Pressemitteilung
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Inobhutnahmen 2025: 18,1 Prozent weniger als im Vorjahr
Jugendämter nahmen deutlich weniger Kinder und Jugendliche vorläufig in Obhut. Der Wert liegt trotzdem höher als in jedem Jahr von 2018 bis 2021.
Frankfurt am Main, 27. Juli 2026
Bei einer Inobhutnahme bringt das Jugendamt ein Kind oder einen Jugendlichen vorübergehend außerhalb der Familie unter, wenn eine Gefahr besteht oder der junge Mensch selbst darum bittet. Dazu zählen auch unbegleitet eingereiste Minderjährige.
Die Jugendämter in Deutschland nahmen 2025 18,1 Prozent weniger Kinder und Jugendliche vorläufig in Obhut als 2024 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22523-0008).
2025 waren es 56.883 Inobhutnahmen, 12.594 weniger als 2024. Im Jahr 2021 hatte die Zahl bei 47.523 gelegen.
Zwei Wellen in zehn Jahren
Zwischen 2014 und 2016 stieg die Zahl von 48.059 auf 84.230, den höchsten Wert der Reihe. Danach fiel sie bis 2020 auf 45.444. Ab 2021 stieg sie erneut, auf 74.590 im Jahr 2023, und geht seither zurück.
Weniger Schutzsuchende, mehr Verfahren zur Gefährdung
Ende 2025 lebten 3.236.395 Schutzsuchende in Deutschland, 68.310 weniger als ein Jahr zuvor. Die Wellen der Inobhutnahmen fallen in dieselben Jahre wie starke Zuwanderung; dass unbegleitete Minderjährige den Unterschied machen, ist eine Deutung, die diese Reihen allein nicht belegen. Zugleich prüften die Jugendämter 2024 in 239.360 Verfahren, ob das Wohl eines Kindes gefährdet ist, 13,1 Prozent mehr als 2023. Wie sich Hilfen zur Erziehung und Ausgaben der Jugendhilfe entwickeln, steht im Dossier Kinderschutz.
Verantwortlich für diese Mitteilung
Christian Gasche, Journalist und Redenschreiber,
SIGMA Communication, Frankfurt am Main
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