Land- und Forstwirtschaft·27. August 2026Neue Daten
Landwirtschaftliche Betriebe: so wenige Höfe wie nie, und das Land bleibt bestellt
Einordnung
Für 2024 weist die Statistik dieselbe Zahl der Höfe aus wie für 2023, nach drei Jahrzehnten, in denen sie fast jedes Jahr sank. Eine Wende lässt sich an einem Jahr nicht ablesen. Das Land bleibt dabei bestellt, es geht an weniger und größere Betriebe über. Weil die Direktzahlungen der Europäischen Union überwiegend je Hektar gezahlt werden, berührt das eine Verteilungsfrage: Die Förderung folgt der Fläche und damit den Betrieben, die wachsen.
In Deutschland gab es 2024 insgesamt 255.010 landwirtschaftliche Betriebe, ebenso viele wie 2023 und weniger als in jedem erfassten Jahr von 1991 bis 2022 (Statistisches Bundesamt, Tabelle 41271-0001, Stand 30.08.2026).
✓ Geprüft am 16.10.2026, ohne Beanstandung, 1 HinweisStatistisches Bundesamt, Bodennutzungshaupterhebung (41271)·Datenstand 30.08.2026 / 11:49:27
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255.010Betriebe, landwirtschaftliche Betriebe 2024▼ −0,0 % zu 2023
629.740Höchststand 1990▼ −59,5 % bis heute
29Werte in der Reihe, ab 1990
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Am Rand vieler Dörfer steht eine Hofstelle ohne Vieh, und die Felder dahinter bestellt längst ein Nachbar. Die Äcker und Wiesen sind geblieben, sie werden nur von einem größeren Betrieb bewirtschaftet. 64,97 Hektar kamen 2024 rechnerisch auf jeden landwirtschaftlichen Betrieb. Wo Höfe aufgeben, wachsen die übrigen.
Die Reihe beginnt 1990 mit ihrem höchsten Wert, aber dieser erste Wert passt nicht zu den späteren: Für 1990 weist dieselbe Tabelle die Fläche nur der alten Bundesländer aus. Vergleichbar für ganz Deutschland zählt sie von 1991 an, damals mit 617.269 Betrieben. Seither ist die Zahl um 58,7 Prozent gesunken, bis 2023 in jedem erfassten Jahr außer 2014, zweimal in einer deutlichen Stufe, 1999 und zwischen 2007 und 2010. Zuletzt wurde das Tempo langsamer. Dass 2023 und 2024 auf den Betrieb genau dieselbe Zahl stehen, ist ungewöhnlich; ob 2024 neu gezählt oder fortgeschrieben wurde, geht aus der Tabelle nicht hervor.
Die Reihe der landwirtschaftlichen Betriebe ist frei abrufbar, Jahr für Jahr. Was sie nicht zeigt, trennt dieses Dossier heraus: wie stark die Fläche je Betrieb gewachsen ist, wie sich die genutzte Fläche seit 1991 entwickelt hat, was mit dem Viehbestand und den Ökobetrieben geschehen ist und warum ein Teil des Rückgangs in der Statistik selbst entsteht.
landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, 1990 bis 2024Betriebe je JahrQuelle: Statistisches Bundesamt, Tabelle 41271-0001, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0
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Was Sie darin lesen
Die Höfe werden weniger, ihre Fläche wird mehr als doppelt so großGrafik: Landwirtschaftlich genutzte Fläche je Betrieb, 1990 bis 2024
Auf demselben Land stehen weniger Tiere, und mehr Höfe wirtschaften ökologischGrafiken: Landwirtschaftlich genutzte Fläche, 2010 bis 2023 · Viehbestand, 2010 bis 2023 · Betriebe mit ökologischem Landbau, 2010 bis 2023
Ein Teil des Höfesterbens entsteht in der Statistik selbst
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Wie viele Bauernhöfe haben seit der Wiedervereinigung aufgehört?
Von 1991 bis 2024 sank die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um 362.259. Nicht jeder davon hat den Betrieb eingestellt: Ein Teil fiel aus der Zählung, weil die Mindestgröße für die Erfassung angehoben wurde (Statistisches Bundesamt, Tabelle 41271-0001, Stand 30.08.2026).
Wie groß ist ein landwirtschaftlicher Betrieb in Deutschland im Durchschnitt?
64,97 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche kamen 2024 rechnerisch auf einen Betrieb. Der Wert teilt die Fläche durch die Zahl der Betriebe und sagt nichts darüber, wie ungleich die Größen verteilt sind (Statistisches Bundesamt, Tabelle 41271-0001, Stand 30.08.2026).
Sinkt die Zahl der Bauernhöfe noch?
Langsamer als früher. Von 2020 bis 2024 ging die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe um 3,0 Prozent zurück, in den vier Jahren davor um 4,6 Prozent (Statistisches Bundesamt, Tabelle 41271-0001, Stand 30.08.2026).
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