Pressemitteilung
·
Frei verwendbar
Beschäftigungsquote: 63 Prozent der gering Qualifizierten arbeiten
Mittlere Abschlüsse holen gegenüber hohen auf, und auch gering Qualifizierte arbeiten häufiger, in Bayern aber weit öfter als in Berlin.
Frankfurt am Main, 29. September 2026
Die Beschäftigungsquote teilt die Erwerbstätigen einer Gruppe durch alle Menschen dieser Gruppe. Das Statistische Bundesamt hat sie für Erwachsene von Mitte zwanzig bis Mitte sechzig nach ihrem Bildungsabschluss ausgewertet, mit Erstergebnissen des Mikrozensus 2025.
Im Jahr 2025 waren 63 Prozent der 25- bis 64-Jährigen mit niedrigem Bildungsabschluss in Deutschland erwerbstätig, meldet das Statistische Bundesamt in der Pressemitteilung Nr. 343 vom 29. September 2026.
Zehn Jahre zuvor lag die Quote der gering Qualifizierten bei 59 Prozent. Gegenüber 2024 fiel sie aber nach der Jahresreihe von Eurostat um 2,6 Prozentpunkte, so stark wie in keinem Jahr seit 2005; für 2025 vermerkt das Amt beim Bildungsstand einen Bruch. Als gering qualifiziert gilt, wer höchstens einen Haupt- oder Realschulabschluss und keine Berufsausbildung hat oder gar keinen Schulabschluss. Bei mittleren Abschlüssen, also Abitur oder abgeschlossener Berufsausbildung, stieg die Quote von 80 auf 83 Prozent. Bei hohen Abschlüssen, vom Studium bis zum Meisterbrief, blieb sie bei 88 Prozent. Der Abstand zwischen mittlerer und hoher Qualifikation schrumpfte damit von acht auf fünf Prozentpunkte; im Durchschnitt der OECD-Staaten ist er doppelt so groß.
In Bayern arbeiten gering Qualifizierte weit häufiger als in Berlin
Am weitesten liegen die Länder bei den niedrigen Abschlüssen auseinander: In Bayern waren 71 Prozent der gering Qualifizierten erwerbstätig, in Berlin 53 Prozent. Bei mittleren Abschlüssen reichte die Spanne von 86 Prozent in Baden-Württemberg und Bayern bis 78 Prozent in Bremen.
Aus den Schulen kommen mehr Jugendliche ohne Abschluss
Im Schuljahr 2024/25 verließen 64.935 Jugendliche die Schule ohne Abschluss, der höchste Wert der Reihe seit 2010/11. Neue Ausbildungsverträge wurden 2025 noch 461.919 geschlossen, nach 512.688 im Jahr 2015. Ob gerade diese Jugendlichen später zu den gering Qualifizierten ohne Arbeit zählen, zeigen die Zahlen nicht. Der Arbeitsmarkt insgesamt hat sich seitdem abgekühlt: Die Erwerbslosenquote stieg von 4,0 Prozent im September 2025 auf 4,3 Prozent im August 2026.
Verantwortlich für diese Mitteilung
Christian Gasche, Journalist und Redenschreiber,
SIGMA Communication, Frankfurt am Main
· So ordnen wir ein