Umweltwirtschaft 2024: nach vier Rekordjahren sinkt der Umsatz
Einordnung
Zum ersten Mal seit 2018 ist der Umsatz mit Umweltschutz gesunken, knapp, aber nach drei Jahren mit zweistelligen Zuwächsen. Ein Teil dieser Zuwächse war Preis: Gemessen wird in laufenden Euro, und 2022 und 2023 waren Inflationsjahre. Ein großer Teil der Nachfrage entsteht, weil Gesetze Umweltschutz verlangen oder Förderprogramme ihn bezahlen. Wie es mit dieser Branche weitergeht, hängt deshalb an politischen Entscheidungen so sehr wie an der Konjunktur.
Betriebe in Deutschland setzten 2024 mit Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz 117,5 Milliarden Euro um (Statistisches Bundesamt, Tabelle 32531-0001, Stand 02.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne Beanstandung, 1 HinweisStatistisches Bundesamt, Erhebung der Güter und Leistungen für den Umweltschutz (32531)·Datenstand 02.10.2026 / 15:08:05
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117,5 MilliardenEuro, Umweltschutzbezogener Umsatz 2024▼ −1,9 % zu 2023
119.710Höchststand 2023▼ −1,9 % bis heute
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Ein Dachdecker dämmt eine Fassade, ein Ingenieurbüro plant die Erweiterung einer Kläranlage. Umsätze dieser Art zählt die amtliche Statistik als umweltschutzbezogen, gleich ob der Auftrag aus einer Vorschrift kommt oder aus eigenem Antrieb. 404.927 Beschäftigte arbeiteten 2024 in den erfassten Betrieben an solchen Gütern und Leistungen.
Die Reihe beginnt 2006 mit 22,4 Milliarden Euro und macht in den ersten Jahren zwei große Sprünge: 2008 um 60,7 Prozent, 2010 noch einmal um mehr als ein Drittel. Ob dahinter reines Wachstum steckt oder auch eine breitere Erfassung, geht aus der Tabelle nicht hervor. Von 2011 bis 2019 bewegte sich der Umsatz dann in einem schmalen Band, ehe er von 2020 an vier Jahre in Folge Rekorde erreichte. 2024 blieb er knapp unter dem letzten davon.
Die Reihe zum Umsatz mit Umweltschutz ist frei abrufbar, Jahr für Jahr seit 2006. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie sich die Beschäftigung entwickelt hat, was Betriebe in den Umweltschutz investieren, wie viele Rohstoffe die Wirtschaft dem eigenen Boden entnimmt und wie viel Holz die Ökosysteme nachliefern.
Umweltschutzbezogener Umsatz in Deutschland, 2006 bis 2024Mill. Euro je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 32531-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Die Beschäftigung ist mitgewachsen, aber langsamer als der Umsatz
92.395 Beschäftigte zählte die Erhebung 2006. Bis 2024 hat sich ihre Zahl mehr als vervierfacht, der Umsatz im selben Zeitraum mehr als verfünffacht (Tabelle 32531-0001). Den höchsten Stand erreichte die Beschäftigung 2023 mit 405.313, im Jahr darauf blieb sie fast unverändert.
Teilt man den Umsatz durch die Beschäftigten, kam 2019 auf jeden von ihnen ein Umsatz von 241.325 Euro, fast genau so viel wie 2006. Bis 2023 stieg der Wert auf 295.352 Euro. Der Sprung fällt in die Jahre steigender Preise, und weil die Reihe in laufenden Euro misst, ist er zu einem Teil Inflation und keine Mehrleistung. Gezählt wird, wer in Betrieben Güter und Leistungen für den Umweltschutz erzeugt; Mitarbeiter von Umweltbehörden gehören nicht dazu.
Ende des freien Teils
Im vollständigen DossierGrafik: Beschäftigte für den Umweltschutz, 2006 bis 2024Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen vier weitere Abschnitte.
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Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Beschäftigte für den Umweltschutz, 2006 bis 2024
Die Investitionen in den Umweltschutz haben sich seit 2021 fast verdoppeltGrafik: Investitionen für den Umweltschutz, 2021 bis 2024
Die Wirtschaft entnimmt dem eigenen Boden gut ein Drittel weniger Rohstoffe als 1994Grafik: Verwertete inländische Rohstoffentnahme, 1994 bis 2024
Die Ökosysteme liefern weniger Holz nach als 2015Grafik: Holzzuwachs in Ökosystemen, 2015 bis 2023
Sechs von zehn Kubikmetern Blumenerde enthalten noch Torf, ein Jahr vor dem ZielGrafik: Inlandsabsatz von Blumenerden und Kultursubstraten 2025
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Wie viele Menschen arbeiten in Deutschland für den Umweltschutz?
404.927 Beschäftigte erzeugten 2024 in Betrieben Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz. Mitarbeiter von Umweltbehörden sind darin nicht enthalten (Statistisches Bundesamt, Tabelle 32531-0001, Stand 02.10.2026).
Wie stark ist die Umweltwirtschaft seit 2006 gewachsen?
Der Umsatz mit Umweltschutz ist von 2006 bis 2024 auf das 5,2-Fache gestiegen, gemessen in laufenden Euro. Ein Teil davon geht auf Preissteigerungen zurück (Statistisches Bundesamt, Tabelle 32531-0001, Stand 02.10.2026).
Was zählt als Umsatz mit Umweltschutz?
Umsätze mit Waren, Bau- und Dienstleistungen, die der Umwelt dienen, etwa Filter- und Kläranlagen, Wärmedämmung oder Anlagen für den Klimaschutz. Zwischen 2020 und 2023 wuchs dieser Umsatz um 51,7 Prozent (Statistisches Bundesamt, Tabelle 32531-0001, Stand 02.10.2026).
Alle fünf Dossiers und die Reihen des Bereichs stehen unter Umwelt und Energie.
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