Steuereinnahmen 2025: Rekord in Euro, seit 2019 kaum schneller gestiegen als die Preise
Einordnung
4,4 Prozent mehr als im Vorjahr: Seit 2011 hat nur das erste Pandemiejahr keinen neuen Höchststand gebracht. Ein Rekord in Euro ist in dieser Reihe der Normalfall. Steuern folgen Preisen und Löhnen, und bei der Lohnsteuer rutschen höhere Einkommen in höhere Sätze, solange der Tarif nicht angepasst wird. Die Verbraucherpreise stiegen 2025 halb so stark. Wie viel Spielraum daraus folgt, entscheidet die Ausgabenseite, und auch die steigt mit den Preisen.
In Deutschland wurden 2025 Steuern in Höhe von 989,8 Milliarden Euro eingenommen, der höchste Wert seit Beginn der Reihe 1999 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71211-0001, Stand 15.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne BeanstandungStatistisches Bundesamt, Statistik über das Steueraufkommen (71211)·Datenstand 15.10.2026 / 08:48:54
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989,8 MilliardenEuro, Steuereinnahmen 2025▲ +4,4 % zu 2024
947.706.848Vorheriger Höchststand 2024
27Werte in der Reihe, ab 1999
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Wer Lohnsteuer zahlt, zahlt an drei Kassen zugleich: an den Bund, an sein Land und an seine Gemeinde, nach einem Schlüssel, den das Gesetz festlegt. So ist der größte Teil des Aufkommens gebaut. 75,4 Prozent der Einnahmen stammten 2025 aus Gemeinschaftssteuern, die sich mehrere staatliche Ebenen teilen. Eine Reform, die dort ansetzt, kann keine Ebene allein beschließen.
Die Reihe beginnt 1999 und kommt zunächst kaum vom Fleck. Ihren Tiefpunkt erreicht sie 2002 mit 441,6 Milliarden Euro, und erst 2006 liegt sie deutlich über ihrem Anfang. Seither ist das Aufkommen nur zweimal gesunken, 2009 in der Finanzkrise und 2020 im ersten Pandemiejahr. Nach der Finanzkrise dauerte es zwei Jahre, bis der alte Höchststand überholt war, nach der Pandemie nur eines. Seit 2019 sind die Einnahmen um 23,8 Prozent gestiegen, die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 22,5 Prozent (Tabelle 61111-0001). Der Rekord in Euro ist also zum größten Teil Teuerung.
Die Reihe der Steuereinnahmen ist frei abrufbar, Jahr für Jahr seit 1999. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie sich das Aufkommen auf Gemeinschafts-, Bundes-, Landes- und Gemeindesteuern verteilt, was bei der Erbschaftsteuer 2025 geschah, wie die Biersteuer schrumpft, wie viele Zigaretten, Liter Alkohol und Kubikmeter Kraftstoff versteuert werden und wie viele Unternehmen Umsatz- und Lohnsteuer anmelden.
Steuereinnahmen in Deutschland, 1999 bis 2025Tsd. Euro je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 71211-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Gemeinschaftssteuern machen drei Viertel aus
746,3 Milliarden Euro stammten 2025 aus Gemeinschaftssteuern, zu denen Lohnsteuer, Umsatzsteuer und Körperschaftsteuer gehören (Tabelle 71211-0001). Der Rest sind Steuern, die einer Ebene allein zustehen: 108,8 Milliarden Euro Bundessteuern, darunter Energie- und Tabaksteuer, 94,5 Milliarden Euro Gemeindesteuern, vor allem Gewerbe- und Grundsteuer, und 34,3 Milliarden Euro Landessteuern, darunter die Erbschaftsteuer. Die Zölle mit 5,86 Milliarden Euro gehören zu den Eigenmitteln der Europäischen Union; Deutschland behält davon nur einen Anteil für die Erhebung.
Welcher Ebene eine Steuer gehört, entscheidet darüber, wer bei ihrer Änderung mitredet. Gesetze über Steuern, deren Aufkommen ganz oder teilweise den Ländern oder Gemeinden zufließt, brauchen die Zustimmung des Bundesrats. Bei den Gemeinschaftssteuern sitzen die Länder deshalb immer mit am Tisch.
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Im vollständigen DossierGrafik: Steuereinnahmen nach Ebene 2025Sie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen sieben weitere Abschnitte.
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Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Steuereinnahmen nach Ebene 2025
Die Erbschaftsteuer springt 2025 um mehr als die HälfteGrafik: Erbschaftsteuer, 1999 bis 2025
Festgesetzt ist nicht dasselbe wie eingenommenGrafiken: Festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer nach Art des Erwerbs 2025 · Festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer, 2002 bis 2025
Bier verliert an BodenGrafik: Biersteuer, 1999 bis 2025
Was besteuert wird, gemessen in Litern und StückGrafiken: Versteuerte Zigaretten, 1991 bis 2025 · Verbrauch von Alkohol, 1991 bis 2025 · Brennereien, 2001 bis 2025 · Versteuerter Schaumweinabsatz, 2000 bis 2025
Beim Diesel ist der Höhepunkt überschritten, Benzin legt wieder zuGrafiken: Versteuerte Menge Benzin, 2007 bis 2025 · Versteuerte Menge Diesel, 2007 bis 2025 · Stromsteuer, 2012 bis 2024 · Luftverkehrsteuer, 2011 bis 2025
Die Zahl der Arbeitgeber sinkt seit drei JahrenGrafiken: Umsatzsteuerpflichtige, 2002 bis 2024 · Arbeitgeber mit Lohnsteueranmeldung, 2018 bis 2025
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Wem stehen die Steuereinnahmen zu: Bund, Ländern oder Gemeinden?
Zum größten Teil mehreren zugleich. 75,4 Prozent des Aufkommens stammen aus Gemeinschaftssteuern wie Lohn-, Umsatz- und Körperschaftsteuer, die nach gesetzlichen Schlüsseln auf Bund, Länder und teils Gemeinden verteilt werden (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71211-0001, Stand 15.10.2026).
Wie stark sind die Steuereinnahmen in der Corona-Pandemie eingebrochen?
2020 nahm der Staat 7,5 Prozent weniger Steuern ein als 2019, rund 59,6 Milliarden Euro. Schon 2021 lag das Aufkommen wieder über dem Stand vor der Pandemie (Statistisches Bundesamt, Tabelle 71211-0001, Stand 15.10.2026).
Wachsen die Steuereinnahmen schneller als die Inflation?
Über lange Zeit ja. Von 1999 bis 2025 stiegen die Steuereinnahmen um 118,5 Prozent, der Verbraucherpreisindex um 63,6 Prozent. Seit 2019 liegen beide dagegen fast gleichauf (Statistisches Bundesamt, Tabellen 71211-0001 und 61111-0001, Stand 30.08.2026).
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