Tarifliche Wochenarbeitszeit 2025: erstmals kürzer als im Jahr davor
Einordnung
Eine Zehntelstunde weniger als im Vorjahr, der erste Rückgang seit Beginn der Reihe. Das ist wenig, und es fällt in eine Zeit, in der über die Verteilung der Arbeitszeit ebenso gestritten wird wie über die Viertagewoche. Für diesen Streit taugt die Zahl nur begrenzt. Sie misst, was Tarifverträge festschreiben, und damit weder Teilzeit noch Überstunden, und Betriebe ohne Tarifvertrag kommen in ihr gar nicht vor.
Die tarifliche Wochenarbeitszeit in Deutschland lag 2025 im Durchschnitt der Gesamtwirtschaft bei 38,5 Stunden (Statistisches Bundesamt, Tabelle 62221-0001, Stand 14.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne BeanstandungStatistisches Bundesamt, Tarifverdienste und Wochenarbeitszeiten (62221)·Datenstand 14.10.2026 / 08:51:42
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38,5Stunden, Wochenstunden 2025▼ −0,3 % zu 2024
38,6Höchststand 2020▼ −0,3 % bis heute
16Werte in der Reihe, ab 2010
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In Tarifrunden geht es um Geld, und nur selten um Stunden. Die tariflichen Monatsverdienste mit Sonderzahlungen lagen 2025 um 47,4 Prozent über dem Stand von 2010 (Tabelle 62221-0001), die vereinbarte Woche ist in derselben Zeit um zwei Zehntelstunden länger geworden. Was eine tarifliche Arbeitswoche wert ist, hat sich fast nur über den Lohn verändert. Wie viel davon nach Abzug der gestiegenen Preise bleibt, ist eine andere Frage.
Die Reihe beginnt 2010 mit 38,3 Stunden und bleibt fünf Jahre auf diesem Wert. 2015 stieg sie um zwei Zehntel, 2020 um ein weiteres auf ihren bisher höchsten Stand, und dort blieb sie bis 2024. 2025 steht sie wieder auf dem Wert von 2015. In dieser Reihe ist eine Zehntelstunde schon ein Ereignis. Der Durchschnitt über alle Tarifverträge bewegt sich nur, wenn große Branchen ihre Arbeitszeit neu verhandeln oder sich das Gewicht zwischen Branchen mit langer und kurzer Woche verschiebt.
Die tarifliche Wochenarbeitszeit zeigt die Grafik darunter, Jahr für Jahr. Was sie allein nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie sich die tariflichen Verdienste mit und ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld entwickelt haben, in welchen Branchen die Woche am längsten und am kürzesten ist, aus welchen Gründen Arbeitsverträge befristet werden und was von den Tariferhöhungen nach der Inflation übrig bleibt.
Wochenstunden in Deutschland, 2010 bis 2025Stunden je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 62221-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Die Prämien der Krisenjahre verbogen die Verdienstkurve
115,4 Punkte erreichte der Index der tariflichen Monatsverdienste mit Sonderzahlungen 2025, auf der Basis 2020 = 100. Ohne Sonderzahlungen, also ohne Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld und Einmalzahlungen, stand er bei 115,0. Bis 2021 liefen beide Fassungen fast deckungsgleich. Dann öffnete sich eine Lücke: 2023 lag der Index mit Sonderzahlungen 2,0 Punkte vorn, 2024 schon 2,6 Punkte. 2025 schloss sie sich fast ganz.
Die naheliegende Erklärung sind die Inflationsausgleichsprämien. Von Ende Oktober 2022 bis Ende 2024 konnten Arbeitgeber insgesamt bis zu 3.000 Euro steuer- und abgabenfrei zahlen (Bundesfinanzministerium), und viele Tarifverträge sahen sie als Einmalzahlung vor. Sie zählen zu den Sonderzahlungen. 2025 fielen sie weg, während die dauerhaften Erhöhungen der Grundvergütung voll wirkten: Ohne Sonderzahlungen stiegen die Verdienste 2025 um 4,7 Prozent, mit Sonderzahlungen um 2,7 Prozent.
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Im vollständigen DossierGrafik: Tariflicher Monatsverdienst-Index, mit Sonderzahlungen, 2010 bis 2025Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen drei weitere Abschnitte.
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Die Fortsetzung des Abschnitts, den Sie eben gelesen habenGrafiken: Tariflicher Monatsverdienst-Index, mit Sonderzahlungen, 2010 bis 2025 · Tariflicher Monatsverdienst-Index, ohne Sonderzahlungen, 2010 bis 2025
Unter acht Branchen hat die Industrie die kürzeste tarifliche WocheGrafik: Tarifliche Wochenarbeitszeit nach Branchen 2025
Die größte Gruppe der Befristeten sind AuszubildendeGrafik: Gründe der Befristung 2025
Seit 2020 sind die Preise den Tarifverdiensten davongelaufen
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Wie lang ist die tarifliche Wochenarbeitszeit in Deutschland?
Im Durchschnitt aller Tarifverträge gut 38 Stunden. Von 2020 bis 2024 lag sie bei 38,6 Stunden, 2025 eine Zehntelstunde darunter (Statistisches Bundesamt, Tabelle 62221-0001, Stand 14.10.2026).
Sind die Tariflöhne stärker gestiegen als die Arbeitszeit?
Deutlich. Seit 2010 stiegen die tariflichen Monatsverdienste mit Sonderzahlungen um 47,4 Prozent, während die vereinbarte Woche fast gleich blieb. Das sind Nominalwerte, die Preissteigerung ist nicht abgezogen (Statistisches Bundesamt, Tabelle 62221-0001, Stand 14.10.2026).
Wann war die tarifliche Wochenarbeitszeit am kürzesten?
In den ersten fünf Jahren der Reihe, von 2010 bis 2014, mit 38,3 Stunden. Seither ist sie nicht mehr unter diesen Wert gefallen (Statistisches Bundesamt, Tabelle 62221-0001, Stand 14.10.2026).
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