Ein Sachbearbeiter im Statistischen Bundesamt trägt eine Zahl ein, die ein Standesamt gemeldet hat. Sie steht später in einer Tabelle mit der Nummer 12612-0001, zusammen mit 35 anderen Jahreswerten, ohne einen Satz darüber, was sie bedeutet. Das ist kein Mangel. Das Amt hat den gesetzlichen Auftrag, vollständig und neutral zu sein, und beides schließt aus, was ein Leser meistens braucht: eine Auswahl und eine Deutung.
Wer vollständig sein muss, kann nicht gewichten. Wer neutral sein muss, kann nicht sagen, dass eine Zahl bemerkenswert ist. Dieses Portal darf beides, und alles, was hier steht, stammt trotzdem aus derselben Quelle: aus den Erhebungen des Bundesamtes, mit Tabellennummer und Datenstand unter jeder Seite.
Der erste Weg: der Themenbereich, wenn Sie noch nicht wissen, wonach Sie suchen
Elf Themenbereiche gliedern den Bestand, von Bevölkerung bis Landwirtschaft. Jeder beginnt mit einem Text in normalem Deutsch, der die Lage des Bereichs beschreibt, und zeigt erst danach Zahlen. Wer nicht weiß, wie die Statistik heißt, die er sucht, findet hier den Einstieg über die Frage statt über den Fachbegriff. Die Bevölkerung etwa führt zur Einwohnerzahl, den Geburten und den Sterbefällen, ohne dass Sie vorher wissen müssen, dass die eine unter Fortschreibung und die andere unter Bewegungsstatistik läuft.
Der zweite Weg: die Reihe, wenn Sie einen Verlauf brauchen
Eine Reihe verfolgt eine einzelne Größe über die Zeit, mit Diagramm, Werteliste zum Herunterladen und einem Absatz, der sagt, was der Verlauf bedeutet. Fünfzig davon stehen frei zugänglich auf dem Portal. Der Unterschied zur Datenbankabfrage ist nicht die Zahl, die ist dieselbe, sondern der Weg zu ihr und das, was daneben steht. Warum das Auswählen keine Aussortierung ist, steht in einem eigenen Ratgeber über kuratierte Zahlenreihen.
Der dritte Weg: das Dossier, wenn eine Zahl allein nicht reicht
Ein Dossier legt zusammen, was zusammengehört. Die Leitreihe, die Aufschlüsselung nach Bundesländern, die Zusatzthemen aus derselben Erhebung, dazu ein Text, der die Verbindungen benennt. Fünfzig Dossiers gibt es, und ihre Kernaussage bleibt frei lesbar; die Tiefe kostet ab fünf Euro, einmalig, ohne Abonnement und ohne Kündigungsfrist.
Hinter allen drei Wegen liegt derselbe geprüfte Bestand: 325 Tabellen des Bundesamtes, geordnet in 37 Themen. Das ist die Arbeit, die Sie nicht sehen, und sie ist der Grund, warum die ersten drei Wege überhaupt kurz sind.
Fünf Euro sind nicht der Preis der Zahlen
Die Zahlen sind frei. Die Datenlizenz Deutschland räumt sie jedem ein, auch ohne Kauf, auch gewerblich, und daran ändert dieses Portal nichts. Bezahlt wird die Strecke zwischen der Rohtabelle und der brauchbaren Datei. Das Heraussuchen der richtigen Größe aus einer Tabelle, die oft ein Dutzend führt. Das Aussortieren der Mehrfachzählungen. Die Beschriftung. Die Quellenangabe, die stimmt.
Bezahlt wird die Strecke zwischen der Rohtabelle und der brauchbaren Datei.
Wer diese Strecke einmal selbst gegangen ist, kennt die Rechnung. Ein Nachmittag für eine einzige Auswertung ist nicht ungewöhnlich, und am Ende steht eine Datei, von der man nicht sicher weiß, ob sie richtig ist. Genau dafür sind die Preise gestaffelt: die fertige Reihe als Datei für drei Euro, weil darin keine redaktionelle Arbeit steckt, das Dossier für fünf, weil darin die Auswertung eines Tages steckt.
Wo dieser Nachmittag draufgeht
Nicht am Herunterladen. Er geht an den Stellen drauf, an denen eine amtliche Tabelle etwas anderes meint, als sie zu sagen scheint. Die Zeile „Insgesamt" ist nicht immer die Summe der Zeilen darunter, weil eine Kategorie eine andere bereits enthält; wer die Liste flach addiert, zählt dieselben Fälle zweimal. In der Insolvenzstatistik ist die GmbH die Summe zweier Geschwisterkategorien, und die Personengesellschaften enthalten die GbR schon. In der Sozialhilfe bricht die Reihe zweimal, 2005 und 2020, das zweite Mal um fast drei Viertel; wer über diesen Bruch hinweg vergleicht, veröffentlicht einen Einbruch, den es nie gegeben hat.
Jede dieser Fallen ist in einem Dossier bereits aufgelaufen, geprüft und entschärft worden, bevor die Datei entstand. Die weiteren stehen im Glossar, jeweils mit dem Fehler, zu dem das amtliche Wort verleitet.
Fünf Euro sind die Größenordnung, in der man eine solche Entscheidung nicht abwägt. Das ist der Sinn eines Micropayments: Er soll billiger sein als das Nachdenken darüber, ob man ihn ausgibt, und ungleich billiger als der Nachmittag, den er ersetzt. Ein Abonnement dagegen zwingt zu einer Entscheidung über Monate, für eine Frage, die heute gestellt wird. Deshalb gibt es hier keins.
Der vierte Weg beginnt mit einer Frage in Ihren eigenen Worten
„Statistik antwortet" nimmt eine Frage, wie man sie einem Menschen stellen würde. Nicht als Suchbegriff, nicht als Tabellennummer. Wie viele Wohnungen wurden im vergangenen Jahr fertig, und ist das mehr als vorher? Was die Funktion daraus macht, ist der eigentliche Unterschied zu einem Chatbot.
Bevor irgendetwas geschrieben wird, zeigt sie Ihnen, welche Reihen sie zu Ihrer Frage führt und was ihr fehlt. Sie entscheiden dann, was in die Antwort eingeht. Diese Zwischenstufe ist unbequem, und sie ist Absicht: Ein System, das seine Lücken zeigt, bevor es antwortet, kann nicht so tun, als hätte es keine.
Ein System, das seine Lücken zeigt, bevor es antwortet, kann nicht so tun, als hätte es keine.
Was ein Sprachmodell hier tun darf und was nicht
Drei Modelle sind beteiligt. Eines wählt aus dem Bestand die passenden Reihen aus. Eines schreibt die Antwort. Ein drittes, unabhängiges Modell prüft den fertigen Text gegen dieselben Daten, bevor Sie ihn zu sehen bekommen. Hält die Antwort dieser Prüfung nicht stand, wird sie nicht ausgeliefert, und es wird nichts berechnet.
Keines der drei darf eine Zahl beisteuern. Jede Ziffer in der Antwort stammt aus unseren eigenen Reihen, nicht aus dem, was ein Modell einmal gelesen hat. Findet sich zu einer Frage nichts, sagt die Auswertung das, statt zu schätzen. Warum eine Zahl sich bewegt, sagt eine Reihe ohnehin nicht; dafür sucht die Funktion wissenschaftliche Arbeiten und nennt jede mit ihrer Fundstelle, damit Sie nachlesen können, worauf eine Deutung sich stützt.
Drei Fragen sind kostenlos, jede weitere kostet fünf Euro. Die Anmeldung dafür hat einen unsentimentalen Grund: Nur so lässt sich ein kostenloses Kontingent je Person zählen und nicht je Gerät. Wie die Kette im Einzelnen abläuft und wer dafür einsteht, steht auf der Seite zur KI-Transparenz.
Warum wir wollen, dass Maschinen uns zitieren
Immer mehr Menschen stellen ihre Frage nicht mehr einer Suchmaschine, sondern einem Antwortsystem. Das ändert, was eine Seite leisten muss. Sie muss nicht nur lesbar sein, sondern zitierbar, und zwar so, dass ein System die Aussage samt ihrer Herkunft übernehmen kann, ohne sie zu verfälschen.
Deshalb trägt hier jede Seite einen Satz, der ihren Kern mit Wert, Zeitpunkt, Tabellennummer und Quelle zusammenfasst. Deshalb stehen unter Reihen und Dossiers Fragen mit Antworten, die für sich allein stehen können. Deshalb ist jede Seite maschinenlesbar ausgezeichnet, eine Reihe als Datensatz, eine Pressemitteilung als Nachricht, ein Ratgeber als Artikel.
Bei den Dossiers hört diese Bereitwilligkeit auf. Ihr zitierbarer Satz bleibt vor der Bezahlschranke und nennt nur, was ohnehin frei lesbar ist. Was das Dossier verkauft, die Verbindung mehrerer Reihen und die Einordnung, taucht darin nicht auf. Das ist kein Versehen, sondern die Grenze: Ein Kernsatz, der die gekaufte Leistung verrät, wäre kein gutes Zitat, sondern ein Leck.
Wofür dieses Portal gebaut ist
Es ist für Menschen gebaut, die eine Frage haben und kein Statistikstudium. Für jemanden, der wissen will, ob weniger gebaut wird als früher, und dem eine Auswahlmaske für Merkmale und Ausprägungen die Antwort nicht wert ist. Ob wir diese Menschen erreichen, ist eine offene Frage, und wir werden sie ehrlicher beantworten können, wenn wir länger laufen. Der Bauplan sagt es jedenfalls so: erst der Satz, dann die Zahl.
Das Bundesamt wird immer die Quelle bleiben, und es wird immer vollständiger sein als wir. Was wir hinzufügen, ist nichts, was es nicht dürfte. Es ist etwas, wofür es nicht zuständig ist.
Der Rest ist Ihre Frage.