Energieverbrauch der Industrie: wieder leicht gestiegen, aber weit unter dem Stand von 2012
Einordnung
2,0 Prozent mehr als im Vorjahr, der erste Anstieg nach zwei Jahren mit kräftigem Rückgang. In diese beiden Jahre fiel der Preisschock bei Gas und Strom. Ob die Betriebe damals sparsamer wurden oder weniger produzierten, trennt die Tabelle nicht, und genau das ist die politische Frage hinter der Zahl: Weniger Energieverbrauch ist ein Gewinn für die Klimabilanz, wenn er aus Effizienz kommt, und ein Verlust für den Standort, wenn Produktion abwandert.
Das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland verbrauchte 2024 rund 3,28 Milliarden Gigajoule Energie, 18,9 Prozent weniger als im Höchstjahr 2012 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 43531-0001, Stand 14.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne BeanstandungStatistisches Bundesamt, Energieverwendung der Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe (43531)·Datenstand 14.10.2026 / 08:51:55
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3,3 MilliardenGigajoule, Energieverbrauch der Industrie 2024▲ +2,0 % zu 2023
4,1 MilliardenHöchststand 2012▼ −18,9 % bis heute
17Werte in der Reihe, ab 2008
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Die Industrie braucht weniger Energie als vor zwölf Jahren, und trotzdem arbeiten in der Energie- und Wasserversorgung so viele Menschen wie nie seit Beginn der Reihe 2000: 295.883 Beschäftigte waren es 2025 (Tabelle 43111-0001). Das muss sich nicht widersprechen. Wer Leitungen erneuert und neue Anlagen ans Netz bringt, braucht Personal, auch wenn am Ende weniger durch die Leitung fließt; nach Tätigkeiten gliedert die Tabelle allerdings nicht. Erfasst ist in der Leitreihe allein das Verarbeitende Gewerbe; Bergbau und Energieversorger führt dieselbe Tabelle als eigene Wirtschaftszweige.
Die Reihe beginnt 2008 und kennt zwei Einschnitte. Im Krisenjahr 2009 brach der Verbrauch ein und erholte sich bis zum Höchststand 2012. Bis 2021 bewegte er sich dann zwischen 3,68 und 3,98 Milliarden Gigajoule. 2022 und 2023 fiel er zusammen um 16,4 Prozent, auf den tiefsten Wert der Reihe. Ob der leichte Anstieg danach eine Wende ist oder eine Atempause, lässt sich an einem Jahr nicht ablesen.
Die Reihe zum Energieverbrauch der Industrie ist frei abrufbar. Was sie nicht zeigt, stellt dieses Dossier daneben: den Strom- und Gasabsatz, die Stromerzeugung und den Stromaustausch mit dem Ausland, Investitionen und Umsatz der Versorger, Geothermie und Klärgas, Heizwerke und Biotreibstoffe, den Strompreis für Haushalte, Flüssiggas und Steinkohle.
Energieverbrauch der Industrie in Deutschland, 2008 bis 2024Gigajoule je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 43531-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
In der Energie- und Wasserversorgung arbeiten so viele Menschen wie nie seit 2000
295.883 Menschen arbeiteten 2025 in der Energie- und Wasserversorgung, mehr als in jedem Jahr seit Beginn dieser Reihe 2000 (Tabelle 43111-0001). Den Tiefpunkt brachte 2012, seither ist die Zahl um 26,9 Prozent gestiegen, allein im letzten Jahr um 4,4 Prozent. 2012 ist auch das Jahr, in dem der Energieverbrauch der Industrie seinen Höchststand erreichte. Seither laufen beide Kurven auseinander.
Seither laufen beide Kurven auseinander.
Weniger Nachfrage aus der Industrie und mehr Personal bei den Versorgern schließen sich nicht aus. Die naheliegende Deutung ist ein Umbau der Infrastruktur: Wer einen Windpark ans Netz anschließt oder ein Umspannwerk erweitert, zählt in derselben Statistik wie jemand, der einen Gaszähler abliest. Die Tabelle trennt diese Tätigkeiten nicht, und sie zählt die Wasserversorgung mit.
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Im vollständigen DossierGrafik: Beschäftigte in der Energie- und Wasserversorgung, 2000 bis 2025Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen 13 weitere Abschnitte.
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1PDF des ganzen Dossiers
Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Beschäftigte in der Energie- und Wasserversorgung, 2000 bis 2025
Die Investitionen in die Gasversorgung springen von Jahr zu JahrGrafik: Investitionen in die Gasversorgung, 2006 bis 2024
Die Versorger setzen ein Viertel weniger Strom ab als 2008Grafik: Stromabsatz an Letztverbraucher, 2000 bis 2024
Beim Gas fällt die Kurve ähnlich tiefGrafik: Gasabsatz, 2000 bis 2024
Die Industrie erzeugt weniger eigenen StromGrafik: Stromerzeugung im Bergbau und Verarbeitenden Gewerbe, 2018 bis 2024
Klärgas wächst über 25 Jahre, aber nicht mehr stetigGrafik: Klärgasgewinnung, 2000 bis 2025
Geothermie wächst von der kleinsten Basis am schnellstenGrafik: Nettowärmeerzeugung aus Geothermie, 2003 bis 2025
Wie viel Strom Deutschland wirklich erzeugt, zeigt diese Zahl nur zum TeilGrafik: Bruttostromerzeugung in Deutschland, 2002 bis 2025
Vom Nettoexporteur zum NettoimporteurGrafik: Austauschsaldo Elektrizität mit dem Ausland, 1991 bis 2025
Die Versorger investieren so viel wie nie, der Umsatz sprang 2022 und fiel wiederGrafiken: Investitionen der Elektrizitätsversorger, 1975 bis 2024 · Umsatz der Elektrizitätsversorger, 1975 bis 2024
Die Heizwerke verbrennen gut halb so viel wie 2002Grafiken: Brennstoffeinsatz der Heizwerke, 2002 bis 2024 · Erzeugung von Biotreibstoffen, 2010 bis 2025
Haushaltsstrom ist seit 2023 billiger geworden, aber teurer als 2019Grafik: Strompreis für Haushalte, 2019 bis 2025
Die Einfuhr fluorierter Treibhausgase zeigt nach drei Jahren keine RichtungGrafik: Einfuhr klimawirksamer Stoffe, 2022 bis 2024
Zwei Rückzüge: Flüssiggas und SteinkohleGrafiken: Abgabe von Flüssiggas, 1995 bis 2025 · Einfuhr von Steinkohle, 2004 bis 2025
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Wann verbrauchte die Industrie in Deutschland am wenigsten Energie?
2023, mit rund 3,22 Milliarden Gigajoule, dem niedrigsten Wert seit Beginn der Reihe 2008 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 43531-0001, Stand 14.10.2026).
Ist der Energieverbrauch der Industrie seit 2008 gesunken?
Ja. 2008 verbrauchte das Verarbeitende Gewerbe rund 3,86 Milliarden Gigajoule, 2024 lag der Verbrauch 15,0 Prozent darunter (Statistisches Bundesamt, Tabelle 43531-0001, Stand 14.10.2026).
Warum sank der Energieverbrauch der Industrie 2022 und 2023?
Er fiel 2022 um 9,1 Prozent und 2023 um 8,0 Prozent, in den Jahren des Preisschocks bei Gas und Strom. Ob die Betriebe sparsamer wurden oder weniger produzierten, weist die Tabelle nicht aus (Statistisches Bundesamt, Tabelle 43531-0001, Stand 14.10.2026).
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