Pressemitteilung
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Asylbewerberleistungen: 8,2 Prozent weniger Ausgaben als 2024
Die Reihe verläuft nicht als Linie, sondern in Wellen: zwei Gipfel und ein tiefes Tal in drei Jahrzehnten.
Frankfurt am Main, 29. Juli 2026
Gezählt werden die Bruttoausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, vor Abzug von Einnahmen und Erstattungen. Die Reihe zählt Euro, keine Menschen, und sie beginnt 1994.
Die Bruttoausgaben nach dem Asylbewerberleistungsgesetz betrugen in Deutschland 2025 insgesamt 6.164.348 Tausend Euro, 8,2 Prozent weniger als im Vorjahr (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22211-0004).
Den höchsten Wert brachte 2016 mit 9.415.839 Tausend Euro. Danach fielen die Ausgaben vier Jahre lang, ehe sie 2021 wieder anzogen. Den niedrigsten Wert der Reihe brachte 2009 mit 788.844 Tausend Euro; von dort bis zum Gipfel haben sich die Ausgaben in sieben Jahren mehr als verzehnfacht.
Der Abstand der Endpunkte beschreibt nichts
Über die ganze Reihe gerechnet steht ein Plus von 116 Prozent. Diese Zahl trägt allerdings keine Aussage: Zwischen Anfang und Ende liegen zwei Gipfel und ein tiefes Tal, und wer nur die Endpunkte vergleicht, mittelt genau die Bewegung weg, um die es geht.
Euro sagen nichts über Personen
Wie viele Menschen Leistungen bezogen und was je Person aufgewendet wurde, steht nicht in dieser Reihe. Beides kann sich unabhängig voneinander bewegen: Weniger Empfänger bei gleichen Sätzen und gleich viele Empfänger bei gekürzten Sätzen ergeben denselben Rückgang in der Spalte.
Weniger Ausgaben in einem Jahr mit mehr Arbeitslosen
Zu Beginn der Reihe, 1994, waren es 2,9 Milliarden Euro, heute mehr als das Doppelte. 2025 waren 2.948.092 Menschen arbeitslos gemeldet, 5,8 Prozent mehr als im Jahr davor, und die Wirtschaftsleistung wuchs um 0,2 Prozent. Naheliegend ist, dass die Ausgaben vor allem der Zahl der Schutzsuchenden folgen; zählen lässt sich das mit dieser Reihe nicht, weil sie keine Empfänger führt. Ob Anerkannte eine Arbeit finden und aus den Leistungen herauswachsen, hängt aber auch am Arbeitsmarkt, und der ist schwächer geworden.
Verantwortlich für diese Mitteilung
Christian Gasche, Journalist und Redenschreiber,
SIGMA Communication, Frankfurt am Main
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