Löhne 2025: Die Kaufkraft kehrt zurück, am schnellsten bei den kleinen Einkommen
Einordnung
Drei kräftige Lohnjahre in Folge haben die Kaufkraft fast dorthin zurückgebracht, wo sie vor der Pandemie stand: Gemessen an den Verbraucherpreisen liegen die Löhne rechnerisch noch 0,5 Prozent unter 2019. Aufgeholt haben vor allem die unteren Einkommen, in Jahren, in denen der Mindestlohn mehrfach stieg. Für die Frage nach der Verteilung ist das ein Befund. Für die Frage nach wachsendem Wohlstand ist es noch keiner.
Die Nominallöhne in Deutschland stiegen 2025 um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr, gemessen am Nominallohnindex (Statistisches Bundesamt, Tabelle 62361-0020, Stand 14.10.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne BeanstandungStatistisches Bundesamt, Verdiensterhebung (62361)·Datenstand 14.10.2026 / 08:51:25
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100Indexpunkte (2025=100), Nominallohnindex 2025▲ +4,2 % zu 2024
96Vorheriger Höchststand 2024
102,6Nominallohnindex, je Monat, Juli 2026▲ +4,5 % zum Vorjahresmonat
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Wer die Lohnentwicklung nach Einkommen aufteilt, findet den stärksten Zuwachs dort, wo am wenigsten verdient wird. Im untersten Fünftel der Vollzeitbeschäftigten stiegen die Löhne von 2022 bis 2025 um 27,2 Prozent (Tabelle 62361-0028). Der Durchschnitt, den der Index zeigt, verdeckt diese Spreizung.
Seit 2007 sind die Löhne nominal um 62,1 Prozent gestiegen, und nur ein Jahr brachte ein Minus: 2020, das erste Pandemiejahr, mit 0,7 Prozent weniger. Der schwerere Einschnitt kam zwei Jahre später, und der Lohnindex allein zeigt ihn nicht. 2022 stiegen die Verdienste um 2,5 Prozent, die Verbraucherpreise um 6,9 Prozent. 2023 stiegen die Löhne um 6,0 Prozent, die Preise um 5,9 Prozent; real blieb fast nichts. Aufgeholt haben die Löhne erst 2024 und 2025.
Die Reihe zum Nominallohnindex ist frei abrufbar, Jahr für Jahr. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: was nach Abzug der Preise vom Lohn übrig bleibt, Monat für Monat und Quartal für Quartal, wie viel zwischen Durchschnittsgehalt und mittlerem Gehalt liegt, wie unterschiedlich die Einkommensgruppen zugelegt haben, wie weit Frauen und Männer auseinanderliegen, was eine Arbeitsstunde den Arbeitgeber kostet, wie viel ein Haushalt netto hat und ausgibt, wer in die Schuldnerberatung kommt und aus welchem Grund.
Nominallohnindex in Deutschland, 2007 bis 2025Indexpunkte (2025=100) je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 62361-0020, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
Nominallöhne je Monat: Der November ragt jedes Jahr heraus
Die Monatsreihe des Nominallohnindex beginnt im Januar 2022 bei 79 Punkten und zeigt, was der Jahreswert glättet: In jedem vollständigen Jahr seither ist der November der höchste Monat, zuletzt mit 127,2 Punkten im November 2025 (Tabelle 62361-0001). Der Index enthält Sonderzahlungen, und die verteilen sich nicht gleichmäßig über das Jahr. Wer zwei Monate vergleicht, nimmt deshalb denselben Monat zweier Jahre, nicht zwei Monate hintereinander.
Für das ganze Jahr 2026 erwartet die Bundesbank einen Anstieg der tatsächlich gezahlten Verdienste um 3,5 Prozent (Monatsbericht Juni 2026), weniger als in jedem der drei Jahre davor. Zugleich zieht die Teuerung seit dem Iran-Krieg im März wieder an: Im September 2026 lagen die Verbraucherpreise 3,3 Prozent über dem Vorjahresmonat (Tabelle 61111-0002). Was vom Lohnplus übrig bleibt, hängt 2026 deshalb wieder stärker an den Preisen als in den beiden Jahren zuvor.
Ende des freien Teils
Im vollständigen DossierGrafik: Nominallohnindex, je MonatSie gehört zu dem Abschnitt, den Sie eben gelesen haben. Dazu kommen zehn weitere Abschnitte.
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Was Sie darin lesen
Die Grafik zum Abschnitt, den Sie eben gelesen habenGrafik: Nominallohnindex, je Monat
Reallöhne: 2025 knapp unter dem Stand von 2019Grafiken: Reallohnindex, 2007 bis 2025 · Reallohnindex, je Monat
Löhne je Quartal: dreimal derselbe Zuwachs, die Tarife halb so schnellGrafiken: Nominallohnindex, je Quartal · Reallohnindex, je Quartal · Tarifverdienste, je Quartal
Durchschnittsgehalt und Median: 661 Euro AbstandGrafiken: Durchschnittlicher Bruttomonatsverdienst, 2022 bis 2025 · Mittlerer Bruttomonatsverdienst (Median), 2022 bis 2025
Unten wuchsen die Löhne fast doppelt so schnell wie obenGrafik: Lohnwachstum nach Einkommensquintilen 2022–2025
Der Abstand zwischen Frauen und Männern schrumpfte einmal und blieb dann stehenGrafik: Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen, 2022 bis 2025
Eine Arbeitsstunde kostet heute fast doppelt so viel wie 1996Grafik: Arbeitskosten je geleistete Stunde, 1996 bis 2025
Ein Haushalt hat netto mehr und gibt einen kleineren Teil davon für den Konsum ausGrafiken: Haushaltsnettoeinkommen, 2003 bis 2023 · Private Konsumausgaben, 2003 bis 2023
Weniger Ratsuchende als vor zehn Jahren, und ihr Schuldenrekord ist ein nominalerGrafiken: Personen in Schuldnerberatung, 2015 bis 2025 · Durchschnittliche Schulden je beratener Person, 2015 bis 2025
Krankheit und Arbeitslosigkeit stehen vor der unwirtschaftlichen HaushaltsführungGrafik: Hauptauslöser der Überschuldung 2025
Unten schneller als oben, doch wie lange, ist offen
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Ja. Die Nominallöhne stiegen stärker als die Verbraucherpreise, rechnerisch blieb ein realer Zuwachs von 1,9 Prozent (Statistisches Bundesamt, Tabellen 62361-0020 und 61111-0001, Stand 30.08.2026 und 10.09.2026, eigene Rechnung).
Wie viel Kaufkraft haben die Löhne 2022 verloren?
Gemessen an den Verbraucherpreisen verloren die Verdienste 2022 rechnerisch 4,1 Prozent an Kaufkraft, der stärkste Rückgang seit Beginn der Reihe 2007 (Statistisches Bundesamt, Tabellen 62361-0020 und 61111-0001, Stand 30.08.2026 und 10.09.2026, eigene Rechnung).
Wie stark sind die Löhne seit 2015 gestiegen?
Nominal um 35,3 Prozent. Nach Abzug der Teuerung bleibt über diese zehn Jahre ein Plus von 4,9 Prozent (Statistisches Bundesamt, Tabellen 62361-0020 und 61111-0001, Stand 30.08.2026 und 10.09.2026, eigene Rechnung).
Alle sechs Dossiers und die Reihen des Bereichs stehen unter Preise und Verdienste.
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