Pressemitteilung
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Industrie: Auftragsbestand auf 125 Punkten, Produktion fällt
Die Auftragsbücher sind so voll wie nie, die Werke laufen langsamer als in jedem Jahr seit der Pandemie.
Frankfurt am Main, 19. August 2026
Beides steht in derselben amtlichen Statistik und gilt für dasselbe Jahr: der Bestand an offenen Aufträgen und die Menge, die tatsächlich produziert wird. Beide sind Indexreihen auf dasselbe Basisjahr.
Der Index des Auftragsbestandes im Verarbeitenden Gewerbe lag 2025 bei 125 Punkten (Basis 2021 = 100), der Produktionsindex bei 92,8 Punkten (Statistisches Bundesamt, Tabellen 42155-0001 und 42153-0001).
Der Auftragsbestand steht auf dem Höchstwert seiner Reihe und liegt deutlich über dem Vorjahr. Der Produktionsindex ist zum vierten Mal in Folge gefallen. Damit bewegen sich beide Reihen in entgegengesetzte Richtung: Die Aufträge stapeln sich, während die Werke weniger davon abarbeiten.
Die Bestände werden langsamer abgearbeitet
Wie lange ein Betrieb mit seinen offenen Aufträgen auskommt, misst das Amt getrennt: 7,9 Monate im Jahr 2025, der höchste Wert dieser Reihe. Zu ihrem Beginn 2016 waren es 5,1 Monate. Fehlende Vorprodukte, fehlende Fachkräfte und teure Energie kommen als Erklärungen infrage, und die Statistik unterscheidet sie nicht.
Die Beschäftigung sinkt trotz voller Auftragsbücher
Im Verarbeitenden Gewerbe arbeiteten 2025 5.433.048 Menschen, das zweite Jahr mit einem Rückgang; der Höchststand liegt 2019 bei 5.673.578. Volle Auftragsbücher sichern Beschäftigung nur, wenn die Aufträge auch ausgeführt werden. Ob der Bestand wächst, weil die Werke weniger abarbeiten oder weil mehr bestellt wird, zeigen diese Jahreswerte nicht.
Verantwortlich für diese Mitteilung
Christian Gasche, Journalist und Redenschreiber,
SIGMA Communication, Frankfurt am Main
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