Sparquote 2025: weniger gespart, obwohl die Einkommen stiegen
Einordnung
Nach dem Ausnahmejahr 2020 ist die Sparquote dort angekommen, wo sie vor der Pandemie lag. 2025 legten die Haushalte weniger zurück als im Jahr davor, obwohl ihr Einkommen wuchs, und gaben entsprechend mehr aus. Ob darin Zuversicht steckt oder Druck, sagt die Quote allein nicht.
Den ersten Entwurf schreibt ein Sprachmodell; Code prüft jede Zahl gegen die amtlichen Daten. KI-Transparenz
Die Sparquote der privaten Haushalte in Deutschland lag 2025 bei 10,1 Prozent ihres verfügbaren Einkommens einschließlich der Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche (Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0009, Stand 28.10.2026).
✓ Geprüft am 28.10.2026, ohne BeanstandungStatistisches Bundesamt, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen des Bundes (81000)·Datenstand 28.10.2026 / 10:12:02
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Freier Teil
Ende Oktober ist Weltspartag, und in manchen Sparkassen werden an diesem Tag noch Münzen aus Kinderspardosen gezählt. Die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zählen größer. Sie teilen das Sparen aller privaten Haushalte durch ihr verfügbares Einkommen, zuzüglich der Zunahme ihrer betrieblichen Versorgungsansprüche, und nennen das Ergebnis die Sparquote, jedes Jahr und jedes Quartal (Statistisches Bundesamt, Tabellen 81000-0009 und 81000-0010).
2025 legten die Haushalte weniger Geld zurück als ein Jahr zuvor, obwohl ihr verfügbares Einkommen um 2,8 Prozent wuchs. Mehr Einkommen und weniger Erspartes heißt: Sie gaben einen größeren Teil davon aus.
Sparquote in Deutschland, 1991 bis 2025Prozent je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 81000-0009, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Nach dem Ausschlag von 2020 spart Deutschland wie vor der Pandemie
1991 legten die Haushalte 13,5 Prozent ihres Einkommens zurück. Bis 2000 sank die Quote auf 9,6 Prozent, stieg bis 2008 wieder auf 10,9 und erreichte 2013 mit 9,4 Prozent ihren tiefsten Wert. Dann kam 2020, und die Reihe machte einen Sprung, wie sie ihn sonst nicht kennt: 15,8 Prozent im Jahr 2020. Schon 2022 lag die Quote wieder in dem schmalen Band, in dem sie sich ein Jahrzehnt lang bewegt hatte.
Je Quartal gerechnet war der Ausschlag noch schärfer. Im 2. Quartal 2020 sparten die Haushalte saisonbereinigt 19,9 Prozent ihres Einkommens, fast doppelt so viel wie in jedem Quartal 2019, als die Quote nie über 10,7 Prozent lag. Seit dem 1. Quartal 2025 bewegt sie sich zwischen 10,0 und 10,3 Prozent, auch in der ersten Hälfte 2026.
Einzig 2024 fiel mit 11,0 Prozent etwas heraus. 2022 und 2023, als die Verbraucherpreise um 6,9 und 5,9 Prozent stiegen (Tabelle 61111-0001), blieb die Quote in beiden Jahren etwas unter den 10,3 Prozent von 2019; ein Einbruch war das nicht. Warum sie 2024 stieg, zeigen die Reihen nicht. Sie zeigen nur, dass der Anstieg in das Jahr fällt, in dem die Teuerung auf 2,2 Prozent zurückging.
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Was Sie darin lesen
Grafik zum ersten AbschnittGrafik: Sparquote je Quartal, saisonbereinigt
2025 sparen die Haushalte weniger Euro als im Jahr davorGrafik: Sparen der privaten Haushalte, 1991 bis 2025
Real bleibt vom Einkommenszuwachs 2025 ein kleines PlusGrafik: Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte, 1991 bis 2025
Nettolöhne entsprechen mehr als der Hälfte des verfügbaren EinkommensGrafik: Nettolöhne und -gehälter, 1991 bis 2025
Sozialleistungen erreichen fast ein Drittel des verfügbaren EinkommensGrafik: Monetäre Sozialleistungen, 1991 bis 2025
Selbständigen- und Vermögenseinkommen wachsen 2025 kaumGrafik: Selbständigen- und Vermögenseinkommen, 1991 bis 2025
Deutschland spart brutto mehr als die meisten EU-StaatenGrafik: Bruttosparquote der Haushalte in der EU 2024
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Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes ziehen wir zwölf Monate ab Kauf nach; danach bleibt das Dossier in Ihrem Konto, ein weiteres Jahr kostet die Hälfte.
Warum nennt Eurostat für Deutschland eine viel höhere Sparquote?
Eurostat weist die Bruttosparquote aus, das Sparen vor Abzug der Abschreibungen. Das Statistische Bundesamt rechnet netto. Beide Zahlen stimmen, sie messen Verschiedenes, und nur innerhalb derselben Rechnung lassen sich Länder oder Jahre vergleichen.
Wann haben die Deutschen am meisten gespart?
Im Frühjahr 2020. Im 2. Quartal 2020 legten die Haushalte saisonbereinigt 19,9 Prozent ihres Einkommens zurück, so viel wie in keinem anderen Quartal seit 1991.
Was zählt als Sparen?
Was vom verfügbaren Einkommen, zuzüglich der Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche, nicht für den Konsum ausgegeben wird: ob es auf dem Konto bleibt, in Wertpapiere fließt oder einen Kredit tilgt. Wie die Haushalte ihr Geld anlegen, zeigt die Sparquote nicht.