Wohngeld 2025: mehr Haushalte als je seit 2005, im dritten Jahr der Reform
Einordnung
Der vierte Anstieg in Folge, und er fällt in ein Jahr ohne Reform, aber mit Fortschreibung: Zum 1. Januar 2025 wurde das Wohngeld, wie es das Gesetz alle zwei Jahre vorsieht, an Mieten und Preise angepasst. Diese Reihe misst zuerst die Reichweite eines Gesetzes und erst danach die Not. Nach den Reformen von 2016 und 2020 sank die Zahl im Folgejahr wieder. Eine naheliegende Erklärung sind steigende Einkommen, die Haushalte über feste Grenzen heben; zeigen kann die Reihe das nicht. Ob die Fortschreibung diese Wellen glättet, zeigen erst die nächsten Jahre.
Ende 2025 bezogen in Deutschland 1.332.365 Haushalte Wohngeld, so viele wie in keinem Jahr seit Beginn der Reihe 2005 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22311-0001, Stand 02.10.2026).
Die Zahlen dieses Dossiers stammen aus vier
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fließtext: verdacht: „Höchststand … 1.061.487" — dieser Wert steht in einer Reihe des Dossiers, ihr Höchstwert ist aber 1.332.365 (2025)
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1.332.365Haushalte, Haushalte mit Wohngeld 2025▲ +7,2 % zu 2024
1.242.315Vorheriger Höchststand 2024
21Werte in der Reihe, ab 2005
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297 Euro im Monat bekam ein reiner Wohngeldhaushalt, in dem alle Mitglieder Wohngeld beziehen, Ende 2025 im Schnitt als Zuschuss zur Miete oder zu den Kosten des eigenen Heims. Wohngeld ist keine Grundsicherung. Es geht an Haushalte, die ihren Lebensunterhalt aus Arbeit oder Rente bestreiten, deren Einkommen für die Wohnkosten aber nicht reicht. Wer Grundsicherungsgeld (bis Juni 2026 Bürgergeld) oder Grundsicherung im Alter bezieht, bekommt die Kosten der Unterkunft dort und zählt hier nicht mit.
Die Reihe verläuft in Wellen, und jede beginnt mit einem Gesetz. In den Reformjahren sprang die Zahl der Haushalte, 2009 um 57,6 Prozent, 2016 um 37,3 Prozent, 2020 um 22,6 Prozent und 2023 um 80,0 Prozent. Zwischen den Reformen sank sie meist wieder, von 2010 bis 2015 um mehr als die Hälfte. Seit 2023 wächst sie dagegen jedes Jahr, und 2025, im Jahr der zweiten gesetzlichen Fortschreibung, stärker als 2024. Ob darin auch Anträge stecken, die 2023 noch nicht beschieden waren, zeigt die Statistik nicht.
Die Reihe der Haushalte mit Wohngeld ist frei abrufbar, Jahr für Jahr seit 2005. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: welcher Anteil aller Privathaushalte Wohngeld bezieht, bundesweit und in jedem Land, wie groß die Haushalte sind, wie sich der Betrag entwickelt hat und in welchen Kreisen am meisten und am wenigsten ankommt.
Haushalte mit Wohngeld in Deutschland, 2005 bis 2025Haushalte je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 22311-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Der Anteil der Wohngeldhaushalte liegt so hoch wie nie in dieser Reihe
Eine Haushaltszahl wächst auch dann, wenn nur die Zahl der Haushalte in Deutschland wächst. Der Anteil tut das nicht. Ende 2025 bezogen 3,2 Prozent aller Privathaushalte Wohngeld, Ende 2022, im Jahr vor der Reform, waren es 1,6 Prozent (Tabelle 22311-0001).
Vor 2023 lag der höchste Anteil bei 2,6 Prozent im Jahr 2010, nach der Novelle von 2009. Schon im Reformjahr 2023 wurde dieser Wert mit 2,8 Prozent übertroffen. Am niedrigsten stand der Anteil 2015 mit 1,1 Prozent, im letzten Jahr vor der Reform von 2016. Die Zahl der Haushalte ist seither auf fast das Dreifache gestiegen.
Ende des freien Teils
Im vollständigen DossierGrafik: Anteil der Privathaushalte mit Wohngeld, 2005 bis 2025Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen fünf weitere Abschnitte.
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Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Anteil der Privathaushalte mit Wohngeld, 2005 bis 2025
Mecklenburg-Vorpommern hat den höchsten Anteil, Bayern den niedrigstenGrafik: Haushalte mit Wohngeld nach Bundesländern 31. Dezember 2025
Mehr als die Hälfte sind Ein-Personen-Haushalte, und große Haushalte stehen vor mittlerenGrafik: Wohngeldhaushalte nach Haushaltsgröße 31. Dezember 2025
Der Zuschuss stieg mit der Reform um mehr als die HälfteGrafik: Durchschnittliches monatliches Wohngeld, 2005 bis 2025
In Offenbach ist das Wohngeld mehr als doppelt so hoch wie im Landkreis GreizGrafik: Durchschnittliches Wohngeld nach Kreisen 2024
Mehr Berechtigte und höhere Beträge lassen sich nicht sauber trennen
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Warum bekommen seit 2023 so viel mehr Haushalte Wohngeld?
Der Sprung fällt mit der Wohngeldreform zum Januar 2023 zusammen, die den Kreis der Berechtigten erweitert und die Beträge erhöht hat. Ende 2022 bezogen 651.825 Haushalte Wohngeld, bis Ende 2025 hat sich die Zahl mehr als verdoppelt (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22311-0001, Stand 02.10.2026).
Gab es früher schon einmal so viele Wohngeldhaushalte?
Nicht seit Beginn der Reihe 2005. Vor der Reform von 2023 lag der höchste Wert Ende 2010 bei 1.061.487 Haushalten, nach der Novelle von 2009. Danach sank die Zahl fünf Jahre in Folge (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22311-0001, Stand 02.10.2026).
Wann bekamen die wenigsten Haushalte Wohngeld?
Ende 2015, mit 460.080 Haushalten, dem niedrigsten Wert seit Beginn der Reihe 2005. Im Jahr darauf trat eine Reform in Kraft, und die Zahl stieg wieder (Statistisches Bundesamt, Tabelle 22311-0001, Stand 02.10.2026).
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