Das gezählte Deutschland
Zwischen blühenden Landschaften
und blauen Wahlzetteln
von Christian Gasche
Taschenbuch bei AmazonE-Book für KindleLeseprobe: der Prolog
Zwischen blühenden Landschaften
und blauen Wahlzetteln
von Christian Gasche
Im September 2026 fragte Allensbach, ob das Wetter in der Kindheit besser war. 38 Prozent sagten ja. Fünf Prozent sagten, es sei schlechter gewesen.
Mit dem Land geht es uns wie mit dem Wetter. Fast jeder hat eine gute alte Zeit im Kopf. Ich habe nachgezählt, in den amtlichen Statistiken, mit dem Jahr 2000 als Maßstab.
Seitdem haben fast sechs Millionen Menschen mehr Arbeit. Was bei den Haushalten ankommt, ist je Kopf und nach Abzug der Preise um 29 Prozent gestiegen. Gearbeitet werden dabei nur 4,7 Prozent mehr Stunden.
Auf den Straßen starben im Jahr 2000 noch 7.503 Menschen. 2025 waren es 2.832.
Der Osten, dem 1990 blühende Landschaften versprochen wurden, hat bei der Wirtschaftskraft je Einwohner fast zwölf Punkte zum Westen aufgeholt.
Sechs von zehn Deutschen blickten 1990 mit Hoffnung auf die nächsten zehn Jahre. Heute sind es drei.
Halb voll heißt nicht voll. Die Löhne kaufen heute so viel wie 2019, nicht mehr. Nirgends in der EU wohnen so wenige Menschen im Eigentum. Bei der Schule, beim Wohnen und bei der Rente halte ich das Glas für halb leer.
Das Schlechtreden halte ich trotzdem für gefährlich. Wer einem Land jeden Tag erzählt, früher sei alles besser gewesen, bereitet denen den Boden, die versprechen, das Früher zurückzuholen.
Jede Zahl im Buch hat ihre Quelle. Am Ende jedes Kapitels führt ein QR-Code zu den Fundstellen auf statistik-de.de. Dort steht auch die Zahl, die gegen mich spricht.
Das Buch heißt Das gezählte Deutschland, zwischen blühenden Landschaften und blauen Wahlzetteln. Früher war nicht alles besser. Besser war vor allem das Wetter, und auch das nur in der Erinnerung.
Deutschland geht es besser als vor 26 Jahren.
Die Zahlen sagen es: fast sechs Millionen Menschen mehr in Arbeit als im Jahr 2000, je Kopf 29 Prozent mehr Einkommen zum Ausgeben, nach Abzug der Preise, ein Osten, der bei der Wirtschaftskraft je Einwohner fast zwölf Punkte zum Westen aufgeholt hat. Und doch sagen die Befragten: Mir geht es gut, dem Land schlecht.
Christian Gasche liest die amtlichen Reihen wie einen Lebenslauf, vom Ankommen bis zum Sterben, in sechzehn Kapiteln. Er zeigt, wo das Glas halb voll ist und wo die Sorge trägt, auch neben den Nachbarn, erklärt, wie gezählt wird, und fragt, warum in blühenden Landschaften die Wahlzettel blau werden. Jede Zahl steht mit Tabelle und jüngstem Stand auf statistik-de.de, erreichbar über die QR-Codes am Ende jedes Kapitels; was sich seit Redaktionsschluss ändert, wird dort jedes Vierteljahr nachgetragen. Man muss es nicht von vorn lesen: Jedes Kapitel steht für sich.
Recherchiert und entworfen mit künstlicher Intelligenz, geprüft und verantwortet vom Autor.
Es hält die Stimmung neben die Zahlen. Nach einer Allensbach-Umfrage, veröffentlicht im Oktober 2026, blickten 29 Prozent der Deutschen mit Hoffnungen auf die nächsten zehn Jahre, 1990 waren es 60. Gemessen wird in diesem Buch an einem festen Jahr, 2000, und in den meisten Reihen steht das Land heute besser da als damals. Nicht überall, und das Buch sagt, wo nicht.
Der Autor ist nicht neutral und tut nicht so. Von 1993 bis 1997 saß er für die Grünen im Frankfurter Römer, heute ist er an keine Partei gebunden. Am Ende jedes Kapitels sagt er, wie er das Glas sieht, und daneben steht die Zahl, die ihm widerspricht. Wo er sich vorher geirrt hat, steht auch das im Buch. Ein Amt, das sich verzählt und es sagt, ist ihm lieber als eines, das nie irrt, und für das eigene Buch gilt dasselbe.
Mehr Themen sind halb voll als halb leer.
Das letzte Kapitel stellt kein Glas auf. Es rechnet durch, was eine gesteuerte Zuwanderung bis 2045 brächte, und der Autor sagt, warum er aus nüchternen Gründen dafür ist.
Man muss es nicht von vorn lesen: Jedes Kapitel steht für sich. Jedes hat drei Teile. Der erste erzählt, an einem Ort, den es wirklich gibt, beschrieben nach Dokumenten. Der zweite zeigt die Reihen als Bilder und sagt unter jedem, was es zeigt und was nicht. Der dritte sagt, wie gezählt wird, und wo eine Reihe bricht.
Die kleinen Nummern im Text sind die Anmerkungen. Sie stehen mit allen Fundstellen auf den Kapitelseiten hier, und der QR-Code am Ende jedes Kapitels führt dorthin. Dort stehen auch die Reihen und Dossiers des Portals, mit dem jüngsten Stand.
Die Zahlen des Buches stammen aus dem Datenstand vom 16. Oktober 2026. Die Reihen im Portal laufen weiter. Was sich seither geändert hat, wird jedes Vierteljahr auf den Kapitelseiten nachgetragen, und Fehler, die nach dem Druck gefunden werden, stehen dort mit Datum unter „Korrekturen“. Einmal im Jahr erscheint eine überarbeitete Auflage.
Die Idee, das Konzept und die Anweisungen, wonach gesucht und wie jede Zahl geprüft wird, stammen vom Autor. Gesammelt und entworfen hat danach ein Sprachmodell, gegengelesen ein zweites, und ein Programm hat jede Zahl gegen ihre Quelle geprüft. Dann hat der Autor jedes Kapitel gelesen, lektoriert und freigegeben; die Einordnung ist seine. Seine Formel dafür: HI plus KI plus HI = Handwerk, menschliche Intelligenz am Anfang und am Ende. Wie das geht und warum ein guter Tischler seine Säge nicht fürchtet, erzählt der Prolog.
Christian Gasche schreibt seit 35 Jahren, als Journalist, Redenschreiber und PR-Berater, seit 2002 auf eigene Rechnung. Ein Homo politicus ist er geblieben, auch ohne Mandat. In Frankfurt am Main betreibt er statistik-de.de, das Portal, aus dessen Reihen dieses Buch entstanden ist.