, erhoben alle zwei Jahre. Bei der ersten Erhebung zählte das Amt 2.016.091 Pflegebedürftige. Die nächsten Zahlen gelten dem Jahresende 2025 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22421-0001, Stand 29.08.2026).
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