Abfall 2024: Die Entsorgungsanlagen nehmen so wenig an wie nie seit 2017
Einordnung
4,4 Prozent weniger als im Vorjahr, der sechste Rückgang in Folge. Als Erfolg der Kreislaufwirtschaft lässt sich das nur mit Vorsicht lesen. Den größten Teil der Masse stellen Bauschutt und Erdaushub, und wo weniger gebaut wird, kommt weniger in den Anlagen an. Die Statistik zählt außerdem den Eingang jeder Anlage, Abfall auf dem Weg durch zwei Anlagen also doppelt. Ob Deutschland weniger wegwirft, beantwortet sie nur mittelbar.
Deutsche Entsorgungsanlagen nahmen 2024 insgesamt 367,4 Millionen Tonnen Abfall an, weniger als in jedem Jahr seit Beginn der Reihe 2017 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 32111-0001, Stand 06.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne BeanstandungStatistisches Bundesamt, Erhebung der Abfallentsorgung (32111)·Datenstand 06.10.2026 / 08:51:48
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367,4 MillionenTonnen, Abfall 2024▼ −4,4 % zu 2023
421.391Höchststand 2018▼ −12,8 % bis heute
8Werte in der Reihe, ab 2017
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Die Mülltonnen vor den Häusern haben an diesem Rückgang keinen Anteil. 37,8 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle kamen 2024 bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgern an (Tabelle 32121-0001), mehr als im Jahr davor und ungefähr so viel wie 2004. Was den Anlagen fehlt, stammt also aus anderen Quellen. Welche das sind, sagt die Leitreihe nicht, denn sie zählt den Eingang an der Anlage und nicht den Ort, an dem der Abfall entstand.
Die Reihe beginnt 2017 und erreichte ihren höchsten Stand ein Jahr später. Seither ist sie in jedem Jahr gesunken, zuerst kaum merklich: Bis 2021 gingen nicht einmal 1,6 Prozent verloren. Dann wurde der Rückgang schneller, in den beiden Jahren nach 2022 fiel die Menge um 8,9 Prozent. In genau diesen Jahren wurden deutlich weniger Wohnungen genehmigt als zuvor. Dass beides zusammenhängt, liegt nahe; belegen lässt es sich mit dieser Tabelle nicht.
Die Reihe der Abfallmengen in den Entsorgungsanlagen ist frei abrufbar. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: in welchen Ländern der Abfall ankommt und warum ein kleines Land weit vorn steht, wie viel davon recycelt oder deponiert wird, wie sich Hausmüll, gefährliche Abfälle, Verpackungen und Klärschlamm entwickeln, wie viel Wasser die Versorger abgeben und was der Staat mit Umweltsteuern einnimmt.
Abfall in Deutschland, 2017 bis 20241000 Tonnen je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 32111-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Sachsen-Anhalt nimmt mehr Abfall an als Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen führt mit 78,3 Millionen Tonnen, Bayern folgt mit 57,5 Millionen, Baden-Württemberg mit 47,1 und Hessen mit 35,6 Millionen Tonnen (Tabelle 32111-0010). Auf dem fünften Platz steht dann Sachsen-Anhalt mit 32,0 Millionen Tonnen, vor Niedersachsen mit 27,4 Millionen und weit vor Sachsen und Rheinland-Pfalz, die beide deutlich mehr Einwohner haben.
Mit dem Konsum der Bewohner hat dieser Platz wenig zu tun. Die naheliegende Erklärung steckt in der Zählweise: Gezählt wird, wo Abfall in einer Anlage ankommt. Deponien und Verwertungsanlagen stehen dort, wo über ihren Standort oft vor Jahrzehnten entschieden wurde, und sie nehmen Abfall auch über Landesgrenzen hinweg an. Ein Land mit großen Anlagen kann so den Abfall seiner Nachbarn mitzählen.
Ein Land mit großen Anlagen kann so den Abfall seiner Nachbarn mitzählen.
Am unteren Ende stehen Bremen mit 2,6 Millionen Tonnen, das Saarland mit 3,2 und Hamburg mit 5,0 Millionen; Berlin kommt auf 6,1 Millionen Tonnen. Wer wenig Fläche hat, hat auch wenig Platz für Deponien, und sein Abfall wird dann anderswo gezählt.
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Im vollständigen DossierGrafik: Abfall nach Bundesländern 2024Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen acht weitere Abschnitte.
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Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Abfall nach Bundesländern 2024
Beim Wasser bleibt die Menge in einer schmalen SpanneGrafiken: Wasserabgabe an Letztverbraucher in Deutschland, 2007 bis 2022 · Wasserabgabe an Letztverbraucher nach Bundesländern 2022
Umweltsteuern sind vor allem Steuern auf EnergieGrafik: Einnahmen umweltbezogener Steuern nach Steuerartgruppen 2025
Recycling ist der häufigste Weg, doch mehr als die Hälfte geht einen anderenGrafik: Abfallnettoaufkommen nach Entsorgungsart 2024
Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen sinken seit neun JahrenGrafik: Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen, 2010 bis 2025
Aus den Haushalten kommt nicht weniger AbfallGrafiken: Aufkommen an Haushaltsabfällen, 2004 bis 2024 · Gefährliche Abfälle, 2010 bis 2024
Bei Verpackungen reicht die Reihe erst für eine GrößenordnungGrafiken: Erstmals in Verkehr gebrachte Verpackungen, 2022 bis 2024 · Gewerblich eingesammelte Verpackungen, 2022 bis 2024
Klärschlamm geht zurück, und die Bauschuttanlagen werden wenigerGrafiken: Entsorgter Klärschlamm, 2006 bis 2024 · Geprüfte Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen, 2018 bis 2023 · Bauschuttaufbereitungsanlagen, 2006 bis 2024
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Wann kam in Deutschland am meisten Abfall in den Entsorgungsanlagen an?
2018, mit 421,4 Millionen Tonnen, dem höchsten Wert seit Beginn der Reihe 2017. Seither ist die Menge sechsmal in Folge gesunken (Statistisches Bundesamt, Tabelle 32111-0001, Stand 06.10.2026).
Werfen die Deutschen weniger Müll weg?
Die Haushalte nicht. 37,8 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle kamen 2024 bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgern an, ungefähr so viel wie 2004. Der Rückgang in den Entsorgungsanlagen stammt aus anderen Quellen (Statistisches Bundesamt, Tabelle 32121-0001, Stand 06.10.2026).
Wie stark ist die Abfallmenge zuletzt gesunken?
Von 2022 bis 2024 um 8,9 Prozent, doppelt so stark wie in den vier Jahren vom Höchststand 2018 bis 2022. Gezählt wird, was in Entsorgungsanlagen ankommt, und nicht, wo der Abfall entsteht (Statistisches Bundesamt, Tabelle 32111-0001, Stand 06.10.2026).
Alle fünf Dossiers und die Reihen des Bereichs stehen unter Umwelt und Energie.
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