Pressemitteilung
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Einzelhandel seit 1994: Umsatz +74,7 %, real nur +14,1 %
Seit 1994 ist der Einzelhandelsumsatz in jeweiligen Preisen um 74,7 Prozent gestiegen, preisbereinigt nur um 14,1 Prozent (Jahreswerte 1994 und 2025, Tabelle 45212-0003).
Frankfurt am Main, 1. September 2026
Der Kassenzettel wird deutlich länger, der Einkaufswagen füllt sich kaum. Das Statistische Bundesamt hat am 1. September 2026 den Einzelhandelsumsatz für den Monat Juli gemeldet. Wir legen daneben, was die Monatsmeldung nicht zeigt: die Jahresreihe seit 1994. Sie endet mit 2025, und dort stehen zwei Zahlen für dieselbe Sache. Der Umsatz in jeweiligen Preisen liegt bei 118,6 Indexpunkten, die preisbereinigte Fassung bei 100,4 Indexpunkten, beide auf das Basisjahr 2021 = 100 normiert (Tabelle 45212-0003, Stand 30.08.2026). Der Juli 2026 steckt in diesen Jahreswerten nicht, über ihn sagen sie nichts.
Der Abstand zwischen beiden Reihen ist ungefähr die Preisentwicklung
Vergleichbar sind hier nur Prozente, gerechnet auf dasselbe Ausgangsjahr. Die beiden Reihen starten 1994 auf verschiedenem Niveau und werden erst 2021 beide auf 100 gesetzt; ein Abstand in Indexpunkten würde den Unterschied überzeichnen. In Prozent gerechnet: Seit 1994 ist die Reihe in jeweiligen Preisen um 74,7 Prozent gestiegen, die preisbereinigte um 14,1 Prozent (Tabelle 45212-0003, Jahreswerte 1994 und 2025). Der Unterschied zwischen beiden Reihen ist die Preisentwicklung im Einzelhandel, so weist das Amt die beiden Fassungen aus; als Preissteigerungsrate lässt sich die Differenz der beiden Prozentwerte aber nicht lesen.
> Vergleichbar sind hier nur Prozente, gerechnet auf dasselbe Ausgangsjahr.
Auch der Verlauf trennt die Reihen. Der Umsatz in jeweiligen Preisen ist 2025 zum 16. Mal in Folge gestiegen, zuletzt um 4,0 Prozent gegenüber 2024, und liegt so hoch wie noch nie seit Beginn der Reihe (Tabelle 45212-0003, Jahreswerte). Sein tiefster Wert ist zugleich der erste, 67,9 Indexpunkte im Jahr 1994. Die preisbereinigte Reihe hat ihren tiefsten Punkt 2009 mit 78,8 Indexpunkten, sie fiel 2023 auf 96,0 Indexpunkte zurück und steht 2025 nach zwei Anstiegen in Folge bei 100,4, ein Plus von 2,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch das ist der höchste Wert seit Beginn der Reihe, gerade eben über dem Niveau des Basisjahres 2021.
Wer die Monatsmeldung des Amtes liest, sieht einen Juli. Wer die Jahresreihe daneben legt, sieht zwei Zahlen, die dasselbe Geschäft beschreiben und seit Beginn der Reihe 1994 in ganz verschiedenem Tempo laufen. Welche der beiden gemeint ist, entscheidet, wie die Nachricht klingt.