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Kommunales Defizit 1. Halbjahr 2026: 20,1 Milliarden Euro

Die Gemeinden geben so viel mehr aus, als sie einnehmen, wie im Rekordhalbjahr davor. Bei den Investitionen sparen sie, bei den Zinsen nicht.

Frankfurt am Main, 1. Oktober 2026

Gezählt werden die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände ohne die Stadtstaaten, nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Kassenstatistik. Ein Defizit heißt: Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen.

Die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland wiesen im 1. Halbjahr 2026 ein Finanzierungsdefizit von 20,1 Milliarden Euro auf (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 349 vom 1. Oktober 2026).

Das Defizit liegt damit genau auf dem Stand des ersten Halbjahrs 2025, das nach Angaben des Amtes das höchste in einer ersten Jahreshälfte seit 1990 war. Fast alles entfällt auf die Kernhaushalte mit 20,0 Milliarden Euro. Die bereinigten Ausgaben stiegen um 2,7 Prozent auf 204,1 Milliarden Euro, die Einnahmen um 3,0 Prozent auf 184,0 Milliarden Euro.

Die Kommunen kürzen bei Investitionen und zahlen mehr Zinsen

Für Personal gaben die Gemeinden 54,7 Milliarden Euro aus, 5,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Zinsausgaben wuchsen um 13,1 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Die Sachinvestitionen dagegen sanken um 4,5 Prozent auf 21,7 Milliarden Euro. Bei den Steuern stagnierten die Einnahmen: 57,3 Milliarden Euro, 0,9 Prozent mehr, weil die Gewerbesteuer um 2,0 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro zurückging.

Der Staat insgesamt rutscht tiefer ins Minus

In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen im ersten Halbjahr 2026 bei 71,3 Milliarden Euro, mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Beide Zahlen folgen unterschiedlichen Abgrenzungen und lassen sich nicht ineinander umrechnen. Die Wirtschaftsleistung wuchs im zweiten Quartal um 0,3 Prozent; dass die Gewerbesteuer trotzdem sinkt, kann an der Gewinnlage der Unternehmen im Vorjahr liegen, das zeigen diese Reihen aber nicht. Schulden und Defizit des Staates stehen im Dossier Staatsverschuldung 2026.

Verantwortlich für diese Mitteilung , Journalist und Redenschreiber, SIGMA Communication, Frankfurt am Main · So ordnen wir ein

-60 -40 -20 0 20 40 -32,44 3. Quartal 2011: -13,135 Mrd. EUR 4. Quartal 2011: -3,562 Mrd. EUR 1. Quartal 2012: -5,155 Mrd. EUR 2. Quartal 2012: 9,444 Mrd. EUR 3. Quartal 2012: -4,011 Mrd. EUR 4. Quartal 2012: -1,799 Mrd. EUR 1. Quartal 2013: -7,251 Mrd. EUR 2. Quartal 2013: 13,452 Mrd. EUR 3. Quartal 2013: -4,719 Mrd. EUR 4. Quartal 2013: 2,03 Mrd. EUR 1. Quartal 2014: 1,866 Mrd. EUR 2. Quartal 2014: 14,846 Mrd. EUR 3. Quartal 2014: -0,966 Mrd. EUR 4. Quartal 2014: 6,086 Mrd. EUR 1. Quartal 2015: 3,832 Mrd. EUR 2. Quartal 2015: 15,209 Mrd. EUR 3. Quartal 2015: 6,185 Mrd. EUR 4. Quartal 2015: 3,013 Mrd. EUR 1. Quartal 2016: 6,275 Mrd. EUR 2. Quartal 2016: 17,625 Mrd. EUR 3. Quartal 2016: -0,912 Mrd. EUR 4. Quartal 2016: 13,249 Mrd. EUR 1. Quartal 2017: 11,591 Mrd. EUR 2. Quartal 2017: 13,5 Mrd. EUR 3. Quartal 2017: 9,004 Mrd. EUR 4. Quartal 2017: 10,476 Mrd. EUR 1. Quartal 2018: 18,942 Mrd. EUR 2. Quartal 2018: 31,999 Mrd. EUR 3. Quartal 2018: 9,937 Mrd. EUR 4. Quartal 2018: 3,789 Mrd. EUR 1. Quartal 2019: 16,689 Mrd. EUR 2. Quartal 2019: 26,574 Mrd. EUR 3. Quartal 2019: 1,357 Mrd. EUR 4. Quartal 2019: 2,329 Mrd. EUR 1. Quartal 2020: 3,183 Mrd. EUR 2. Quartal 2020: -56,352 Mrd. EUR 3. Quartal 2020: -52,898 Mrd. EUR 4. Quartal 2020: -45,064 Mrd. EUR 1. Quartal 2021: -35,854 Mrd. EUR 2. Quartal 2021: -35,543 Mrd. EUR 3. Quartal 2021: -25,478 Mrd. EUR 4. Quartal 2021: -20,744 Mrd. EUR 1. Quartal 2022: 0,488 Mrd. EUR 2. Quartal 2022: 3,172 Mrd. EUR 3. Quartal 2022: -30,398 Mrd. EUR 4. Quartal 2022: -47,558 Mrd. EUR 1. Quartal 2023: -20,851 Mrd. EUR 2. Quartal 2023: -11,406 Mrd. EUR 3. Quartal 2023: -29,232 Mrd. EUR 4. Quartal 2023: -33,497 Mrd. EUR 1. Quartal 2024: -30,475 Mrd. EUR 2. Quartal 2024: -19,44 Mrd. EUR 3. Quartal 2024: -36,44 Mrd. EUR 4. Quartal 2024: -32,791 Mrd. EUR 1. Quartal 2025: -19,848 Mrd. EUR 2. Quartal 2025: -12,955 Mrd. EUR 3. Quartal 2025: -39,538 Mrd. EUR 4. Quartal 2025: -59,763 Mrd. EUR 1. Quartal 2026: -38,863 Mrd. EUR 2. Quartal 2026: -32,444 Mrd. EUR 3. Quartal 2011 1. Quartal 2014 3. Quartal 2016 1. Quartal 2019 3. Quartal 2021 2. Quartal 2026 Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0032 © statistik-de.de
Wie groß ist das Defizit des deutschen Staates? Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0032.

Material zu dieser Mitteilung

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Häufige Fragen

Was zählt zum kommunalen Defizit?

Die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände, ohne die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

Warum bleibt das Defizit der Kommunen so hoch?

Die Ausgaben für Personal, Sozialleistungen und Zinsen wachsen schneller als die Steuereinnahmen; die Gewerbesteuer ging im ersten Halbjahr 2026 sogar zurück.

Ist das kommunale Defizit dasselbe wie das Staatsdefizit?

Nein. Das Staatsdefizit umfasst Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen und wird nach einer anderen Abgrenzung gerechnet.

Quelle und Zitiervorschlag Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabellen 81000-0032, 81000-0002, Datenstand 01.10.2026 / 12:26:19. Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0. Anlass war die Mitteilung des Bundesamtes vom 1. Oktober 2026: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/10/PD26_349_71137.html Zahlen ohne Tabellenangabe stammen aus dieser Mitteilung des Bundesamtes. Der Text dieser Mitteilung darf gekürzt, umgestellt und umgeschrieben werden. Eine Rückfrage ist nicht nötig. Bleibt die Zahl im Text, gehört die Tabellennummer dazu.