Krankenhäuser in Deutschland: Die Zahl sinkt so schnell wie seit 1996 nicht mehr
Einordnung
Um 1,8 Prozent ist die Zahl der Krankenhäuser 2024 geschrumpft, so stark wie seit 1996 nicht mehr. Die Krankenhausreform soll schwierige Eingriffe auf weniger Häuser bündeln; ihre Wirkung kann die Zahl frühestens ab 2025 zeigen. Ob die Versorgung dünner wird, verrät sie allein ohnehin nicht. Sie zählt Einrichtungen, und wenn zwei Häuser fusionieren, fällt eines aus der Statistik, auch wenn beide Standorte weiterarbeiten.
In Deutschland gab es 2024 insgesamt 1.841 Krankenhäuser, 484 weniger als zu Beginn der Reihe im Jahr 1995 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 23111-0001, Stand 09.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne Beanstandung, 1 HinweisStatistisches Bundesamt, Grunddaten der Krankenhäuser (23111)·Datenstand 09.10.2026 / 10:15:48
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1.841Krankenhäuser, Krankenhäuser 2024▼ −1,8 % zu 2023
2.325Höchststand 1995▼ −20,8 % bis heute
30Werte in der Reihe, ab 1995
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Ein Krankenhausbett war 2024 im Jahresdurchschnitt zu 72 Prozent belegt, mehr als jedes vierte stand also leer. Mit dieser Rechnung begründen Gesundheitspolitiker seit Jahren, dass Deutschland mehr Klinikkapazität unterhält, als es braucht. Die Gegenseite rechnet in Minuten: Wer auf dem Land einen Schlaganfall hat, dem nützt ein gut ausgelastetes Haus in der übernächsten Kreisstadt wenig. Beide Seiten reden über dieselben Häuser, und die Statistik gibt beiden Material.
Die Zahl der Krankenhäuser sinkt seit Beginn der Reihe fast ohne Pause. Nur in drei Jahren, 1998, 2009 und 2022, kamen Häuser hinzu, und nie mehr als sechs. In keinen vier aufeinanderfolgenden Jahren verschwanden so viele Krankenhäuser aus der Statistik wie 2003 bis 2006: zusammen 117, von 2.221 im Jahr 2002 auf 2.104. Danach wurde der Rückgang langsamer, bis er 2023 und 2024 wieder anzog.
Die Reihe der Krankenhäuser ist frei abrufbar, Jahr für Jahr. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: was ein Behandlungsfall kostet, wie voll die Betten seit der Pandemie sind, mit welchen Diagnosen die Patienten entlassen werden, welche Eingriffe am häufigsten vorkommen und wie viele Menschen danach in eine Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtung gehen.
Krankenhäuser in Deutschland, 1995 bis 2024Krankenhäuser je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 23111-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Ein Behandlungsfall kostet heute fast zweieinhalbmal so viel wie 1995
7.316 Euro kostete ein Behandlungsfall im Krankenhaus 2024 im Durchschnitt, gerechnet als bereinigte Kosten (Tabelle 23121-0001). Zu Beginn der Reihe 1995 waren es 3.003 Euro. Bis 2000 blieb der Betrag fast unverändert, danach stieg er Jahr für Jahr und lag 2019 um 69,4 Prozent über dem Wert von 1995. Die Beträge sind in laufenden Preisen angegeben, die allgemeine Teuerung steckt also mit darin.
Dann kam 2020, und ein Fall kostete auf einen Schlag 1.144 Euro mehr, ein Plus von 22,5 Prozent, der mit Abstand größte Sprung der ganzen Reihe. Eine Kennzahl je Fall steigt, wenn die Kosten bleiben und die Fälle ausbleiben, und im ersten Pandemiejahr wurden planbare Behandlungen verschoben. Auf das alte Niveau ist der Betrag danach nicht zurückgefallen. Er stieg weiter, 2024 um 4,5 Prozent.
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Im vollständigen DossierGrafik: Bereinigte Kosten je Behandlungsfall, 1995 bis 2024Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen sechs weitere Abschnitte.
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Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Bereinigte Kosten je Behandlungsfall, 1995 bis 2024
Seit der Pandemie sind die Betten nie wieder so voll wie zuvorGrafik: Bettenauslastung der Krankenhäuser, 1995 bis 2024
Herz und Kreislauf vor Unfällen und VerdauungGrafik: Entlassene Patienten nach Diagnosekapitel 2024
Drei fast gleich große Arten von BehandlungGrafik: Operationen und Prozeduren nach Art 2025
Die Reha erreicht ihr altes Niveau noch nichtGrafik: Patienten in Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen, 1995 bis 2024
Der Rücken führt die Reha an, im Krankenhaus steht er auf Platz vierGrafik: Reha-Patienten nach Diagnosekapitel 2024
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Wie viele Krankenhäuser sind in den letzten fünf Jahren weggefallen?
Von 2019 bis 2024 sank die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland um 73, ein Rückgang von 3,8 Prozent. Ob ein Haus geschlossen oder mit einem anderen zusammengelegt wurde, unterscheidet die Tabelle nicht (Statistisches Bundesamt, Tabelle 23111-0001, Stand 09.10.2026).
Wie voll sind die Krankenhäuser?
Die Betten der Krankenhäuser waren 2024 im Jahresdurchschnitt zu 72 Prozent belegt. Vor der Pandemie lag die Auslastung höher, 2020 fiel sie deutlich (Statistisches Bundesamt, Tabelle 23111-0001, Stand 09.10.2026).
In welchem Jahr sank die Zahl der Krankenhäuser am stärksten?
1996, im zweiten Jahr der Reihe. Damals fiel die Zahl um 56 Häuser oder 2,4 Prozent, stärker als in jedem Jahr danach (Statistisches Bundesamt, Tabelle 23111-0001, Stand 09.10.2026).
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