statistik-de.de Amtliche Zahlen, unabhängig aufbereitet
Pressemitteilung Frei verwendbar

Energieverbrauch der Industrie: 2 Prozent mehr als im Tiefstjahr

Der Zuwachs hebt das Niveau kaum. Nur ein einziges Jahr der Reihe liegt niedriger, und selbst das erste Coronajahr lag darüber.

Frankfurt am Main, 14. August 2026

Gezählt wird die Energie, die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes und des Bergbaus in einem Jahr einsetzen, gemessen in Gigajoule. Was daraus entsteht, zählt diese Reihe nicht.

Die Industrie in Deutschland verbrauchte 2024 insgesamt 3.283.786.578,8 Gigajoule Energie, 2 Prozent mehr als 2023 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 43531-0001).

Das Jahr 2023 brachte mit 3.220.601.047,1 Gigajoule den niedrigsten Wert seit Beginn der Reihe 2008. Der Zuwachs des Folgejahres holt davon einen Teil zurück und lässt 2024 dennoch als zweitniedrigstes Jahr der Reihe stehen. Der Verbrauch von 2024 liegt 18,9 Prozent unter dem Höchststand von 2012 mit 4.051.247.406,9 Gigajoule.

Das Coronajahr verbrauchte mehr als die Jahre ab 2022

2020 standen Bänder still und Werke schlossen, und trotzdem lag der Energieverbrauch der Industrie in jenem Jahr um 12,1 Prozent höher als 2024. Der Rückgang, der die Reihe heute prägt, setzt erst 2022 ein: In jenem Jahr fiel der Verbrauch um 9,1 Prozent, im Jahr darauf noch einmal um 8 Prozent.

Weniger Gigajoule heißt nicht sparsamer

Ein sinkender Verbrauch kann bedeuten, dass sparsamer produziert wird, oder dass weniger produziert wird. Diese Reihe unterscheidet das nicht, sie zählt Gigajoule und keine Güter. Wer den Verlauf deuten will, braucht eine Produktionsgröße daneben. In dieser Spalte steht sie nicht, und ohne sie ist der Rückgang seit 2012 kein Befund über Effizienz.

Mehr Verbrauch in einem Jahr ohne Preisschock

Die Preise, die private Haushalte für Energie zahlen, lagen im Dezember 2024 um 0,5 Prozent unter dem Vorjahresmonat, und die Inflationsrate fiel 2024 auf 2,2 Prozent nach 5,9 Prozent. Der Wiederanstieg fällt damit in ein Jahr, in dem Energie für Haushalte nicht mehr teurer wurde. Was die Industrie selbst zahlte und ob sie mehr verbrauchte, weil sie mehr herstellte, trennen diese Reihen nicht.

Verantwortlich für diese Mitteilung , Journalist und Redenschreiber, SIGMA Communication, Frankfurt am Main · So ordnen wir ein

0 1.000 Mio. 2.000 Mio. 3.000 Mio. 4.000 Mio. 5.000 Mio. 2008: 3.862.191.485,04 Gigajoule 2009: 3.552.020.145,49 Gigajoule 2010: 3.971.783.768,9 Gigajoule 2011: 4.050.270.210,64 Gigajoule 2012: 4.051.247.406,89 Gigajoule4.051.247.407 2013: 3.966.130.951,82 Gigajoule 2014: 3.974.028.675,95 Gigajoule 2015: 3.914.732.470,22 Gigajoule 2016: 3.977.059.159,58 Gigajoule 2017: 3.984.589.517,91 Gigajoule 2018: 3.899.223.551,71 Gigajoule 2019: 3.749.037.152,46 Gigajoule 2020: 3.682.543.369,08 Gigajoule 2021: 3.853.293.471,23 Gigajoule 2022: 3.501.938.868,67 Gigajoule 2023: 3.220.601.047,11 Gigajoule 2024: 3.283.786.578,84 Gigajoule3.283.786.579 2010 2015 2020 2024 Statistisches Bundesamt, Tabelle 43531-0001 © statistik-de.de
Wie viel Energie verbraucht die Industrie? Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 43531-0001.

Material zu dieser Mitteilung

Frei verwendbar, auch gewerblich, bei Nennung der Quelle. Die Quellenangabe steht im Bild.

Häufige Fragen

Wann verbrauchte die Industrie in Deutschland am meisten Energie?

2012, mit 4.051.247.406,9 Gigajoule.

Wann war der Energieverbrauch der Industrie am niedrigsten?

2023, mit 3.220.601.047,1 Gigajoule.

Bedeutet weniger Energieverbrauch mehr Effizienz?

Nicht zwangsläufig. Die Reihe zählt Gigajoule, keine Güter; ein Rückgang kann auch aus geringerer Produktion stammen.

Wo diese Zahlen ihre Grenze haben

  • Die Reihe beginnt 2008. Über die Zeit davor lässt sie keine Aussage zu.
Quelle und Zitiervorschlag Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabellen 43531-0001, 61111-0006, 61111-0001, Datenstand 09.09.2026 / 11:49:12. Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0. Der Text dieser Mitteilung darf gekürzt, umgestellt und umgeschrieben werden. Eine Rückfrage ist nicht nötig. Bleibt die Zahl im Text, gehört die Tabellennummer dazu.