Bruttoinlandsprodukt 2025: wieder Wachstum, und doch kaum mehr als vor der Pandemie
Einordnung
0,2 Prozent mehr als im Vorjahr, nach einem Rückgang 2023 und einem Jahr ohne Veränderung: Die Wirtschaft schrumpft nicht mehr, aber sie wächst kaum. Ohne reales Wachstum wird jeder zusätzliche Euro für Verteidigung oder Renten zur Verteilungsfrage, er fehlt an anderer Stelle oder wird geliehen. Warum das Wachstum ausbleibt, zeigt die Reihe selbst nicht. Wie der Wohlstand verteilt ist, auch nicht.
Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands betrug 2025 in verketteten Volumenangaben 3,654 Billionen Euro (Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0001, Stand 09.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne BeanstandungStatistisches Bundesamt, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen des Bundes (81000)·Datenstand 09.10.2026 / 08:51:54
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3.653,988Milliarden Euro, Bruttoinlandsprodukt 2025▲ +0,2 % zu 2024
3.682,853Höchststand 2022▼ −0,8 % bis heute
35Werte in der Reihe, ab 1991
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Getragen haben das Plus von 2025 die Ausgaben im Inland: Private Haushalte und Staat konsumierten mehr, und die Veränderung der Lagerbestände zählte positiv. Der Außenbeitrag, die Differenz aus Exporten und Importen, zog dagegen 1,5 Prozentpunkte ab. Für ein Land, dessen Industrie seit Jahrzehnten vom Verkauf ins Ausland lebt, ist das die unbequemere Hälfte der Nachricht.
Zweimal ist die Wirtschaft seit 1991 kräftig eingebrochen, 2009 um 5,6 Prozent und 2020 um 4,0 Prozent, und beide Male lag sie zwei Jahre später über dem Stand davor. Der Rückgang von 2023 war kleiner, aber auf ihn folgte keine Erholung. Für 2023 und 2024 führt das Amt denselben Betrag, 3,646 Billionen Euro, gleich bis auf die letzte ausgewiesene Stelle. Vermutlich liegt das an der Rundung: Die Euro-Werte werden aus einem Kettenindex mit zwei Nachkommastellen abgeleitet; die Tabelle selbst sagt es nicht. Über sechs Jahre gerechnet liegt die Wirtschaft weniger als ein Prozent über 2019. Von 2013 bis 2019 war sie im Schnitt um knapp zwei Prozent im Jahr gewachsen.
Die Reihe des Bruttoinlandsprodukts ist frei abrufbar, Jahr für Jahr seit 1991. Woher das magere Plus von 2025 kommt und was es wieder aufzehrt, zeigt sie nicht.
Bruttoinlandsprodukt in Deutschland, 1991 bis 2025Milliarden Euro je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Bruttoinlandsprodukt je Quartal: so hoch wie nie, knapp über dem Gipfel von 2022
Die Jahreswerte glätten, was die Quartale zeigen. Im zweiten Quartal 2026 erreichte das preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt 106,26 Punkte, den höchsten Stand seit Beginn der Reihe 1991, 1,0 Prozent über dem Vorjahresquartal und 0,3 Prozent über dem ersten Quartal (Tabelle 81000-0002). Der bisherige Gipfel lag im dritten Quartal 2022, bei 106,0 Punkten. Dazwischen liegen fast vier Jahre ohne Fortschritt, und vom vierten Quartal 2022 bis zum zweiten Quartal 2023 schrumpfte die Wirtschaft drei Quartale hintereinander, nach der gängigen Definition eine Rezession. Den tiefsten Punkt der jüngeren Zeit brachte das zweite Quartal 2020 mit 93,19 Punkten, im ersten Lockdown.
In dieselbe Zeit fällt eine Lockerung der Schuldenregeln. Seit dem 25. März 2025 nimmt das Grundgesetz Verteidigungsausgaben, soweit sie ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts übersteigen, von der Schuldenbremse aus, und es erlaubt ein Sondervermögen von bis zu 500 Milliarden Euro für Infrastruktur (Bundesfinanzministerium). Die Wirtschaftsforschungsinstitute sprechen in der Gemeinschaftsdiagnose vom Frühjahr 2026 von einem „erheblich expansiven Kurs der Finanzpolitik“, der vor allem Verteidigungsindustrie und Tiefbau stützt. Dagegen steht der Iran-Krieg. Die Bundesbank erwartet für 2026 wegen der gestiegenen Energiepreise nur 0,5 Prozent Wachstum und schreibt, nur die expansive Finanzpolitik verhindere im Sommerhalbjahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung (Monatsbericht Juni 2026). Ob der Rekord des zweiten Quartals hält, hängt nach dieser Prognose an der Finanzpolitik.
Ob der Rekord des zweiten Quartals hält, hängt nach dieser Prognose an der Finanzpolitik.
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Im vollständigen DossierGrafik: Bruttoinlandsprodukt je Quartal, preis-, saison- und kalenderbereinigtSie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen acht weitere Abschnitte.
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Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Bruttoinlandsprodukt je Quartal, preis-, saison- und kalenderbereinigt
Der Außenhandel zehrt das Wachstum fast vollständig aufGrafik: Wachstumsbeiträge zum Bruttoinlandsprodukt 2025
Wohnen und Energie sind der größte Posten der HaushalteGrafik: Konsumausgaben der privaten Haushalte nach Verwendungszweck 2025
Das BIP je Einwohner wird am Arbeitsort gezählt, und die Pendler verzerren esGrafik: Bruttoinlandsprodukt pro Kopf nach Kreisen 2022
Beim verfügbaren Einkommen rücken die Kreise enger zusammenGrafik: Verfügbares Einkommen je Einwohner nach Kreisen 2022
Der Tourismus holte nach der Pandemie schneller auf als die WirtschaftGrafik: Touristischer Inlandskonsum, 2021 bis 2023
Die Produktion fiel 2024, als das Bruttoinlandsprodukt stillstandGrafik: Produktionsindex für die Gesamtwirtschaft, 2015 bis 2025
In jeweiligen Preisen sieht dieselbe Wirtschaft ganz anders ausGrafiken: Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen, 1991 bis 2025 · Verfügbares Einkommen je Einwohner, 1991 bis 2024
Die Produktion ist fast doppelt so groß wie das BruttoinlandsproduktGrafik: Inländische Produktion zu Herstellungspreisen, 2021 bis 2023
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Vom vierten Quartal 2022 bis zum zweiten Quartal 2023 schrumpfte die Wirtschaft drei Quartale hintereinander, preis-, saison- und kalenderbereinigt, nach der gängigen Definition eine Rezession. Im Jahresdurchschnitt fiel sie 2023 um 1,0 Prozent und veränderte sich 2024 nicht (Statistisches Bundesamt, Tabellen 81000-0001 und 81000-0002, Stand 02.10.2026).
Warum steht für 2023 und 2024 genau derselbe Wert?
Beide Jahre stehen mit 3,646 Billionen Euro in der Tabelle, gleich bis auf die letzte ausgewiesene Stelle. Vermutlich liegt es an der Rundung: Das Amt leitet die preisbereinigten Euro-Beträge aus einem Kettenindex mit zwei Nachkommastellen ab, und eine sehr kleine Veränderung wäre darin nicht sichtbar; die Tabelle selbst sagt es nicht (Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0001, Stand 09.10.2026).
Wie stark ist die deutsche Wirtschaft seit 1991 gewachsen?
Preisbereinigt um 50,1 Prozent bis 2025. Die meisten Jahre brachten ein Plus, die stärksten Rückgänge fielen in die Jahre 2009 und 2020 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0001, Stand 09.10.2026).
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