Insolvenzen 2025: mehr Anträge als in jedem Jahr seit Beginn der Reihe 2015
Einordnung
8,6 Prozent mehr Anträge als im Vorjahr, und damit ist die Lücke der Pandemiejahre geschlossen: Erstmals liegen die Insolvenzen über dem Stand, mit dem die Reihe 2015 begann. Als Konjunkturbarometer taugt die Zahl allein trotzdem nicht. Mehr als vier von fünf Verfahren betreffen keine Firma, und der größte Teil sind Verbraucher, denen die Schulden über den Kopf gewachsen sind.
In Deutschland wurden 2025 insgesamt 131.005 Insolvenzverfahren beantragt, mehr als in jedem anderen Jahr seit Beginn der Reihe 2015 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 52411-0001, Stand 16.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne BeanstandungStatistisches Bundesamt, Statistik der beantragten Insolvenzverfahren (52411)·Datenstand 16.10.2026 / 08:50:14
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131.005Verfahren, Beantragte Insolvenzverfahren 2025▲ +8,6 % zu 2024
127.438Vorheriger Höchststand 2015▲ +2,8 % bis 2025
12.264Juli 2026, aktueller Rand▼ −2,6 % zum Vorjahresmonat
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24.064 dieser Verfahren betrafen Unternehmen (Tabelle 52411-0061). Alle übrigen stammen von Verbrauchern, ehemals Selbständigen und anderen Schuldnern, und die Leitreihe zählt sie mit. Ein Bauunternehmen, das seine Löhne nicht mehr zahlen kann, steht darin mit demselben Gewicht wie ein Haushalt, dem die Raten des Autokredits über den Kopf gewachsen sind. Wer aus der Summe auf gescheiterte Firmen schließt, verschätzt sich um ein Vielfaches.
Der Weg zum Höchststand führte zuerst bergab. Von 2015 an sank die Zahl der Anträge vier Jahre in Folge, bis auf 104.069 im Jahr 2019. Dann kam 2020 mit 75.044 Verfahren, dem mit Abstand niedrigsten Wert der Reihe und 27,9 Prozent weniger als im Jahr davor. In das erste Pandemiejahr fällt eine Rechtsänderung, die den Einbruch aber nur zum kleinen Teil trägt: Von März 2020 an war die Pflicht zum Insolvenzantrag für Unternehmen ausgesetzt, deren Lage auf die Pandemie zurückging, bei Überschuldung bis Ende 2020, eingeschränkt noch bis Ende April 2021 (COVInsAG). Auf die Unternehmen entfiel ein Zehntel des Rückgangs, neun Zehntel auf Verbraucher und übrige Schuldner. Seither ist die Zahl, mit einem Rückschlag 2022, um 74,6 Prozent gestiegen.
Die Reihe mit allen Jahres- und Monatswerten ist frei abrufbar. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: welche Branchen und Rechtsformen es trifft, wie jung die Betriebe waren, wie hoch die Forderungen der Gläubiger sind und in welchen Städten die Verfahren je Einwohner am dichtesten liegen.
Beantragte Insolvenzverfahren in Deutschland, 2015 bis 2025Verfahren je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 52411-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Ab hier wird getrennt, was die Leitreihe zusammenzählt, und nicht jede Tabelle zählt dasselbe. Branche, Rechtsform und Unternehmensalter erfassen dieselben beantragten Unternehmensverfahren, eröffnete wie mangels Masse abgewiesene; Länder und Kreise zählen die Verbraucher mit. Jeder Abschnitt nennt deshalb seine Tabelle.
Nordrhein-Westfalen trägt ein Viertel aller Verfahren
32.181 Insolvenzverfahren entfielen 2025 auf Nordrhein-Westfalen, 24,6 Prozent aller Anträge in Deutschland (Tabelle 52411-0100). Dahinter folgen Niedersachsen mit 15.835, Baden-Württemberg mit 14.928 und Bayern mit 14.873. Das Saarland kommt auf 1.506, Bremen auf 1.599.
Die Reihenfolge folgt der Größe der Länder nur grob: Niedersachsen steht vor Baden-Württemberg und Bayern, die nach der Einwohnerzahl beide größer sind. Wie ungleich das Risiko tatsächlich verteilt ist, zeigt erst die Kreistabelle am Ende dieses Dossiers.
Ende des freien Teils
Im vollständigen DossierGrafik: Beantragte Insolvenzverfahren nach Bundesländern 2025Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen neun weitere Abschnitte.
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Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Beantragte Insolvenzverfahren nach Bundesländern 2025
Der Anstieg setzt sich 2026 fort, aber er wird flacherGrafik: Beantragte Insolvenzverfahren je Monat
Unternehmensinsolvenzen je Monat: Die Firmen holen schneller auf als der RestGrafik: Beantragte Unternehmensinsolvenzen, je Monat
Mehr Verfahren, aber weniger Geld im FeuerGrafik: Voraussichtliche Forderungen aus Insolvenzverfahren, 2015 bis 2025
Betroffen heißt nicht entlassenGrafik: Von Unternehmensinsolvenzen betroffene Arbeitnehmer, 2003 bis 2025
Das Baugewerbe führt die Fallzahlen anGrafik: Insolvenzverfahren nach Wirtschaftszweig 2025
Bei den Forderungen führt eine andere BrancheGrafik: Forderungen nach Wirtschaftszweig 2025
Jedes zweite insolvente Unternehmen ist eine GmbHGrafik: Insolvenzverfahren nach Rechtsform 2025
Jede zweite insolvente Firma war jünger als acht JahreGrafik: Insolvenzverfahren nach Unternehmensalter 2025
Zwischen Pirmasens und den Haßbergen liegt der Faktor zehnGrafik: Insolvenzen nach Kreisen 2024
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24.064 beantragte Insolvenzverfahren betrafen 2025 Unternehmen. Die übrigen Verfahren der amtlichen Insolvenzstatistik stammen von Verbrauchern, ehemals Selbständigen und anderen Schuldnern (Statistisches Bundesamt, Tabelle 52411-0061, Stand 16.10.2026).
Warum gab es 2020 so wenige Insolvenzen?
In dieses Jahr fallen zwei Rechtsänderungen: Von März 2020 an war die Antragspflicht für Unternehmen ausgesetzt, deren Lage auf die Pandemie zurückging, und für Anträge ab dem 1. Oktober 2020 galt die verkürzte Restschuldbefreiung, auf die viele Verbraucher gewartet haben dürften. Neun Zehntel des Rückgangs entfielen auf Verbraucher und übrige Schuldner. 2020 wurden 75.044 Verfahren beantragt, der niedrigste Wert seit Beginn der Reihe 2015 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 52411-0001, Stand 16.10.2026).
Steigen die Insolvenzen 2026 weiter?
Ja, aber langsamer als 2025. Von Januar bis Juli 2026 wurden 2,2 Prozent mehr Insolvenzverfahren beantragt als im selben Zeitraum 2025 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 52411-0001, Stand 16.10.2026).
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