Pressemitteilung
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Verbraucherpreise Juli 2026: 125,6 Punkte, Mieten bleiben zurück
Zwischen 2020 und 2025 sind die Verbraucherpreise stärker gestiegen als die Nettokaltmieten. Am Ende trennen beide Reihen 11,9 Punkte.
Frankfurt am Main, 12. August 2026
Der Index misst, wie sich die Preise eines festen Warenkorbs verändern, bezogen auf das Jahr 2020. Er sagt nichts darüber, was ein Einkauf in Euro kostet, sondern nur, um wie viel er teurer geworden ist.
Der Verbraucherpreisindex in Deutschland lag im Juli 2026 bei 125,6 Punkten (Basis 2020 = 100) und damit 0,8 Prozent über dem Vormonat (Statistisches Bundesamt, Tabelle 61111-0002).
Die Inflationsrate ist dieselbe Statistik in anderer Form: Sie misst nicht das Niveau, sondern den Zuwachs eines Jahres. Sie lag 2025 bei 2,2 Prozent, ihren höchsten Wert brachte 2022 mit 6,9 Prozent, ihren niedrigsten 2009 mit 0,3 Prozent. Der Index sammelt ein, was die Rate hinzufügt. Auch ein Jahr mit kleiner Rate senkt das Niveau nicht, es hebt es nur langsamer.
Die Miete zieht nicht mit
Die Nettokaltmiete führt dieselbe Statistik als eigenen Index, bezogen auf dasselbe Basisjahr. 2025 stand sie bei 110 Punkten. Zwischen beiden Reihen liegen damit 11,9 Punkte, und weil sie denselben Bezugspunkt haben, ist dieser Abstand unmittelbar lesbar: Seit 2020 sind die Mieten langsamer gestiegen als die Lebenshaltung insgesamt.
Langsamer ist nicht billiger
Der Mietindex ist zehn Jahre in Folge gestiegen, zuletzt um 2,1 Prozent. Wohnen ist also nicht billiger geworden, es ist nur weniger schnell teurer geworden als der Rest des Warenkorbs. Wer aus dem Abstand auf sinkende Mieten schließt, verwechselt die Steigung mit dem Niveau.
Teuerung in einer Industrie ohne Schwung
Im Juli 2026 lag die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat, der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe um 13,2 Prozent darüber, und die Arbeitslosenquote stieg auf 6,4 Prozent. Steigende Preise bei schwacher Produktion und mehr Arbeitslosen sind für die Haushalte eine ungünstige Mischung. Ob die volleren Auftragsbücher die Produktion nachziehen, zeigen erst die kommenden Monate.
Verantwortlich für diese Mitteilung
Christian Gasche, Journalist und Redenschreiber,
SIGMA Communication, Frankfurt am Main
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