Pressemitteilung
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Insolvenzen: 10.258 Verfahren im Mai, weniger als im April
Über die Jahre haben sich die Forderungen aus solchen Verfahren mehr als verdoppelt, ihre Zahl hat sich kaum bewegt.
Frankfurt am Main, 14. August 2026
Gezählt werden beantragte Insolvenzverfahren, Unternehmen und Verbraucher zusammen. Dieselbe Statistik führt die voraussichtlichen Forderungen und die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer. Die Monatsreihe beginnt im Januar 2015.
In Deutschland wurden im Mai 2026 insgesamt 10.258 Insolvenzverfahren beantragt, 9,2 Prozent weniger als im Vormonat (Statistisches Bundesamt, Tabelle 52411-0001).
Den höchsten Wert dieser Reihe brachte der März 2021 mit 14.127 Verfahren, den niedrigsten der September 2020 mit 3.192. Seit ihrem ersten Wert hat sich die Zahl kaum bewegt, über die ganze Reihe gerechnet um 1,8 Prozent. Was dazwischen liegt, sind Ausschläge, keine Richtung.
Die Forderungen erzählen etwas anderes
2025 lagen die voraussichtlichen Forderungen bei 57.016.912 Tausend Euro, 14,8 Prozent unter dem Vorjahr; den Höchstwert der Reihe brachte 2024 mit 66.917.722 Tausend Euro. Seit 2015 sind die Forderungen um 117,3 Prozent gewachsen, während die Verfahrenszahl fast auf der Stelle trat. Das passt zu einzelnen großen Verfahren mit hohen Forderungen. Belegen lässt es sich mit diesen Reihen nicht, sie zeigen keine Verteilung nach Größe.
Wie viele Menschen es trifft, steht in einer dritten Spalte
166.466 Arbeitnehmer waren 2025 von einer Unternehmensinsolvenz betroffen, 9,8 Prozent weniger als im Jahr davor; den Höchstwert brachte 2009 mit 250.813. Betroffen heißt dabei nicht entlassen: Viele Betriebe arbeiten in Eigenverwaltung weiter oder finden einen Käufer. Gegen die Verfahrenszahl aufrechnen lässt sich diese Größe ohnehin nicht, weil sie nur Unternehmen zählt.
Die Verfahren fallen in eine Phase schwacher Industrie
Im Mai 2026 lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 7,3 Prozent unter dem Vorjahresmonat, der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe um 1,6 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 2,6 Prozent. Dass die Zahl der Verfahren in dieser Lage sank, zeigt, wie wenig ein einzelner Monat über die Richtung sagt. Ob die Insolvenzen der schwachen Produktion mit Verzögerung folgen, zeigen erst die kommenden Monate.
Verantwortlich für diese Mitteilung
Christian Gasche, Journalist und Redenschreiber,
SIGMA Communication, Frankfurt am Main
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