Eheschließungen in Deutschland: So wenige Hochzeiten wie nie seit 1950
Einordnung
Um 0,1 Prozent ist die Zahl der Eheschließungen gesunken, kaum mehr als ein Rundungsfehler, und doch reicht es für einen neuen Tiefstand. Die Zahl zählt die Hochzeiten eines Jahres, keine bestehenden Ehen, und sie sagt nichts darüber, wie viele Menschen gerade im Heiratsalter sind. Politisch berührt sie trotzdem eine alte Frage: Steuerrecht und Hinterbliebenenrente sind auf die Ehe zugeschnitten, während daneben andere Lebensformen wachsen.
In Deutschland wurden 2025 insgesamt 348.813 Ehen geschlossen, so wenige wie in keinem Jahr seit Beginn der Reihe 1950 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12611-0001, Stand 13.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne Beanstandung, 1 HinweisStatistisches Bundesamt, Statistik der Eheschließungen (12611)·Datenstand 13.10.2026 / 08:47:07
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348.813Eheschließungen, Eheschließungen 2025▼ −0,1 % zu 2024
750.452Höchststand 1950▼ −53,5 % bis heute
5,8Eheschließungen je 1.000 Einwohner, je Monat, Juli 2026▲ +5,5 % zum Vorjahresmonat
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Auf vier von zehn Klingelschildern in Deutschland steht nur ein Name. 42,1 Prozent aller Haushalte bestanden 2025 aus einer einzigen Person, der Einpersonenhaushalt ist damit die häufigste Haushaltsform. Wer über die Ehe spricht, spricht also über eine Lebensform unter mehreren, und die Zahl der Hochzeiten allein beschreibt nicht, wie die Menschen tatsächlich zusammenleben.
Die Reihe der Eheschließungen beginnt mit ihrem Höchststand und fällt danach in Wellen. Bis 1990 ging die Zahl um knapp ein Drittel zurück, im ersten Jahr nach der Einheit um weitere 12,0 Prozent. 2018 stieg sie sprunghaft; seit diesem Jahr zählt das Amt auch Ehen zwischen Menschen gleichen Geschlechts mit. Nach den Pandemiejahren brachte 2022 mit 390.743 Hochzeiten noch einmal einen Anstieg, seither ist die Zahl dreimal in Folge gesunken.
Die Reihe der Eheschließungen ist frei abrufbar, Jahr für Jahr seit 1950. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wo und in welchen Monaten geheiratet wird, wie sich die Scheidungen seit 1950 entwickelt haben, wie groß die Haushalte sind, wie viele Menschen allein leben oder ihre Kinder allein erziehen, wie viele Haushalte es 2040 geben dürfte und wer in gar keinem Haushalt wohnt.
Eheschließungen in Deutschland, 1950 bis 2025Eheschließungen je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 12611-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Nordrhein-Westfalen heiratet am häufigsten, und das sagt wenig
76.900 Eheschließungen entfielen 2025 auf Nordrhein-Westfalen, 22,0 Prozent aller Hochzeiten in Deutschland (Tabelle 12611-0010). Bayern folgt mit 58.640, Baden-Württemberg mit 47.017; zusammen kommen die drei auf mehr als die Hälfte. Am Ende stehen das Saarland mit 3.995 und Bremen mit 2.146.
Im Großen folgt die Rangfolge der Einwohnerzahl, an zwei Stellen aber nicht. Schleswig-Holstein liegt mit 15.090 Eheschließungen vor Sachsen und Berlin, die beide deutlich mehr Einwohner haben, und Mecklenburg-Vorpommern mit 8.168 vor Sachsen-Anhalt und Thüringen. Beides spricht dafür, dass Paare zum Heiraten an die Küste fahren und dort gezählt werden; die Tabelle selbst sagt das nicht.
Ende des freien Teils
Im vollständigen DossierGrafik: Eheschließungen nach Bundesländern 2025Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen zehn weitere Abschnitte.
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Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Eheschließungen nach Bundesländern 2025
Die Heiratsrate hat eine Form, die niemand überraschtGrafiken: Eheschließungen je 1.000 Einwohner, je Monat · Eheschließungen, je Monat
Ein Jahr, in dem die Scheidungen auf weniger als die Hälfte fielenGrafik: Ehescheidungen, 1950 bis 2025
Drei von vier Haushalten haben höchstens zwei BewohnerGrafik: Haushalte nach Personenzahl 2025
Die Zahl der Alleinlebenden wächst, aber nicht in jedem JahrGrafik: Alleinlebende, 2020 bis 2025
Alleinstehende sind die größte Gruppe, größer als die FamilienGrafik: Menschen nach Lebensform 2025
Alleinerziehende werden Jahr für Jahr mehrGrafik: Alleinerziehende, 2020 bis 2025
Eine Rechtsform, die still ausläuftGrafik: Aufhebungen von Lebenspartnerschaften, 2014 bis 2025
Die Zahl der Haushalte bleibt bis 2040 fast gleichGrafik: Vorausberechnete Privathaushalte, 2019 bis 2040
Wer in keinem Haushalt lebt, lebt meist im HeimGrafiken: Menschen in Gemeinschaftsunterkünften, 2017 bis 2025 · Gemeinschaftsunterkünfte nach Art 2025
Zwei Ringe, und daneben Millionen Türen mit einem einzigen Namen
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Ja. 2019, im letzten Jahr vor der Pandemie, wurden 416.324 Ehen geschlossen. Bis 2025 ist die Zahl um 16,2 Prozent gesunken (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12611-0001, Stand 13.10.2026).
Hat die Ehe für alle mehr Hochzeiten gebracht?
2018, im ersten vollen Jahr, in dem auch Paare gleichen Geschlechts heiraten konnten, stieg die Zahl der Eheschließungen um 10,3 Prozent. Wie viel davon auf gleichgeschlechtliche Paare entfällt, weist die Tabelle nicht aus (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12611-0001, Stand 13.10.2026).
Lebt in Deutschland jeder Zweite allein?
Nein. 42,1 Prozent der Haushalte sind Einpersonenhaushalte. Weil in den übrigen Haushalten mehrere Menschen wohnen, lebt aber höchstens gut jeder fünfte Mensch allein (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12211-0300, Stand 13.10.2026).
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