Sozialhilfe 2025: Ausgaben so hoch wie nie seit der Neuordnung 2020
Einordnung
10,2 Prozent mehr als im Vorjahr, der dritte zweistellige Anstieg in Folge und der schwächste der drei. Zeitlich fällt das mit den kräftigen Erhöhungen der Regelsätze 2023 und 2024 zusammen; wie viel des Zuwachses auf sie entfällt, zeigt die Tabelle nicht. Der Höchststand auf der Kachel taugt nicht als Maßstab: Er stammt aus einer Statistik, die damals noch die Grundsicherung im Alter und die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung enthielt.
Die Nettoausgaben der Sozialhilfe in Deutschland lagen 2025 bei 9,7 Milliarden Euro, dem höchsten Wert seit der Herauslösung der Eingliederungshilfe 2020 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22111-0001, Stand 16.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne BeanstandungStatistisches Bundesamt, Sozialhilfestatistik (22111)·Datenstand 16.10.2026 / 08:50:46
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9,7 MilliardenEuro, Nettoausgaben der Sozialhilfe 2025▲ +10,2 % zu 2024
29.011.293Höchststand 2016▼ −66,5 % bis heute
32Werte in der Reihe, ab 1994
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Die Sozialhilfe von heute ist eine andere als die von 2019. Zum 1. Januar 2020 wurde die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung aus ihr herausgelöst und ins Neunte Buch des Sozialgesetzbuchs überführt, und mit ihr ging der größte Teil der Ausgaben. Wie groß dieser Teil ist, zeigt die Leistung selbst: 31,5 Milliarden Euro gaben die öffentlichen Haushalte 2025 netto für Eingliederungshilfe aus, mehr als dreimal so viel wie für die Sozialhilfe, aus der sie stammt (Tabelle 22162-0002).
Die lange Reihe hat drei solche Brüche, zwei aus Gesetzen und einen aus der Statistik selbst. 2005 fiel die Summe um knapp ein Viertel, als erwerbsfähige Empfänger in die Grundsicherung für Arbeitsuchende wechselten. 2017 fiel sie um knapp ein Fünftel, weil das Amt die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung herausrechnete, 2020 um fast drei Viertel. Dazwischen stieg sie fast in jedem Jahr. Seit der Neuordnung stieg sie 2021 leicht, fiel 2022 auf ihren tiefsten Stand, dann folgten drei kräftige Anstiege.
Die Reihe der Sozialhilfeausgaben ist frei abrufbar, Jahr für Jahr seit 1994. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie sich die Ausgaben auf die Länder verteilen, wie viel die Träger zurückbekommen, wie viele Menschen Hilfe zum Lebensunterhalt, Eingliederungshilfe oder Asylbewerberleistungen beziehen und wie sich die Armutsgefährdung daneben entwickelt.
Nettoausgaben der Sozialhilfe in Deutschland, 1994 bis 2025Tsd. Euro je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 22111-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Knapp ein Viertel der Ausgaben fällt in Nordrhein-Westfalen an
2,28 Milliarden Euro Nettoausgaben entfielen 2025 auf Nordrhein-Westfalen, 23,5 Prozent der bundesweiten Summe (Tabelle 22111-0020). Bayern folgt mit 1,35 Milliarden, Baden-Württemberg mit 1,00 Milliarden Euro; zusammen kommen die drei einwohnerstärksten Länder auf 47,7 Prozent. Am unteren Ende stehen das Saarland mit 132 Millionen und Bremen mit 127 Millionen Euro.
Die Rangfolge folgt zuerst der Größe der Länder, und die Stadtstaaten weichen davon ab. Berlin gibt mit 762 Millionen Euro mehr aus als Rheinland-Pfalz und Sachsen zusammen, Hamburg mit 441 Millionen mehr als jedes dieser beiden Flächenländer. Je Einwohner rechnet diese Tabelle nicht.
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Im vollständigen DossierGrafik: Nettoausgaben der Sozialhilfe nach Bundesländern 2025Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen acht weitere Abschnitte.
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Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Nettoausgaben der Sozialhilfe nach Bundesländern 2025
Von jedem Euro kommt so wenig zurück wie nieGrafiken: Bruttoausgaben der Sozialhilfe, 1994 bis 2025 · Einnahmen der Sozialhilfeträger, 1994 bis 2025
Die Ausgaben wachsen schneller als jede EmpfängerzahlGrafik: Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt, 1995 bis 2025
Umgelegt auf alle Einwohner wird die Sozialhilfe wieder teurerGrafik: Nettoausgaben je Einwohner, 1994 bis 2025
Was genau teurer geworden ist, zeigt diese Statistik nicht
Ein Absturz, der keiner istGrafik: Empfänger von Leistungen nach dem 5. bis 9. Kapitel SGB XII, 2005 bis 2025
Die herausgelöste Hilfe wächst weiterGrafik: Empfänger von Eingliederungshilfe, 2020 bis 2025
Asylbewerberleistungen: seit dem Höchststand 2022 jedes Jahr wenigerGrafik: Empfänger von Asylbewerberleistungen, 2020 bis 2025
Gut jeder Fünfte gilt als armuts- oder ausgrenzungsgefährdetGrafik: Armuts- oder Ausgrenzungsgefährdungsquote, 2020 bis 2025
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Warum sind die Sozialhilfeausgaben seit 2020 so viel niedriger?
Weil zum 1. Januar 2020 die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung aus der Sozialhilfe herausgelöst wurde. 2019 lagen die Nettoausgaben noch bei 26,0 Milliarden Euro, 2020 bei 6,8 Milliarden. Die Jahre davor und danach lassen sich nicht direkt vergleichen (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22111-0001, Stand 16.10.2026).
Wann waren die Sozialhilfeausgaben seit der Neuordnung am niedrigsten?
2022, mit 6,1 Milliarden Euro netto. Seither sind sie in jedem Jahr gestiegen (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22111-0001, Stand 16.10.2026).
Was hat die Hartz-Reform 2005 an der Sozialhilfe geändert?
Erwerbsfähige Menschen ohne ausreichendes Einkommen erhalten seit 2005 Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende und nicht mehr Sozialhilfe. Die Nettoausgaben der Sozialhilfe sanken dadurch von 23,0 Milliarden Euro im Jahr 2004 auf 17,6 Milliarden im Jahr 2005 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22111-0001, Stand 16.10.2026).
Wie viel kostet die Eingliederungshilfe?
2025 gaben die öffentlichen Haushalte netto 31,5 Milliarden Euro für Eingliederungshilfe aus, mehr als dreimal so viel wie für die Sozialhilfe. Seit 2020 wird sie im Neunten Buch des Sozialgesetzbuchs geführt (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22162-0002, Stand 16.10.2026).
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