Wie oft prüft das Jugendamt eine Kindeswohlgefährdung?
Die Zahl der Verfahren steigt seit Beginn der Statistik 2012. Das lässt sich nicht eindeutig einer Ursache zuordnen: Ein steigendes Gefährdungsgeschehen und eine gestiegene Aufmerksamkeit der Jugendämter, ausgelöst auch durch öffentlich bekannt gewordene Fälle, wirken in dieselbe Richtung und lassen sich aus der Reihe allein nicht trennen. In der Mehrzahl der geprüften Fälle findet das Jugendamt am Ende keine akute Gefährdung. Bis 2025 stieg die Zahl dreizehnmal in Folge, jedes Jahr der Reihe brachte einen neuen Höchstwert; im ersten Anstieg steckt allerdings Hamburg, das 2012 noch fehlte. Die Hinweise kommen von Polizei, Schulen, Kitas, Ärzten und Nachbarn, und jeder einzelne löst eine Prüfung aus. Die Zahl misst damit zuerst die Arbeit der Jugendämter: wie oft hingesehen wurde. Wie die Verfahren ausgehen, wie oft Kinder in Obhut genommen werden und wann das Familiengericht eingreift, zeigt das Dossier zum Kinderschutz.
Verantwortlich für die Einordnung Christian Gasche, Journalist und Redenschreiber, SIGMA Communication, Frankfurt am Main · So ordnen wir ein