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Wirtschaft 29. August 2026 Neue Daten

Bruttowertschöpfung der Unternehmen: ein Höchststand, der real kaum trägt

Einordnung

Zwei Jahre nach dem alten Rekord liegt die Summe nur 0,6 Prozent darüber, gerechnet in laufenden Preisen. Die Verbraucherpreise stiegen in derselben Zeit um 8,3 Prozent. Real, so liegt die Deutung nahe, haben die Unternehmen seit 2022 eher weniger Wert geschaffen. Das passt zum Bild einer Wirtschaft, die nicht vom Fleck kommt.

Verantwortlich für Text und Einordnung , Journalist und Redenschreiber, SIGMA Communication, Frankfurt am Main · So ordnen wir ein

Die Unternehmen in Deutschland erwirtschafteten 2024 eine Bruttowertschöpfung von 2,89 Billionen Euro in laufenden Preisen, mehr als in jedem Jahr seit der Umstellung der Statistik 2021 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 48121-0001, Stand 15.10.2026).

✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne Beanstandung, 1 Hinweis Statistisches Bundesamt, Unternehmen, tätige Personen und Umsatz nach Größenklassen (48121) Datenstand 15.10.2026 / 08:49:34
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2,9 Billionen Euro, Bruttowertschöpfung der Unternehmen 2024 +1,3 % zu 2023
2.875.615 Vorheriger Höchststand 2022 +0,6 % bis 2024
17 Werte in der Reihe, ab 2008
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Wer bei Wertschöpfung an Konzerne denkt, denkt an die Ausnahme. 82,9 Prozent der Unternehmen, die die Statistik für 2024 zählt, sind Kleinstbetriebe mit höchstens neun Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Umsatz. Die Bruttowertschöpfung fasst zusammen, was sie alle gemeinsam mit den großen Häusern erwirtschaften, nachdem die eingekauften Vorleistungen abgezogen sind; wie groß der Anteil des Staates an der Wertschöpfung ist, zeigt das Dossier zum Staatsanteil.

Die Reihe beginnt 2008, und sie hat zwei Brüche. Bis 2017 zählte das Amt rechtliche Einheiten als Unternehmen, ab 2018 gilt die Unternehmensdefinition der EU (Statistikportal). Der zweite Bruch ist nicht zu übersehen: 2021 lag die Summe 48,3 Prozent über dem Vorjahr, ein Plus von 879 Milliarden Euro binnen zwölf Monaten.

So schnell wächst keine Volkswirtschaft.

Zeitlich fällt der Sprung mit der Umstellung der Unternehmensstatistik auf die europäische Rahmenverordnung (EU) 2019/2152 zusammen, die seit dem 1. Januar 2021 gilt. Welche Unternehmen seither zusätzlich in der Summe stehen, weist die Tabelle nicht aus. Vergleichen lassen sich deshalb nur Jahre innerhalb desselben Abschnitts: bis 2017, von 2018 bis 2020 und ab 2021.

Wer diese Summe erwirtschaftet, eine Handvoll Konzerne oder Millionen kleiner Betriebe, und wie viel davon real übrig bleibt, sagt sie selbst nicht.

Bruttowertschöpfung der Unternehmen in Deutschland, 2008 bis 2024 Millionen Euro je Jahr
0 1 Mio. 2 Mio. 3 Mio. 2008: 1.287.605 Millionen Euro 2009: 1.242.639 Millionen Euro 2010: 1.297.323 Millionen Euro 2011: 1.381.146 Millionen Euro 2012: 1.382.669 Millionen Euro 2013: 1.421.856 Millionen Euro 2014: 1.532.615 Millionen Euro 2015: 1.559.096 Millionen Euro 2016: 1.659.330 Millionen Euro 2017: 1.737.650 Millionen Euro 2018: 1.857.661 Millionen Euro 2019: 1.912.045 Millionen Euro 2020: 1.818.581 Millionen Euro 2021: 2.697.838 Millionen Euro 2022: 2.875.615 Millionen Euro 2023: 2.855.868 Millionen Euro 2024: 2.893.992 Millionen Euro2.893.992 2010 2015 2020 2024 Statistisches Bundesamt, Tabelle 48121-0001 © statistik-de.de
Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 48121-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0

Dienstleistungsumsatz je Monat: real auf Rekordhöhe, aber ohne Schwung

Preisbereinigt setzten die Dienstleister im Mai 2026 so viel um wie nie seit Beginn der Monatsreihe 2015: 118,0 Punkte auf der Basis 2015, kalender- und saisonbereinigt (Tabelle 47414-0005). Im Juni fiel der Index auf 115,8 zurück, 0,9 Prozent unter den Juni 2025; im Juli stand er bei 116,6. Seit Anfang 2025 bewegt er sich in einem schmalen Band zwischen 114,9 und 118,0 Punkten. Die Rohwerte ohne Bereinigung schwanken weit stärker, und der Dezember ragt in jedem Jahr der Reihe heraus, zuletzt mit 137,5 Punkten; wer zwei Monate vergleicht, nimmt deshalb die bereinigte Reihe oder denselben Monat des Vorjahres.

Die Wirtschaft insgesamt erreichte im zweiten Quartal 2026 ihren höchsten Stand, wie das Dossier zur Wirtschaftsleistung zeigt (Tabelle 81000-0002). Bei den Dienstleistern kommt davon real wenig an. Nominal sieht es freundlicher aus, denn die Preise, die Unternehmen einander für Dienstleistungen berechnen, lagen im zweiten Quartal 3,7 Prozent über dem Vorjahr (Tabelle 61311-0002).

Wer real gleich viel umsetzt, nimmt also mehr ein und dürfte zugleich mehr ausgeben, etwa für Personal: Der gesetzliche Mindestlohn stieg zum Jahresbeginn 2026 auf 13,90 Euro je Stunde (Mindestlohnverordnung). Welche Branchen die Preise durchsetzen und welche nicht, zeigt das Dossier zu den Dienstleistungspreisen.

Ende des freien Teils
Im vollständigen Dossier Grafik: Umsatz im Dienstleistungsbereich, je Monat Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen fünf weitere Abschnitte.

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Was Sie darin lesen

  1. Die Grafiken zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafiken: Umsatz im Dienstleistungsbereich, je Monat · Umsatz im Dienstleistungsbereich, kalender- und saisonbereinigt
  2. Das typische Unternehmen hat keine zehn BeschäftigtenGrafik: Unternehmen nach Unternehmensgröße 2024
  3. Handel, freie Berufe und Bau stellen die meisten UnternehmenGrafik: Unternehmen nach Wirtschaftszweig 2024
  4. Doppelt so viele Menschen wie 2009 arbeiten für eine Mutter im AuslandGrafiken: Beschäftigte in auslandskontrollierten Unternehmen, 2009 bis 2024 · Tätige Personen im Handwerk, 2009 bis 2024 · Bruttowertschöpfung der Unternehmen, 2018 bis 2024
  5. Fast jedes Unternehmen ist online, die Absicherung lückenhafterGrafik: Nutzung von Informationstechnik in Unternehmen 2024
  6. Die Dienstleister wachsen, der Großhandel steht fast auf dem Stand von 1994Grafiken: Umsatzindex im Dienstleistungsbereich, 2015 bis 2025 · Umsatzindex im Großhandel, 1994 bis 2025

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Häufige Fragen

Warum springt die Bruttowertschöpfung der Unternehmen 2021 so stark?

Von 1,82 Billionen Euro im Jahr 2020 stieg der Wert auf 2,70 Billionen im Jahr 2021. Wirtschaftswachstum erklärt das nicht. Der Sprung fällt zeitlich mit der Umstellung der amtlichen Unternehmensstatistik auf die EU-Rahmenverordnung zusammen (Statistisches Bundesamt, Tabelle 48121-0001, Stand 15.10.2026).

Lassen sich die Jahre vor und nach 2021 vergleichen?

Nicht miteinander. Von 2021 bis 2024 wuchs die Summe um 7,3 Prozent in laufenden Preisen; eine Rate über das Jahr 2021 hinweg misst vor allem die neue Zählweise (Statistisches Bundesamt, Tabelle 48121-0001, Stand 15.10.2026).

Ist die Wertschöpfung der Unternehmen im Pandemiejahr 2020 gesunken?

Ja, um 4,9 Prozent gegenüber 2019. Es war der zweite Rückgang seit Beginn der Reihe 2008; den ersten brachte 2009, das Jahr nach der Finanzkrise (Statistisches Bundesamt, Tabelle 48121-0001, Stand 15.10.2026).

Was ist ein Kleinstunternehmen?

Ein Unternehmen mit höchstens neun Beschäftigten und höchstens zwei Millionen Euro Umsatz. 2024 fielen 82,9 Prozent aller Unternehmen in diese Größenklasse (Statistisches Bundesamt, Tabelle 48121-0001, Stand 15.10.2026).

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