Umwelt, Energie und Verkehr·25. August 2026Neue Daten
Der sicherste Verkehr, den Deutschland je hatte
9.454 Menschen starben 1995 auf deutschen Straßen, mehr als heute in drei Jahren zusammen. Diese Zahl gehört zu den wenigen in der amtlichen Statistik, die sich seit 30 Jahren fast nur in eine Richtung bewegt: nach unten.
2025 starben in Deutschland 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen, 70 Prozent weniger als 1995, als es 9.454 waren — mehr als heute in drei Jahren zusammen. Kein einzelnes Gesetz und keine einzelne Technik erklärt das allein: Gurtpflicht, Airbag, Antiblockiersystem, bessere Rettungsketten und Tempo 30 vor Schulen wirken zusammen. Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 46241-0003.
✓ Geprüfte QuelleStatistisches Bundesamt, Statistik der Straßenverkehrsunfälle (46241)·Datenstand 30.08.2026 / 12:14:11
2.832Getötete, Bei Straßenverkehrsunfällen Getötete 2025▲ +2,2 % zu 2024
9.454Höchststand 1995▼ −70,0 % bis heute
266Mai 2026, aktueller Rand▲ +10,8 % zum Vorjahresmonat
Ein Rückgang, der seinesgleichen sucht
2025 starben 2.832 Menschen bei Straßenverkehrsunfällen in Deutschland, 70 Prozent weniger als 1995. Kein einzelnes Gesetz und keine einzelne Technik erklärt das allein. Gurtpflicht, Airbag, Antiblockiersystem, bessere Rettungsketten, Tempo 30 vor Schulen: Jede dieser Maßnahmen hat ihren Anteil, und keine für sich genommen hätte 6.622 Menschenleben im Jahr gerettet. Es ist die Summe vieler kleiner Verbesserungen, die sich über drei Jahrzehnte zu einem der deutlichsten Fortschritte der deutschen Verkehrspolitik addiert hat, ohne dass ein einzelnes Datum als ihr Anfang gälte.
Der Rückgang verlief nicht gleichmäßig. Die größten Sprünge lagen in den neunziger und frühen zweitausender Jahren, als die Gurtpflicht durchgesetzt war und die ersten modernen Sicherheitssysteme in Serie gingen. Wer damals ein Auto kaufte, bekam noch selten einen Beifahrerairbag serienmäßig. Heute gehört er zur Grundausstattung, so selbstverständlich wie ein Tacho. Seither wird jeder weitere Prozentpunkt teurer erkauft: Wer die verbleibenden 2.832 Todesfälle weiter senken will, kann nicht mehr auf eine einzelne große Reform hoffen, sondern muss an vielen kleinen Stellschrauben gleichzeitig drehen, von der Straßenplanung bis zum Fahrverhalten.
Deutschland ist heute so sicher im Straßenverkehr wie nie zuvor, und trotzdem sterben jeden Tag acht Menschen dabei.
Ein Jahr, das aus der Reihe tanzt
2025 stieg die Zahl der Getöteten erstmals seit Jahren wieder an, um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach 30 Jahren nahezu ununterbrochenem Rückgang ist das eine kleine, aber deutliche Unterbrechung, die erste in der jüngeren Geschichte dieser Reihe, die nicht einfach im Rauschen der Statistik verschwindet. Ob sie der Beginn einer Trendwende ist oder nur eine Schwankung, wie sie eine derart lange Reihe immer wieder zeigt, lässt sich aus einem einzigen Jahr nicht ablesen. Frühere kleinere Anstiege innerhalb der 30 Jahre haben sich fast immer als Ausreißer erwiesen, keine Vorboten einer neuen Richtung.
Sicher ist nur: Ein Rückgang von 70 Prozent ist kein Naturgesetz, das sich von selbst fortsetzt. Er ist das Ergebnis von Entscheidungen, technischen wie politischen, und Entscheidungen lassen sich auch wieder zurücknehmen oder schlicht vernachlässigen. Wer die Zahl für 2026 verstehen will, muss warten, bis das Jahr vorbei ist. Die Monatsreihe weiter unten gibt schon jetzt einen ersten, vorsichtigen Hinweis darauf, in welche Richtung es geht.
Bei Straßenverkehrsunfällen Getötete in Deutschland, 1995 bis 2025Getötete je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 46241-0003, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Häufige Fragen
Wie viele Menschen sterben im deutschen Straßenverkehr?
2025 waren es 2.832 Getötete, 70 Prozent weniger als 1995. Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 46241-0003.
Wie sicher ist der Verkehr im Vergleich zu früher?
So sicher wie nie. 1995 starben 9.454 Menschen auf deutschen Straßen — mehr als heute in drei Jahren zusammen.
Woran liegt der Rückgang der Verkehrstoten?
An keinem einzelnen Grund. Gurtpflicht, Airbag, Antiblockiersystem, bessere Rettungsketten und Tempolimits wirken zusammen; die Statistik selbst weist die Anteile nicht aus.
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