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Staat und Finanzen 27. August 2026 Neue Daten

Staatsschulden 2025: stärkster Anstieg seit den Pandemiejahren

Einordnung

6,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor: So schnell wuchsen die öffentlichen Schulden zuletzt 2021. Seit März 2025 erlaubt das Grundgesetz zusätzliche Kredite für die Verteidigung und für ein Sondervermögen Infrastruktur. Wie viel davon schon in dieser Zahl steckt, zeigt die Reihe nicht. Sie misst Beträge. Ob sich der Staat übernimmt, hängt an Wirtschaftskraft und Zinsen, und beides steht nicht in dieser Tabelle.

Verantwortlich für Text und Einordnung , Journalist und Redenschreiber, SIGMA Communication, Frankfurt am Main · So ordnen wir ein

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung schuldeten dem nicht-öffentlichen Bereich zum 31.12.2025 zusammen 2,66 Billionen Euro, so viel wie nie seit Beginn der Reihe 2010 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71321-0005, Stand 07.10.2026).

✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne Beanstandung Statistisches Bundesamt, Jährliche Schulden des öffentlichen Gesamthaushalts (71321) Datenstand 07.10.2026 / 08:55:39
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Die Zahlen dieses Dossiers stammen aus sieben Tabellen unter Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0.

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2,7 Billionen Euro, Schulden 2025 +6,0 % zu 2024
2.510.816 Vorheriger Höchststand 2024
16 Werte in der Reihe, ab 2010
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Staatsschulden sind die Schulden von vier Kassen, und sie teilen sich die Last sehr ungleich. Die Sozialversicherung, über die Renten und Krankenkassen laufen, stand Ende 2025 mit 13 Millionen Euro in der Statistik, gemessen an der Gesamtsumme eine Rundungsstelle. Gezählt wird, was der Staat Banken, Versicherungen und privaten Anlegern schuldet. Was sich Bund, Länder und Gemeinden gegenseitig leihen, bleibt draußen.

Lange sah die Reihe nach Entschuldung aus. Nach 2,07 Billionen Euro im Jahr 2012 sank die Summe sieben Jahre lang fast ohne Unterbrechung, bis auf 1,90 Billionen Euro 2019; in diese Zeit fallen die Haushalte, die der Bund ohne neue Kredite aufstellte. Dann kam die Pandemie mit dem größten Sprung der Reihe, und seither geht es nur noch aufwärts. Seit 2019 sind die Schulden um 40,2 Prozent gewachsen, die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 22,5 Prozent (Tabelle 61111-0001). Wer die Teuerung herausrechnet, sieht einen deutlich flacheren Anstieg.

Einen Maßstab liefert auch das Steueraufkommen: 989,8 Milliarden Euro Steuern wurden 2025 in Deutschland eingenommen (Tabelle 71211-0001). Die Schulden entsprechen mehr als zweieinhalb Jahren davon.

Die Reihe der Staatsschulden ist frei abrufbar, Jahr für Jahr seit 2010. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie weit die Schulden 2026 Quartal für Quartal gestiegen sind, wie tief der Staat dabei im Minus steht, wie viele Menschen für ihn arbeiten und welcher Teil der Summe auf Bund, Länder und Gemeinden entfällt.

Schulden in Deutschland, 2010 bis 2025 Mill. Euro je Jahr
0 1 Mio. 2 Mio. 3 Mio. 2010: 2.011.677 Mill. Euro 2011: 2.025.438 Mill. Euro 2012: 2.068.289 Mill. Euro 2013: 2.043.344 Mill. Euro 2014: 2.043.918 Mill. Euro 2015: 2.020.704 Mill. Euro 2016: 2.009.310 Mill. Euro 2017: 1.969.104 Mill. Euro 2018: 1.915.767 Mill. Euro 2019: 1.899.061 Mill. Euro 2020: 2.172.850 Mill. Euro 2021: 2.320.961 Mill. Euro 2022: 2.368.049 Mill. Euro 2023: 2.447.112 Mill. Euro 2024: 2.510.816 Mill. Euro 2025: 2.662.245 Mill. Euro2.662.245 2010 2012 2014 2016 2018 2020 2022 2024 2025 Statistisches Bundesamt, Tabelle 71321-0005 © statistik-de.de
Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 71321-0005, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0

Zur Jahresmitte 2026 liegen die Schulden weit über dem Vorjahr

Am 30. Juni 2026 schuldete der öffentliche Gesamthaushalt dem nicht-öffentlichen Bereich 2,75 Billionen Euro, 7,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (Tabelle 71311-0001). Seit dem dritten Quartal 2024 ist die Summe achtmal in Folge gestiegen. Die Quartalsstatistik ist eine eigene Erhebung; ihr Wert zum Jahresende 2025 weicht vom Jahreswert oben um einige hundert Millionen Euro ab, an der Richtung ändert das nichts.

In diese Zeit fällt eine Änderung des Grundgesetzes. Seit dem 25. März 2025 sind Verteidigungsausgaben, soweit sie 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts übersteigen, von der Schuldenbremse ausgenommen, und ein Sondervermögen für Infrastruktur darf Kredite bis zu 500 Milliarden Euro aufnehmen (BMF, Monatsbericht April 2025). Wie viel davon in den Schulden der ersten Jahreshälfte steckt, sagt die Tabelle nicht. Sie zählt Kredite, nicht ihren Zweck.

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Was Sie darin lesen

  1. Die Fortsetzung des Abschnitts, den Sie eben gelesen habenGrafik: Schulden der öffentlichen Haushalte, je Quartal
  2. 16 Quartale in Folge gibt der Staat mehr aus, als er einnimmtGrafik: Finanzierungssaldo des Staates, je Quartal
  3. 5,38 Millionen Menschen arbeiten für den Staat, so viele wie nie seit 2000Grafik: Beschäftigte im öffentlichen Dienst, 2000 bis 2024
  4. Der Bund trägt mehr als zwei Drittel alleinGrafik: Schulden nach Ebene 31.12.2025
  5. Warum die Sozialversicherung kaum Schulden macht

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Häufige Fragen

Sind die Staatsschulden in Deutschland schon einmal gesunken?

Ja. Zwischen 2012 und 2019 sank die Summe um 8,2 Prozent, fast in jedem Jahr ein Stück. Seit 2020 steigt sie wieder Jahr für Jahr (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71321-0005, Stand 07.10.2026).

Wie stark sind die Staatsschulden in der Corona-Pandemie gestiegen?

2020 kamen 273,8 Milliarden Euro hinzu, 14,4 Prozent mehr als Ende 2019 und der größte Sprung seit Beginn der Reihe. 2021 wuchs die Summe um weitere 6,8 Prozent (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71321-0005, Stand 07.10.2026).

Warum beginnt die Statistik der Staatsschulden erst 2010?

Weil die Schuldenstatistik in jenem Jahr auf die heutige Abgrenzung umgestellt wurde; ältere Werte sind damit nicht vergleichbar. Gezählt werden Kredite und Wertpapiere bei Banken, Versicherungen und privaten Anlegern. Seit Ende 2010 ist die Summe um 32,3 Prozent gewachsen (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71321-0005, Stand 07.10.2026).

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