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Ratgeber 11.9.2026 Frei

Geburtenrate, Geburtenziffer, Geburtenzahl: drei Begriffe, drei Zahlen

1994 und 2016 kamen fast gleich viele Kinder zur Welt, die Geburtenziffer lag 29 Prozent auseinander. Drei Größen heißen im Alltag gleich und messen Verschiedenes.

In Deutschland wurden 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 654.241 Kinder lebend geboren (Tabelle 12612-0001); die zusammengefasste Geburtenziffer lag im selben Jahr bei 1,316 Kindern je Frau (Tabelle 12612-0009). Die Geburtenzahl ist eine reine Zählung, die Geburtenziffer dagegen ein Modellwert, der aus 35 altersspezifischen Ziffern für Frauen zwischen 15 und 49 Jahren addiert wird. Um die Bevölkerungsgröße ohne Zuwanderung zu halten, wären rund 2,1 Kinder je Frau nötig.

1994 wurden in Deutschland 769.603 Kinder geboren, 2016 waren es 792.141. Ein Abstand von knapp drei Prozent, zwei Jahre, die sich kaum unterscheiden. Die Geburtenziffer aber lag 1994 bei 1,243 und 2016 bei 1,603. Das sind 29 Prozent Unterschied bei fast gleicher Kinderzahl.

Beide Zahlen stimmen. Sie messen nur nicht dasselbe.

Im Alltag heißt alles Geburtenrate. In der amtlichen Statistik gibt es drei verschiedene Größen, und wer sie verwechselt, zieht aus einer richtigen Zahl den falschen Schluss.

Drei Größen, drei Fragen

Die einfachste ist die Geburtenzahl: wie viele Kinder in einem Jahr lebend zur Welt kamen. 2025 waren es 654.241, so wenige wie in keinem Jahr seit Beginn dieser Reihe 1990, als noch 905.675 Kinder geboren wurden (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12612-0001). Eine Zählung, nichts weiter. Sie hängt an zwei Dingen zugleich: daran, wie viele Frauen im gebärfähigen Alter es gibt, und daran, wie viele Kinder diese Frauen bekommen.

Die zweite Größe heißt rohe Geburtenrate: Geburten je 1.000 Einwohner. Sie setzt die Kinderzahl ins Verhältnis zur Bevölkerung und macht damit Länder oder Jahrzehnte vergleichbar, deren Bevölkerung verschieden groß ist.

Die dritte ist die zusammengefasste Geburtenziffer, die Zahl, die im Alltag gemeint ist, wenn jemand von 1,4 Kindern spricht. Sie ist die einzige der drei, die nicht gezählt, sondern gerechnet wird, und die einzige, die man erklären muss, bevor man sie benutzt.

GrößeWas sie misstWert 2025Tabelle
Geburtenzahllebend geborene Kinder im Jahr654.24112612-0001
rohe GeburtenrateGeburten je 1.000 Einwohnerrund 7,8gerechnet
zusammengefasste GeburtenzifferKinder je Frau, Modellwert1,31612612-0009

Die mittlere Zeile trägt keine Tabellennummer, und das ist Absicht. Sie ist hier aus zwei unserer eigenen Reihen gerechnet: 654.241 Geborene geteilt durch 83.467.117 Einwohner am 31. Dezember 2025, mal tausend. Das Bundesamt rechnet dieselbe Größe mit der durchschnittlichen Bevölkerung des Jahres statt mit dem Stand am Jahresende, weshalb die amtliche Fassung leicht abweicht. Wer sie zitieren will, nimmt die amtliche, nicht diese.

Wie viele Kinder werden in Deutschland geboren?
0 0,2 Mio. 0,4 Mio. 0,6 Mio. 0,8 Mio. 1 Mio. 1990: 905.675 Kinder905.675 1991: 830.019 Kinder 1992: 809.114 Kinder 1993: 798.447 Kinder 1994: 769.603 Kinder 1995: 765.221 Kinder 1996: 796.013 Kinder 1997: 812.173 Kinder 1998: 785.034 Kinder 1999: 770.744 Kinder 2000: 766.999 Kinder 2001: 734.475 Kinder 2002: 719.250 Kinder 2003: 706.721 Kinder 2004: 705.622 Kinder 2005: 685.795 Kinder 2006: 672.724 Kinder 2007: 684.862 Kinder 2008: 682.514 Kinder 2009: 665.126 Kinder 2010: 677.947 Kinder 2011: 662.685 Kinder 2012: 673.544 Kinder 2013: 682.069 Kinder 2014: 714.927 Kinder 2015: 737.575 Kinder 2016: 792.141 Kinder 2017: 784.901 Kinder 2018: 787.523 Kinder 2019: 778.090 Kinder 2020: 773.144 Kinder 2021: 795.492 Kinder 2022: 738.819 Kinder 2023: 692.989 Kinder 2024: 677.117 Kinder 2025: 654.241 Kinder654.241 1990 1995 2000 2005 2010 2015 2020 2025 Statistisches Bundesamt, Tabelle 12612-0001 © statistik-de.de

Warum die Ziffer die ehrlichere Vergleichszahl ist

Zurück zu 1994 und 2016. In beiden Jahren kamen ähnlich viele Kinder zur Welt, aber es gab nicht ähnlich viele Frauen, die sie bekommen konnten. Die geburtenstarken Jahrgänge der 1960er waren 1994 mitten im gebärfähigen Alter, 2016 waren sie längst darüber hinaus. Die gleiche Kinderzahl entstand also einmal aus vielen Frauen mit wenigen Kindern und einmal aus weniger Frauen mit mehr Kindern.

Die Geburtenzahl kann das nicht unterscheiden. Die Geburtenziffer schon, weil sie die Altersstruktur herausrechnet.

Die Geburtenzahl sagt, wie viele Kinder es gab. Die Geburtenziffer sagt, wie viele Kinder eine Frau bekommt.

Deshalb steht in jedem ernsthaften Vergleich zwischen Ländern oder Jahrzehnten die Ziffer und nicht die Zahl. Und deshalb ist die Schlagzeile über sinkende Geburtenzahlen manchmal eine Aussage über Demografie und manchmal nur eine über die Größe eines Jahrgangs von vor dreißig Jahren.

Wie die Ziffer gerechnet wird

Das Bundesamt nimmt für jedes einzelne Alter zwischen 15 und 49 Jahren die Zahl der Kinder, die Frauen dieses Alters in diesem Jahr bekommen haben, und teilt sie durch die Zahl der Frauen dieses Alters. Das ergibt 35 altersspezifische Ziffern. Diese 35 Werte werden addiert, und die Summe ist die zusammengefasste Geburtenziffer.

Was dabei entsteht, ist eine Kunstfigur: eine Frau, die ihr ganzes Leben lang in jedem Alter genau so viele Kinder bekommt, wie es die Frauen dieses Alters im Jahr 2025 getan haben. Diese Frau existiert nicht. Kein Jahrgang lebt unter den Bedingungen eines einzigen Jahres.

Die Ziffer ist deshalb kein Durchschnitt heutiger Mütter, sondern ein Modellwert. Sie beantwortet die Frage: Wie sähe ein Frauenleben aus, wenn das Verhalten dieses einen Jahres für immer gälte?

Der Fehler, den fast jede Meldung macht

„Eine Frau in Deutschland bekommt im Schnitt 1,3 Kinder." Dieser Satz steht in vielen Texten, und er ist falsch.

Richtig wäre: Wenn das Geburtenverhalten des Jahres 2025 unverändert bliebe, bekäme eine Frau im Laufe ihres Lebens 1,316 Kinder. Tatsächlich gemessen wird die endgültige Kinderzahl eines Jahrgangs erst, wenn dieser Jahrgang die 50 überschritten hat, also mit rund 35 Jahren Verspätung.

Der Unterschied ist nicht akademisch. Er wird groß, sobald Frauen ihre Kinder später bekommen. Das durchschnittliche Alter der Mütter beim ersten Kind lag 2009 bei 28,8 Jahren und 2025 bei 30,5 Jahren, gut anderthalb Jahre später (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12612, Dossier Geburten). Solange sich dieses Fenster verschiebt, fehlen die aufgeschobenen Geburten im laufenden Jahr, und die Ziffer sinkt. Ein Teil davon holt sich später zurück, ein Teil nicht. Welcher Teil welcher ist, weiß man erst hinterher.

Was 2,1 bedeutet, und was nicht

Damit eine Bevölkerung ohne Zuwanderung ihre Größe hält, braucht es rund 2,1 Kinder je Frau. Die 2,0 ersetzen die beiden Eltern, das zusätzliche Zehntel gleicht aus, dass etwas mehr Jungen als Mädchen geboren werden und nicht jede Frau das gebärfähige Alter erreicht.

Deutschland liegt seit den 1970er Jahren darunter, durchgehend. Das ist kein neuer Befund und keine Nachricht, sondern die Ausgangslage. In der Reihe seit 1991 war der niedrigste Wert 1,243 im Jahr 1994, der höchste 1,610 im Jahr 2021. Selbst der Höchstwert liegt weit unter 2,1.

Daraus folgt nicht automatisch eine schrumpfende Bevölkerung. Die Einwohnerzahl ist zwischen 1970 und 2025 von 61.001.164 auf 83.467.117 gestiegen, obwohl die Ziffer die ganze Zeit unter dem bestandserhaltenden Wert lag. Den Unterschied machen Zuwanderung und eine steigende Lebenserwartung. Wer aus der Geburtenziffer allein auf die Bevölkerungsentwicklung schließt, lässt zwei der drei Kräfte weg.

Der jüngste Rückgang, und was er nicht ist

Zwischen 2021 und 2025 fiel die Geburtenziffer von 1,610 auf 1,316, ein Rückgang um 18,3 Prozent in vier Jahren. Die Geburtenzahl fiel im selben Zeitraum von 795.492 auf 654.241, um 17,8 Prozent.

Dass beide Größen fast gleich stark fallen, ist eine Information für sich. Es heißt, dass der Rückgang in diesem Fall nicht aus der Altersstruktur kommt, sondern aus dem Verhalten. Wäre nur die Zahl gefallen und die Ziffer stabil geblieben, läge es an kleineren Jahrgängen. So aber bekommen die Frauen, die da sind, weniger Kinder oder bekommen sie später.

Welche der beiden Erklärungen zutrifft, sagt diese Reihe nicht. Dafür bräuchte man die endgültige Kinderzahl der betroffenen Jahrgänge, und die liegt erst in den 2050er Jahren vor.

Welche Zahl wofür

Wer die Belastung von Kitas, Schulen und Geburtskliniken abschätzen will, braucht die Geburtenzahl. Dort zählen Köpfe, nicht Modellwerte.

Wer Deutschland mit Frankreich vergleicht oder 2025 mit 1994, braucht die Geburtenziffer. Nur sie hält die Altersstruktur konstant.

Und wer wissen will, wie viele Kinder eine reale Frau tatsächlich bekommen hat, braucht die endgültige Kinderzahl je Jahrgang, die keine dieser drei Größen liefert.

Die Zahl, die am häufigsten zitiert wird, ist damit die einzige der drei, die niemandes Leben beschreibt. Sie ist trotzdem die nützlichste, solange man weiß, dass sie eine Rechnung ist und keine Beobachtung.

Periode und Kohorte: zwei Arten, dasselbe zu zählen

Der Grund für die ganze Verwirrung hat einen Namen. Die zusammengefasste Geburtenziffer ist eine Periodenmessung: Sie schaut auf ein Kalenderjahr und fragt, was in diesem Jahr geschehen ist, quer über alle Altersgruppen hinweg.

Die Gegengröße heißt Kohortenmessung. Sie nimmt einen Jahrgang von Frauen, etwa die 1975 geborenen, und zählt, wie viele Kinder diese Frauen bis zum Ende ihres gebärfähigen Alters bekommen haben. Das Ergebnis ist die endgültige Kinderzahl, und sie beschreibt tatsächlich gelebte Leben.

Der Preis dafür ist die Wartezeit. Eine Kohorte ist erst auswertbar, wenn ihre Mitglieder die 50 überschritten haben. Für den Jahrgang 1975 heißt das: frühestens 2025. Wer wissen will, wie viele Kinder die heute Dreißigjährigen bekommen werden, muss bis in die 2040er Jahre warten.

Die Periodenziffer ist der Preis, den man für Aktualität zahlt. Sie ist jedes Jahr verfügbar und beschreibt dafür niemanden.

Der Tempo-Effekt, an unseren eigenen Zahlen

Was passiert, wenn alle Frauen ihre Kinder um ein Jahr nach hinten schieben? In dem Jahr, in dem sie es tun, fehlen fast alle erstgeborenen Kinder. Die Periodenziffer stürzt ab. Ein Jahr später ist alles wieder normal, nur auf einem verschobenen Fahrplan, und die endgültige Kinderzahl hat sich überhaupt nicht geändert.

Genau das lässt sich im Bestand ablesen. Das durchschnittliche Alter der Mütter beim ersten Kind stieg zwischen 2009 und 2025 von 28,8 auf 30,5 Jahre. In diesen 16 Jahren wurde das Zeitfenster also um gut anderthalb Jahre nach hinten geschoben, und jedes dieser Jahre hat der Periodenziffer einen Teil ihrer Geburten entzogen.

Wie groß dieser Teil war, sagt die Reihe nicht. Sie kann es nicht sagen, denn dafür müsste man wissen, welche der verschobenen Geburten später nachgeholt werden. Das weiß man erst, wenn die betroffenen Jahrgänge ausgezählt sind.

Eine sinkende Geburtenziffer kann heißen, dass weniger Kinder geboren werden, oder dass dieselben Kinder später geboren werden. Die Zahl unterscheidet das nicht.

Der ehrliche Umgang damit ist, beides zu sagen. Der Rückgang seit 2021 ist real und groß. Wie viel davon Aufschub ist und wie viel Verzicht, ist im Jahr 2026 offen.

Was keine dieser Zahlen sagt

Keine der drei Größen sagt etwas über Kinderwünsche. Eine Frau, die keine Kinder bekommt, steht in der Statistik neben einer, die keine bekommen kann, und neben einer, die noch wartet. Die Geburtenstatistik zählt Geburten, keine Absichten.

Keine sagt etwas über Ursachen. Wohnungsmarkt, Betreuungsplätze, Arbeitsmarkt, Partnerschaft: Alles das taucht in der Zahl auf, und nichts davon lässt sich aus ihr herauslesen. Wer aus einem Rückgang der Ziffer auf ein bestimmtes politisches Versäumnis schließt, schließt aus einer Summe auf einen Summanden.

Und keine sagt etwas über einzelne Regionen oder Gruppen. Die Werte hier gelten für Deutschland insgesamt; die Aufteilung nach Bundesländern und Kreisen liegt im Dossier Geburten. Zwischen Bundesländern, zwischen Stadt und Land und zwischen Gruppen mit unterschiedlicher Bildung liegen erhebliche Unterschiede, aber die stehen in anderen Tabellen.

Der kürzeste Weg zur richtigen Zahl

Drei Fragen führen zu der Größe, die Sie brauchen.

Geht es um Köpfe, die irgendwo unterkommen müssen, also um Kitaplätze, Schuljahrgänge, Geburtsstationen? Dann ist es die Geburtenzahl, und der aktuelle Wert lautet 654.241 für 2025.

Geht es um einen Vergleich zwischen Zeiträumen oder Ländern? Dann ist es die Geburtenziffer mit 1,316 für 2025, und dazu gehört der Hinweis, dass es ein Modellwert ist.

Geht es darum, wie viele Kinder Menschen tatsächlich bekommen haben? Dann brauchen Sie die endgültige Kinderzahl eines abgeschlossenen Jahrgangs, und Sie werden sie in keiner der beiden Reihen finden.

Wer nur wissen will, wie hoch eine dieser Größen gerade ist, kann sie hier auch in eigenen Worten erfragen. Wer in einem Text von der Geburtenrate schreibt, sollte dazuschreiben, welche der drei Größen gemeint ist. Das kostet vier Wörter und erspart die häufigste Fehllesung der deutschen Bevölkerungsstatistik.

Wenn Sie mit den Zahlen arbeiten wollen

Alle 5 Dossiers und die Reihen des Bereichs stehen unter Bevölkerung. Wenn Ihre Frage dort nicht steht, stellen Sie sie: Statistik antwortet sucht die Antwort im geprüften Bestand, drei Fragen sind frei.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Geburtenzahl und Geburtenziffer?

Die Geburtenzahl zählt, wie viele Kinder in einem Jahr lebend zur Welt kamen; die zusammengefasste Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau bekäme, wenn das Geburtenverhalten eines einzelnen Jahres ihr ganzes Leben lang gälte. In Deutschland wurden 1994 769.603 Kinder geboren und 2016 792.141, ein Abstand von knapp drei Prozent, während die Geburtenziffer 1994 bei 1,243 und 2016 bei 1,603 lag und damit 29 Prozent auseinander. Der Unterschied entsteht, weil die Ziffer die Altersstruktur der Bevölkerung herausrechnet und die Zahl nicht (Statistisches Bundesamt, Tabellen 12612-0001 und 12612-0009).

Wie viele Kinder wurden 2025 in Deutschland geboren?

In Deutschland wurden 2025 insgesamt 654.241 Kinder lebend geboren (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12612-0001). Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Reihe im Jahr 1990, als 905.675 Kinder zur Welt kamen. Die Geburtenzahl hängt zugleich davon ab, wie viele Frauen im gebärfähigen Alter leben und wie viele Kinder diese Frauen bekommen.

Wie hoch ist die Geburtenziffer in Deutschland 2025?

Die zusammengefasste Geburtenziffer lag in Deutschland 2025 bei 1,316 Kindern je Frau (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12612-0009). 2021 waren es noch 1,610, das ist ein Rückgang um 18,3 Prozent in vier Jahren. Die Ziffer ist kein Durchschnitt heutiger Mütter, sondern ein Modellwert: Das Bundesamt addiert dafür 35 altersspezifische Ziffern für Frauen zwischen 15 und 49 Jahren.

Was bedeutet der Wert von 2,1 Kindern je Frau?

2,1 Kinder je Frau ist das Niveau, bei dem eine Bevölkerung ohne Zuwanderung ihre Größe hält: 2,0 ersetzen die beiden Eltern, das zusätzliche Zehntel gleicht aus, dass etwas mehr Jungen als Mädchen geboren werden und nicht jede Frau das gebärfähige Alter erreicht. Deutschland liegt seit den 1970er Jahren durchgehend darunter, in der Reihe seit 1991 war 1,610 im Jahr 2021 der höchste und 1,243 im Jahr 1994 der niedrigste Wert (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12612-0009). Eine Geburtenziffer unter 2,1 bedeutet trotzdem nicht automatisch eine schrumpfende Bevölkerung, weil Zuwanderung und steigende Lebenserwartung hinzukommen.

Wie alt sind Mütter in Deutschland bei ihrem ersten Kind?

Mütter in Deutschland waren bei der Geburt ihres ersten Kindes 2025 im Durchschnitt 30,5 Jahre alt, 2009 lag dieser Wert bei 28,8 Jahren (Statistisches Bundesamt, Tabelle 12612). Das Zeitfenster für Geburten hat sich in diesen 16 Jahren um gut anderthalb Jahre nach hinten verschoben. Aufgeschobene Geburten fehlen im laufenden Jahr und drücken die Geburtenziffer, auch wenn ein Teil dieser Kinder später noch zur Welt kommt.

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