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Öffentliches Defizit 1. Halbjahr 2026: 98,8 Milliarden Euro

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung geben deutlich mehr aus, als sie einnehmen. Den größten Teil der Lücke reißt der Bund, dessen Einnahmen sinken.

Frankfurt am Main, 2. Oktober 2026

Gezählt werden die Kern- und Extrahaushalte des Öffentlichen Gesamthaushalts, also von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung, nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Kassenstatistik. Ein Finanzierungsdefizit heißt: Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen.

Der Öffentliche Gesamthaushalt in Deutschland schloss das 1. Halbjahr 2026 mit einem Finanzierungsdefizit von 98,8 Milliarden Euro ab (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 351 vom 2. Oktober 2026).

Einnahmen von 1.011,8 Milliarden Euro standen Ausgaben von 1.110,6 Milliarden Euro gegenüber. Im ersten Halbjahr 2025 hatte die Lücke 58,5 Milliarden Euro betragen. Allein der Bund kam auf 72,3 Milliarden Euro, nach 30,0 Milliarden ein Jahr zuvor: Seine Ausgaben stiegen um 9,8 Prozent, seine Einnahmen sanken um 5,0 Prozent, so stark wie nach Angaben des Amtes zuletzt im Corona-Halbjahr 2020. Seine Steuereinnahmen sanken um 3,1 Prozent. Die gesenkte Stromsteuer für Industrie und Landwirtschaft, der Tankrabatt im Mai und Juni und ein Einbruch bei der Tabaksteuer kosteten den Bund nach Schätzung des Amtes zusammen 3,3 Milliarden Euro, ein Teil des Rückgangs.

Zinsen wachsen, Investitionen stehen still

Für Zinsen gaben die öffentlichen Haushalte 31,2 Milliarden Euro aus, 21,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Sachinvestitionen blieben mit 43,1 Milliarden Euro auf dem Stand des Vorjahres; Bund und Länder investierten mehr, die Gemeinden 4,5 Prozent weniger.

Die Schulden stehen so hoch wie nie in der Reihe

Ende Juni 2026 lagen die Schulden der öffentlichen Haushalte bei 2.753,5 Milliarden Euro, dem höchsten Stand seit Beginn der Quartalsreihe und dem achten Anstieg in Folge. In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, nach der das Maastricht-Defizit gemessen wird, betrug das Defizit des Staates im ersten Halbjahr 71,3 Milliarden Euro, mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Beide Rechnungen grenzen anders ab und lassen sich nicht ineinander umrechnen. Wie Schulden und Defizit sich über drei Jahrzehnte entwickelt haben, zeigt das Dossier Staatsverschuldung 2026.

Verantwortlich für diese Mitteilung , Journalist und Redenschreiber, SIGMA Communication, Frankfurt am Main · So ordnen wir ein

-60 -40 -20 0 20 40 -32,44 3. Quartal 2011: -13,135 Mrd. EUR 4. Quartal 2011: -3,562 Mrd. EUR 1. Quartal 2012: -5,155 Mrd. EUR 2. Quartal 2012: 9,444 Mrd. EUR 3. Quartal 2012: -4,011 Mrd. EUR 4. Quartal 2012: -1,799 Mrd. EUR 1. Quartal 2013: -7,251 Mrd. EUR 2. Quartal 2013: 13,452 Mrd. EUR 3. Quartal 2013: -4,719 Mrd. EUR 4. Quartal 2013: 2,03 Mrd. EUR 1. Quartal 2014: 1,866 Mrd. EUR 2. Quartal 2014: 14,846 Mrd. EUR 3. Quartal 2014: -0,966 Mrd. EUR 4. Quartal 2014: 6,086 Mrd. EUR 1. Quartal 2015: 3,832 Mrd. EUR 2. Quartal 2015: 15,209 Mrd. EUR 3. Quartal 2015: 6,185 Mrd. EUR 4. Quartal 2015: 3,013 Mrd. EUR 1. Quartal 2016: 6,275 Mrd. EUR 2. Quartal 2016: 17,625 Mrd. EUR 3. Quartal 2016: -0,912 Mrd. EUR 4. Quartal 2016: 13,249 Mrd. EUR 1. Quartal 2017: 11,591 Mrd. EUR 2. Quartal 2017: 13,5 Mrd. EUR 3. Quartal 2017: 9,004 Mrd. EUR 4. Quartal 2017: 10,476 Mrd. EUR 1. Quartal 2018: 18,942 Mrd. EUR 2. Quartal 2018: 31,999 Mrd. EUR 3. Quartal 2018: 9,937 Mrd. EUR 4. Quartal 2018: 3,789 Mrd. EUR 1. Quartal 2019: 16,689 Mrd. EUR 2. Quartal 2019: 26,574 Mrd. EUR 3. Quartal 2019: 1,357 Mrd. EUR 4. Quartal 2019: 2,329 Mrd. EUR 1. Quartal 2020: 3,183 Mrd. EUR 2. Quartal 2020: -56,352 Mrd. EUR 3. Quartal 2020: -52,898 Mrd. EUR 4. Quartal 2020: -45,064 Mrd. EUR 1. Quartal 2021: -35,854 Mrd. EUR 2. Quartal 2021: -35,543 Mrd. EUR 3. Quartal 2021: -25,478 Mrd. EUR 4. Quartal 2021: -20,744 Mrd. EUR 1. Quartal 2022: 0,488 Mrd. EUR 2. Quartal 2022: 3,172 Mrd. EUR 3. Quartal 2022: -30,398 Mrd. EUR 4. Quartal 2022: -47,558 Mrd. EUR 1. Quartal 2023: -20,851 Mrd. EUR 2. Quartal 2023: -11,406 Mrd. EUR 3. Quartal 2023: -29,232 Mrd. EUR 4. Quartal 2023: -33,497 Mrd. EUR 1. Quartal 2024: -30,475 Mrd. EUR 2. Quartal 2024: -19,44 Mrd. EUR 3. Quartal 2024: -36,44 Mrd. EUR 4. Quartal 2024: -32,791 Mrd. EUR 1. Quartal 2025: -19,848 Mrd. EUR 2. Quartal 2025: -12,955 Mrd. EUR 3. Quartal 2025: -39,538 Mrd. EUR 4. Quartal 2025: -59,763 Mrd. EUR 1. Quartal 2026: -38,863 Mrd. EUR 2. Quartal 2026: -32,444 Mrd. EUR 3. Quartal 2011 1. Quartal 2014 3. Quartal 2016 1. Quartal 2019 3. Quartal 2021 2. Quartal 2026 Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0032 © statistik-de.de
Wie groß ist das Defizit des deutschen Staates? Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0032.

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Häufige Fragen

Ist das dasselbe wie das Maastricht-Defizit?

Nein. Die Kassenstatistik zählt Einnahmen und Ausgaben, wenn das Geld fließt; das Maastricht-Defizit folgt der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Beide lassen sich nicht ineinander umrechnen.

Warum sanken die Steuereinnahmen des Bundes?

Das Amt nennt zwei Entlastungen: die gesenkte Stromsteuer für Industrie und Landwirtschaft seit Januar 2026 und den Tankrabatt im Mai und Juni. Dazu kam ein Einbruch bei der Tabaksteuer nach deren Anhebung.

Welche Ebene hat das größte Defizit?

Der Bund, mit großem Abstand. Die Sozialversicherung schloss fast ausgeglichen ab, gestützt durch Darlehen des Bundes.

Quelle und Zitiervorschlag Quelle: Statistisches Bundesamt, Tabellen 81000-0032, 71311-0001, 81000-0002, Datenstand 01.10.2026 / 12:26:19. Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0. Anlass war die Mitteilung des Bundesamtes vom 2. Oktober 2026: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/10/PD26_351_711.html Zahlen ohne Tabellenangabe stammen aus dieser Mitteilung des Bundesamtes. Der Text dieser Mitteilung darf gekürzt, umgestellt und umgeschrieben werden. Eine Rückfrage ist nicht nötig. Bleibt die Zahl im Text, gehört die Tabellennummer dazu.